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KIT, Schloss Gottesaue, Hoepfner Burg & Co.
Oststadt Karlsruhe – Stadtteil mit jugendlichem Charme

KIT, Schloss Gottesaue, Hoepfner Burg & Co. Oststadt Karlsruhe – Stadtteil mit jugendlichem Charme

Quelle: Thomas Riedel

Die Karlsruher Oststadt befindet sich im Osten der Fächerstadt. Über 23.500 Einwohner leben auf den rund 519 Hektar des Stadtteils. Dank der Nähe zum KIT wohnen viele Studenten in der Oststadt – was der Oststadt einen jugendlichen Charme verleiht.

Oststadt Karlsruhe – Entwicklung

Die Karlsruher Oststadt entstand erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts, als der Platz im Fächerstadt-Zentrum langsam eng wurde und ein neues Wohn- und Industriegebiet benötigt wurde. Zuvor dienten Teile des Geländes östlich der Innenstadt-Ost als Küchengarten des Schlosses. Außerdem wurde bereits 1553 das Gottesauer Schloss auf dem heutigen Oststadt-Gebiet gebaut, welches 1824 als militärische Artilleriekaserne genutzt wurde. Da sich zwischen Karlsruhe und Durlach ab 1877 eine Pferdebahn als Vorläufer der elektrischen Straßenbahn befand, dienten die Flächen der Oststadt auch als Stallungen für die Pferde.

1887 wurde in der Karlsruher Oststadt die erste badische Zuckerwaren- und Drageefabrik eröffnet. Adolf Speck gründete das Unternehmen in der Tullastraße, welches als Vorläufer der späteren Süßwaren-Firma Ragold gilt, welches wiederum für seine Marken Rachengold und Atemgold populär war. Mit der Niederlassung der Nähmaschinenfabrik Haid & Neu, dem Parfümerieunternehmen Wolff & Sohn und der Privatbrauerei Hoepfner, zogen um 1900 weitere namhafte Firmen in die Oststadt.

 

Die Hoepfner Burg in Karlsruhe.

Die Hoepfner Burg Karlsruhe. | Quelle: Thomas Riedel

 

Noch heute besteht die Karlsruher Brauerei in der im neogotischen Stil erbauten Hoepfnerburg und stellt ein Wahrzeichen des Stadtteils dar. In dem Räumlichkeiten von Wolff & Sohn befindet sich derzeit die Landespolizeidirektion Karlsruhe – das Gebäude der Nähmaschinenfabrik Haid & Neu beherbergt seit den 1980er Jahren das Existenzgründerzentrum Technologiefabrik Karlsruhe.

 

Polizei an der Durlacher Allee.

Polizei an der Durlacher Allee. | Quelle: Thomas Riedel

 

Oststadt – Historik & Leben

Zur gleichen Zeit wurde auch das Areal des Alten Schlachthofes besiedelt und die beiden großen Oststadt-Kirchen erbaut. 1901 wurde die katholische und im Stil der Neogotik angelehnte Sankt Bernhardkirche am Durlacher Tor fertiggestellt – sechs Jahre später folgte die evangelische Lutherkirche, nahe dem Gottesauer Platz. 1914 eröffnete die Tullaschule in der Oststadt, die bis heute als eine der größten Karlsruher Schulen gilt. Die einstige Kinderklinik Karlsruhe zog 1920 in das Gebäude des ehemaligen Großherzoglichen Viktoria-Mädchenpensionats, welches allerdings seit 2003 vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) genutzt wird –  aber immer noch ein beeindruckendes historisches Bauwerk nahe dem Durlacher Tor darstellt.

Schon früh war die Oststadt von einem Mix aus Wohnen und Industrie geprägt. Dieses Wesensmerkmal besteht bis heute, auch wenn sich inzwischen weniger Industriefirmen sondern mehr IT-Unternehmen, Dienstleistungs-Firmen und Start-Ups in der Oststadt wiederfinden. Dazu zählen beispielsweise die Energie Baden-Württemberg (EnBW) und die Verkehrsbetriebe Karlsruhe. Die über 23.500 Personen starke Oststadt-Bevölkerung ist außerdem, aufgrund der Nähe zur Universität, geprägt von Studenten. Dass seit 2006 ein Kreativpark mit Kulturinstitutionen, jungen Unternehmen und hipper Gastronomieszene auf dem Alten Schlachthof entsteht, bekräftigt den modernen Ruf der Oststadt.

 

Die Lutherkirche in der Karlsruher Oststadt.

