Corona-Virus in Karlsruhe: Entwicklungen von Februar bis März 2020
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Meldungen im Überblick – Zahlen, Fakten & Infos zum Corona-Virus

 

Corona-Virus – aktuelle Zahlen zu Infizierten

Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) hat sich die Zahl der Fälle weltweit auf mehr als 170.000 Infizierte (Stand 16. März 2020) weltweit erhöht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) setzte angesichts der wachsenden Zahl von Sars-CoV-2-Infektionen das Risiko einer weltweiten Verbreitung des Virus am 28. Februar 2020 von „hoch“ auf „sehr hoch“.

Welche Gebiete zu Risikogebieten erklärt werden, hängt von verschiedenen Indikatoren wie Erkrankungshäufigkeit und Dynamik der Fallzahlen ab.Risikogebiet sind laut RKI:

Italien
Iran
In China: Provinz Hubei (inkl. Stadt Wuhan)
In Südkorea: Provinz Gyeongsangbuk-do (Nord-Gyeongsang)
In Frankreich: Region Grand Est (diese Region enthält Elsass, Lothringen und Champagne-Ardenne)
In Österreich: Bundesland Tirol
In Spanien: Madrid
In USA: Bundesstaaten Kalifornien, Washington und New York

 

Woher kommt das Corona-Virus?

Das neue Virus gehört zur Familie der Coronaviren, ähnlich wie das Sars-Virus. Die vom neuen Corona-Virus ausgelöste Erkrankung verbreitet sich aber deutlich schneller als Sars. Das Virus namens Sars-CoV-2 kann eine Atemwegserkrankung mit hohem Fieber auslösen und zu einer schweren Lungenentzündung führen. Die WHO taufte die Erkrankung Covid-19. Sie ist ansteckend von Mensch zu Mensch über eine Tröpfcheninfektion, eventuell auch über eine Schmierinfektion.

„Der größte Teil der bisher beobachteten Fälle lässt sich auf einen Markt in der zentralchinesischen Stadt Wuhan zurückführen, auf dem lebende und tote Tiere verkauft wurden. Die genaue Herkunft des Virus ist aber, anders als oft behauptet, noch immer unbekannt“, heißt es im WDR Wissenschaftsmagazin Quarks.

 

Wie tödlich das Corona-Virus?

Die sogenannte Letalität beschreibt die Rate der Todesfälle unter den Infizierten. Bezüglich der Sterblichkeitsrate gibt es zwei Berechnungsformen, zwischen denen die WHO unterscheidet. Zum einen das Verhältnis von allen bestätigten Krankheitsfällen zu bekannten Todesfällen. Zum anderen die statistische Wahrscheinlichkeit, an den Folgen einer Infektion zu sterben. Bei beiden Varianten gibt es mutmaßlich hohe Dunkelziffern.

Auf einer Pressekonferenz der Weltgesundheitsorganisation sprach man in Chinas Regionen – ohne Hubei – von einer Rate von 0,7 Prozent. Das entspräche sieben Verstorbenen pro 1.000 Infizierten. Am Anfang einer solchen Epidemie sind die Sterberaten in der Regel etwas höher, weil die leichten Erkrankungen teils gar nicht auffallen oder registriert werden – und so fallen dann Todesfälle immer schwerer ins Gewicht.

Die meisten Sars-CoV-2-Infizierten haben nur leichte Erkältungssymptome mit Frösteln und Halsschmerzen oder gar keine Symptome. 15 von 100 Infizierten erkrankten schwer, hieß es vom RKI. Sie bekommen etwa Atemprobleme oder eine Lungenentzündung. Nach bisherigen Zahlen sterben laut RKI ein bis zwei Prozent der Infizierten. Dem liegt aber die harte Zahlenbasis zugrunde, also alle Fälle, die bekannt sind.

Was diese Zahlen zur Letalität so unsicher machen, ist die hohe Dunkelziffer. Das liegt daran, dass Tote relativ zuverlässig feststellbar sind, während es bei den Infizierten eine viel größere Dunkelziffer gibt. Viele Infizierte zeigen keine Symptome, gehen demnach nicht zum Arzt und werden statistisch nicht erfasst. Gerade in China, wo drastische Maßnahmen wie Isolation und Quarantäne erhängt wurden, melden sich viele Infizierte, die kaum Symptome zeigen, nicht bei den Behörden.

 

Ist das Corona-Virus schlimmer als die Grippe?

Der Virologe Alexander Kekulé von der Universität Halle warnte davor, das Corona-Virus zu unterschätzen, es sei „auf jeden Fall gefährlicher als die Grippe“. Zum Vergleich: Die Schweinegrippe hatte eine Letalität von 0,01 Prozent, für die jährliche Grippewelle gehen die Schätzungen von ein bis zwei Todesfällen pro 1000 Infizierten aus, was eine Letalität von 0,1 bis 0,2 Prozent bedeutet.

Ein Vergleich mit der Grippe ist schwierig, denn das Influenza-Virus ist extrem wandelbar und jede Grippewelle, jede Grippesaison unterscheidet sich maßgeblich. Auch Corona-Viren sind sehr wandelbar, deshalb nehmen Experten das auch für Covid-19 an – sollte das Virus nicht wie beim Sars-Virus von 2003 und dem von Dromedaren auf den Menschen übertragene Mers-COV ausgemerzt werden und diese Epidemie die einzige bleiben.

Der Vergleich ist auch deshalb schwierig, weil in Europa viele Menschen gegen Influenza mehr oder weniger gut geschützt sind, weil sie geimpft wurden oder die Grippe schon einmal oder mehrfach durchgemacht haben. Bei einem neuen Virus wie Corona ist das nicht der Fall, die Bevölkerung ist „immunologisch naiv“.

Mediziner gehen davon aus, dass die durch das Corona-Virus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 bei 80 von 100 Infizierten milde verläuft, während 14 schwer erkranken und sechs eine Intensivbehandlung benötigen. Die Ursachen für Todesfälle durch das Corona-Virus sind meist Lungenentzündungen, Atemnot oder Blutvergiftung.

 

Prognosen: Wie geht es weiter?

Experten erwarten, dass Sars-CoV-2 in der warmen Jahreszeit wieder verschwindet, so wie man es von anderen Ausbrüchen mit Corona-Viren kennt und es auch bei Sars der Fall war. Der Erreger könnte trotzdem unbemerkt in der Bevölkerung zirkulieren und ab und zu Ausbrüche verursachen – wie es bei der jährlichen Grippewelle der Fall ist.

Bis die Epidemie in der kalten Jahreszeit wieder aufflammt, ist die Hoffnung, dass die Forschung zur Therapie schon um einiges weiter ist. Forscher weltweit arbeiten derzeit an einem Impfstoff. Bis der entwickelt, getestet und zugelassen ist, dauert es Monate. So könnte man beim nächsten Ausbruch aber schneller reagieren können, erklärte Gérard Krause, Abteilungsleiter Epidemiologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, gegenüber dem Nachrichtenportal ZEIT Online.

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