News
Am Donnerstag: Warnstreik bei Kaufland – was Kunden erwartet

News Am Donnerstag: Warnstreik bei Kaufland – was Kunden erwartet

Quelle: Bernd Weißbrod/dpa
dpa

Verdi ruft erneut zu Arbeitsniederlegungen im Einzelhandel auf. Dieses Mal steht die Handelskette Kaufland im Fokus. Was bedeutet das für Kunden?

Wer am Donnerstag bei Kaufland einkaufen möchte, muss womöglich mit Einschränkungen rechnen: Denn die Gewerkschaft Verdi nimmt bei einem erneuten Warnstreik die Handelskette ins Visier. Bundesweit seien unter anderem die Beschäftigten von mehr als 100 Filialen zum Ausstand aufgerufen, teilte Verdi mit. Deutschlandweit betreibt Kaufland nach eigenen Angaben mehr als 790 Filialen. Dort arbeiten demnach über 92.000 Menschen.

Kaufland gehört – wie der Discounter Lidl – zur Neckarsulmer Schwarz-Gruppe. «Dieter Schwarz ist mit Abstand der reichste Mensch in Deutschland», teilte Verdi-Vorstandsmitglied Silke Zimmer mit. Seine Beschäftigten hätten sein Milliardenvermögen durch ihren Fleiß mit erarbeitet. Aber ihr eigener Lohn reiche oftmals nicht bis zum Monatsende.

Wie stark Kunden die Arbeitsniederlegung zu spüren bekommen werden, war zunächst offen. Ebenso nicht bekannt war, welche konkreten Filialen bestreikt werden. Normalerweise haben Ausstände im Handel keine größeren Auswirkungen. Der Handelsverband Deutschland (HDE) hatte bei früheren Streikwellen erklärt, keine spürbaren Auswirkungen für Kunden zu erwarten.

Streit um Lohn und Laufzeit

Die Verhandlungen für den Einzelhandel sowie den Groß- und Außenhandel starteten im April in den ersten Landesbezirken. Mitte Mai und Anfang Juni hatte Verdi bereits zu bundesweiten Warnstreiks aufgerufen. Erst in der vergangenen Woche wurde beispielsweise die Möbelhauskette Ikea bestreikt.

Verdi fordert sieben Prozent mehr Lohn, mindestens aber 225 Euro, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber haben zuletzt in mehreren Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen und Hamburg im Einzelhandel ab November eine Erhöhung um zwei Prozent angeboten und ab August 2027 eine weitere um 1,5 Prozent – bei einer zweijährigen Laufzeit. Verdi lehnte dies ab.

Nach Angaben der Gewerkschaft sitzen Kaufland-Vertreter bei den regionalen Tarifverhandlungen mit an den Verhandlungstischen. Damit habe Kaufland ein großes Gewicht in den Arbeitgeberkommissionen und sei für das bisherige inakzeptable Angebot der Arbeitgeber mit Nullmonaten und Reallohnverlusten mitverantwortlich.

Verhandlungen haben Folgen für Millionen Menschen

Im Handel arbeiten laut Gewerkschaft hierzulande rund 5,2 Millionen Menschen, davon 3,4 Millionen im Einzelhandel. Die vorherigen Tarifverhandlungen zogen sich über mehr als ein Jahr hin. Am Ende stand für die Beschäftigten im Einzelhandel ein Einkommensplus von insgesamt etwa 14 Prozent für die Jahre 2023 bis 2025.

Die nächsten Verhandlungstermine sind für diesen Freitag angesetzt: für den Einzelhandel in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie für den Groß- und Außenhandel in Baden-Württemberg.

 

Weitere Nachrichten

Rechtsanspruch ab September: Ganztagsbetreuung in der Grundschule – das muss man wissen

Ab Herbst haben Erstklässler in Baden-Württemberg Anspruch auf mindestens acht Stunden Betreuung pro Tag. Doch reicht das Angebot? Was Eltern zu Plätzen, Kosten und Ferien wissen sollten.

Sturmfolgen in Karlsruher Freibädern - Rheinstrandbad bleibt vorerst zu

Unwetterfolgen in Karlsruhe: Im Rheinstrandbad sind Bäume beschädigt und geborsten. Das Bad bleibt übers Wochenende zu. Auch andere Freibäder sind betroffen vom Sturm.

Regelrecht "gekocht": Wie Hitze und Trockenheit Tiere plagen

Salamander, Wasseramsel, Steinkrebs und Co. leiden unter Niedrigwasser und steigenden Gewässertemperaturen. Fachleute warnen vor schrumpfenden Beständen und verlorenen Lebensräumen.

Alternative Antriebe: So beliebt sind Elektroautos im Südwesten

In Baden-Württemberg wächst das Interesse an E-Autos. Mehr als ein Viertel aller Neuwagen fahren ausschließlich mit Strom. Nur in zwei Bundesländern sind E-Autos noch beliebter.

Umfrage: Fast jeder dritte Studierende wohnt bei den Eltern

Nach der Schule nichts wie raus aus dem Kinderzimmer? Das gilt für viele Studierende im Südwesten nicht, zeigt eine neue Erhebung. Wo Studierende am häufigsten wohnen - und wie sie zur Uni kommen.

Geld Münzen

Pensionsrücklagen: Hessen und Baden-Württemberg legen gemeinsam Geld an

Die Länder und der Bund müssen dafür sorgen, die künftigen Pensionen ihrer Beamten zahlen zu können. Ein neuer Spezialfonds soll die Rücklagen von Hessen, Baden-Württemberg und dem Bund sichern.



















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.