Die Lutherkirche in der Karlsruher Oststadt. | Quelle: Thomas Riedel

 

Erleben im Stadtteil Oststadt

Die heterogene Gestalt der Karlsruher Oststadt spiegelt sich in vielen Bereichen des Stadtteils wieder. Sowohl in der Arbeitswelt, der Bevölkerung als auch in der Architektur. Zu den baulichen Meisterwerken zählen, neben der Sankt Bernhardkirche und der Lutherkirche auch das Gottesauer Schloss, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1094 zurückreichen. Nach dem ursprünglichen Kloster-Dasein, Plündereien, Zerstörungen und mehrmaligen Phasen des Wiederaufbaus wurden bei der bislang letzten Instandsetzung, moderne Elemente in die rote Schlossfassade eingearbeitet. Bei genauem Hinsehen sind eine Cola-Flasche und ein Space-Shuttle an der Außenseite des Gebäudes zu erkennen.

Seit 1989 nutzt die Hochschule für Musik die Räumlichkeiten des Schloss Gottesaue, welches sich im grün angelegten Otto-Dullenkopf-Park befindet und außerdem das Stadtteil-Wappen der Oststadt schmückt. Über die Sommermonate finden am Schloss Gottesaue die beliebten Open-Air-Kinonächte des Karlsruher Kinos Schauburg statt, welche, neben den Karlsruher Schlosslichtspielen, zu den großen, mehrwöchigen Sommer-Veranstaltungen unter freiem Himmel zählen.

 

Das Schloss Gottesaue in der Oststadt.

Das Schloss Gottesaue in der Oststadt. | Quelle: Thomas Riedel

 

Ebenfalls Open-Air aber traditionell am Pfingstwochenende, findet das Hoepfner Burgfest in der historischen Hoepfner Burg an der Haid-und-Neu-Straße statt. Viele weitere temporäre Veranstaltungen in der Oststadt finden auf dem Messplatz-Gelände an der Durlacher Allee statt. Hierzu zählen beispielsweise der Karlsruher Weihnachtszirkus, die Dinnershow Crazy Palace, das Karlsruher Volksfest, die Frühjahrs- und Herbstmess‘ sowie diverse Kulturfestivals, Partys und Konzerte auf dem Areal des Alten Schlachthofs.

 

Sehenswertes in der Oststadt

Kein Event aber ein Highlight ist der Botanische Garten des KIT am Fasnsanengarten. Wer die Welt der Pflanzen erkunden möchte, kann entweder an Führungen teilnehmen oder auf eigene Faust auf Entdeckungstour gehen, denn der Botanische Garten des KIT ist öffentlich und frei zugänglich. Noch mehr Pflanzenvielfalt und Natur wird im Karlsruher Hauptfriedhof geboten. Deutschlands ältester Parkfriedhof, welcher Mitte 1870 entstand, wurde in Anlehnung an die englischen Gärten geplant und bietet, neben dem Tabuthema Tod, auch kunsthistorische Führungen, Vorträge und Ausstellungen an.

 

Der Karlsruher Hauptfriedhof ist eine große Parkanlage.

Der Karlsruher Hauptfriedhof ist eine große Parkanlage. | Quelle: Thomas Riedel

 

Das 34 Hektar große Friedhofsgelände ist nicht nur die Ruhestätte der verstorbenen Karlsruher, sondern auch eine Parkfläche mit beeindruckender Architektur und Landschaftsgärtnerei wie Teichen, Wasserfällen oder Skulpturen. Bereits das Eingangsportal erinnert an einen römischen Triumphbogen und die Elemente der frühen Renaissance enthalten sowohl die große Kapelle sowie der Campo Santo. Sehenswert ist auch das Bürklin’sche Mausoleum, welches lange Zeit die Grabstätte der Familie des Geheimrats Dr. Albert Bürklin war und dessen innere Kuppeldecke mit Blattgold ausgekleidet ist.

 

Die goldene Kuppeldecke des Mausoleums.

Die goldene Kuppeldecke des Mausoleums. | Quelle: Thomas Riedel

 

Am Rande des Karlsruher Schlossparks befindet sich noch ein weiteres eindrucksvolles und geschichtsträchtiges Bauwerk: die Großherzogliche Grabkapelle. Als Monument der badischen Historik gilt die Grabkapelle am Ende der Karlsruher Lärchenallee, denn sie war von 1889 bis 1896 die Grabstätte des Hauses Baden. Insgesamt ruhen dort bis heute 17 Mitglieder des Karlsruher Gründerhauses, darunter alle Großherzöge die seit 1830 verstorben sind. Die Großherzogliche Grabkapelle kann zu festen Öffnungszeiten oder individuell vereinbarten Terminen besichtigt werden.

 

Die beeindruckende Karlsruher Grabkapelle.

Die beeindruckende Karlsruher Grabkapelle. | Quelle: Thomas Riedel

 

Die Oststadt im Überblick

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