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In Deutschland wohnen, in Frankreich arbeiten – Was gibt es als Grenzgänger zu beachten

Ratgeber In Deutschland wohnen, in Frankreich arbeiten – Was gibt es als Grenzgänger zu beachten

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Personen, die in Deutschland leben und täglich die französische Grenze überqueren, um in Frankreich zu arbeiten, sollten die geltenden Steuerregelungen berücksichtigen. Wir möchten Ihnen in diesem Artikel verraten, was Grenzgänger, die in Frankreich arbeiten, dabei unbedingt beachten sollten.

Eurodistrikt PAMINA – Infos zum grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt

Seit dem Jahr 2003 existiert der grenzüberschreitende Eurodistrikt PAMINA, welcher seit dem Jahr 2016 in Form eines europäischen Verbundes territorialer Zusammenarbeit organisiert ist. Zu den Zielen des Eurodistrikts PAMINA gehört die Förderung und Koordinierung grenzüberschreitender Kooperationen.

Dadurch sollen grenzüberschreitende verschiedene Hilfestellungen erhalten, zum Beispiel wenn es um die Erstellung eines französischen Lebenslaufs geht. Ein Beispiel von CVMaker verdeutlicht, wie ein derartiger Lebenslauf aussehen sollte und worin dieser sich von einem deutschen Lebenslauf unterscheidet.

 

Wo muss man Steuern zahlen?

Wer als Grenzgänger in Deutschland wohnt, aber in Frankreich arbeitet, dessen Einkommen aus einer angestellten Tätigkeit müsste in beiden Ländern versteuert werden. Doch aufgrund eines bilateralen Abkommens zwischen Deutschland und Frankreich wird eine Doppelbesteuerung verhindert. Aus diesem Grund müssen diese nur in einem der beiden Länder ihre Steuern zahlen. In Deutschland steuerpflichtig ist dabei, wer:

  • innerhalb einer 20 km breiten Zone wohnt, die entlang der deutsch-französischen Grenze verläuft
  • innerhalb einer 20 km breiten Zone, die entlang der deutsch-französischen Grenze verläuft, arbeiten
  • täglich an seinen Wohnort in Deutschland zurückkehrt
  • weniger als 20 % der Arbeitszeit außerhalb der deutsch-französischen Grenzzone arbeitet

In allen anderen Fällen müssen Grenzgänger das eigene Einkommen dagegen in Frankreich versteuern.

 

Bestimmte Steuerregeln als Grenzgänger

Grenzgänger, die in Frankreich arbeiten, zahlen ihre Steuern nur dann in dem Land des Wohnsitzes, wenn diese für ein privates Unternehmen tätig sind. Für Beamte oder Angestellte im öffentlichen Dienst gelten dagegen andere Richtlinien, die besagen, dass diese ihre Steuern in Frankreich entrichten müssen. Allerdings gibt es dabei auch Ausnahmen, denn wer in Frankreich im öffentlichen Dienst arbeitet, obwohl er die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, der wird wiederum in Deutschland besteuert.

 

Was ist die 45-Tage-Regel?

Wer aus Frankreich jeden Tag nach der Arbeit wieder nach Deutschland an den eigenen Wohnort zurückkehrt, der wird wie bereits erwähnt auch hierzulande besteuert. Das gilt zumindest für sämtliche Grenzgänger mit weniger als 45 Nichtrückkehrtagen im Jahr. Wer dagegen an mehr als 45 Tagen im Jahr nicht nach Deutschland zurückkehrt oder für diesen Zeitraum außerhalb der Grenzzone tätig ist, sind in Frankreich einkommensteuerpflichtig. Nicht als Nichtrückkehrtage zählen unter anderem Urlaubstage, gesetzliche Feiertage oder Krankheitstage.

 

Was ist mit der Krankenversicherung?

Nach den geltenden EU-Richtlinien müssen Grenzgänger immer in dem Land krankenversichert sein, in dem diese beschäftigt sind. Diese sind daher über das modular aufgebaute französische Krankenkassensystem, bestehend aus gesetzlicher Krankenversicherung, freiwilliger privater Krankenzusatzversicherung und betrieblicher Krankenzusatzversicherung, abgesichert.

Dieses System wurde am 01.01.2016 von sämtlichen Unternehmen in Frankreich eingeführt. Das bedeutet jedoch auch, dass Grenzgänger, die in Deutschland zum Arzt gehen möchten, sich von ihrer Krankenversicherung die Bescheinigung E 106 ausstellen lassen müssen. Auf diese Weise werden Grenzgänger auch von Ärzten in Deutschland ganz normal behandelt. Die Kosten dafür werden im Anschluss daran von der Krankenkasse in Frankreich erstattet.

 

Arbeitslosen – und Rentenversicherung – Welche Regelungen gibt es als Grenzgänger?

In Bezug auf die Arbeitslosenversicherung wird zwischen zwei Arten von Arbeitslosigkeit unterschieden:

  • Vollarbeitslosigkeit: Wurde ein Arbeitsvertrag bereits beendet, dann gilt man als Arbeitslos und hat einen Anspruch auf Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung in Deutschland.
  • Teilarbeitslosigkeit: Wird ein Grenzgänger aufgrund einer Einschränkung oder einer vorübergehenden Einstellung der Tätigkeit eines Betriebs arbeitslos, besitzt jedoch weiterhin einen gültigen Vertrag, so hat dieser einen Anspruch auf Leistungen der zuständigen Träger in Frankreich.

 

Was die Rentenversicherung betrifft, kommt es dagegen darauf an, ob ein Grenzgänger während seiner Berufslaufbahn durchgehend in Frankreich gearbeitet hat oder nur zeitweise dort beschäftigt war.

  • Hat ein Grenzgänger sein gesamtes Berufsleben lang in Frankreich gearbeitet, so hat dieser einen Anspruch auf eine Altersrente in Frankreich.
  • Jeder Grenzgänger, der für mindestens ein Quartal in Frankreich sozialversicherungspflichtig angestellt war, der hat in Frankreich ebenfalls einen Anspruch auf eine Rente.

 

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