Highlights & Co. der Innenstadt-Ost
Innenstadt-Ost – Karlsruher Stadtteil mit Altstadt-Flair

Highlights & Co. der Innenstadt-Ost Innenstadt-Ost – Karlsruher Stadtteil mit Altstadt-Flair

Quelle: Thomas Riedel

Die Innenstadt-Ost bildet den östlichen Teil vom Fächerstadt-Zentrum und ist Karlsruhes Stadtteil mit Altstadt-Flair. Die ehemalige Handwerker-Siedlung wurde erst 1812 nach Karlsruhe eingemeindet – entstand allerdings schon rund hundert Jahre früher.

Innenstadt-Ost – Geschichte & Leben

Die Karlsruher Innenstadt-Ost reicht vom zentral gelegenen Marktplatz bis zum östlichen Durlacher Tor und grenzt im Norden an den Adenauerring und im Süden an die Kriegs- und Kapellenstraße. Über 6.800 Menschen leben derzeit auf den 160 Hektar der Innenstadt-Ost. Das war allerdings nicht immer so: Ursprünglich war der heutige Stadtteil nur eine kleine Siedlung von Arbeitern des Schlossareals, die schon damals gerne als Klein-Karlsruhe oder Dörfle bezeichnet wurde. Noch heute existieren vereinzelt Gebäude aus den Karlsruher Gründerjahren, darunter auch die ältesten Karlsruher Häuser. Die Häuser mit den Hausnummern 45 und 47 auf der Kaiserstraße sind beide in den 1730er Jahren entstanden und beherbergen heute eine Krankenkassen-Filiale und ein Restaurant. Viele andere mussten während einer umfangreichen Sanierung in den 1970-er Jahren weichen.

 

Eines der ältesten Häuser Karlsruhes – heute ein Restaurant.

Eines der ältesten Häuser Karlsruhes – heute ein Restaurant. | Quelle: Thomas Riedel

 

Die Eingemeindung des Dörfles erfolgte 1812, knapp hundert Jahre nach der Gründung der Fächerstadt. Über die Jahre hinweg siedelten sich viele Einkaufs- und Dienstleistungsunternehmen an der östlichen Kaiserstraße an und prägen das Erscheinungsbild des Stadtteils bis heute. Der Altstadt-Bereich hat dagegen nie seinen Ruf als sozial schwaches Viertel abwerfen können. Als Spielhallen-Hochburg und gewerbliches Rotlichtviertel ist die Altstadt der Innenstadt-Ost fest in den Köpfen der Menschen verankert.

 

Highlights in der Innenstadt-Ost

Die Innenstadt-Ost hat trotz ihres Schmuddel-Rufes so einige glänzende Highlights zu bieten. Allen voran glänzt der östliche Teil des Karlsruher Schlossparks samt Teehaus und Spielplatz als grüner Erholungsort der Einwohner. Sportlich trumpft der Stadtteil mit dem Karlsruher SC und dem Wildparkstadion auf. Allerdings zählt zur sportlichen Vielfalt der Innenstadt-Ost auch der Hochschulsport des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Der Campus Süd der ehemaligen Elite-Universität befindet sich im nord-östlichen Bereich des Stadtteils und wird durch die Kaiserstraße von der Altstadt getrennt.

 

Das Durlacher Tor in Karlsruhe.

Das Durlacher Tor in Karlsruhe. | Quelle: Thomas Riedel

 

Auf dem Campusareal befinden sich, neben der KIT-Bibliothek oder dem großen Audimax-Hörsaal, auch historisch-beeindruckende Bauwerke. Dazu zählen die Englervilla und der Ehrenhof oder die Denkmäler populärer Universitäts-Wissenschaftler wie dem Physiker Heinrich Hertz. Mit dem Fassanenschlösschen an der Richard-Willstätter-Allee befindet sich sogar eines der ältesten Gebäude der Fächerstadt in der Innenstadt-Ost. Bereits vor der Gründung Karlsruhes wurde im Hardtwald ein Wildpark samt Fasaenengarten angelegt, zwar wurde das bestehende Gebäude erst 1764/1765 erbaut, doch reichen seine Wurzeln bis ins Jahr 1711 zurück. Seit 1926 beherbergt die ehemalige Fasanerie, in der damals rund 3.000 Fasane lebten, die Badische Forstschule.

Ein Blick in Richtung Westen zeigt die große Vielfalt des Stadtteils, denn entlang der östlichen Kaiserstraße reihen sich Einzelhandelsgeschäfte und Dienstleistungsunternehmen unterschiedlichster Branchen aneinander. Die drei großen Straßenbahn-Haltestellen Marktplatz, Kronenplatz und Durlacher Tor/KIT Campus Süd werden von nahezu allen Karlsruher Straßenbahn-Linien angefahren – aus diesem Grund gilt die Kaiserstraße auch als Hauptverkehrsachse des öffentlichen Nahverkehrs der Fächerstadt, die den Osten Karlsruhes mit dem Westen verbindet.

Die östliche Hälfte des Karlsruher Marktplatzes zählt ebenfalls zur Innenstadt-Ost – inklusive dem denkmalgeschützten Polizei-Revier Marktplatz, der imposanten weinbrennerischen Evangelischen Stadtkirche sowie dem, ebenfalls von Architekt Friedrich Weinbrenner erbauten, Markgräflichen Palais am Rondell Platz, dessen Räumlichkeiten derzeit von der Badischen Beamtenbank (BBBank) genutzt werden.

 

Aktuell – Sanierung der Innenstadt-Ost

Da der Karlsruher Stadtteil Innenstadt-Ost seit langem strukturelle Mängel und Missstände aufweist und dringender Handlungsbedarf bei den Themen Wohnen und Wirtschaft besteht, hat sich der Karlsruher Gemeinderat 2017 für eine großflächige, vermutlich rund 90 Millionen Euro teure, Sanierungsmaßnahme ausgesprochen. Diese soll den Stadtteil, in derzeit geschätzten 15 Jahren, für Gewerbe, Handel und Bürger wieder attraktiv machen. Demzufolge sollen unerwünschte Nutzungen wie beispielsweise Gaststätten, Bars, Bordelle, Spielhallen, Diskotheken, Wettbüros und Läden im Niedrig­preis­sor­ti­ment vermieden werden, da sie als kontraproduktiv bezüglich der Aufwertung des Stadtteils gesehen werden. Das be­ste­hende Rotlicht­vier­tel in der Brunnen­straße sei, so die Stadt Karlsruhe, davon ­allerdings aus­ge­nom­men.

Die Sanierungs-Schwerpunkte sind derzeit in fünf Themenblöcke untergliedert. Diese beinhalten im ersten Block den Kaiserstraßen-Abschnitt zwischen dem Marktplatz und dem Berliner Platz sowie die Baublöcke nördlich und südlich der Kaiserstraße. Neben einer optischen Neugestaltung im Zuge der Kombi-Bauarbeiten, soll auch eine qualitative Verbesserung der Handelszone der östlichen Kaiserstraße einhergehen. Ein weiterer Schwerpunkt stellt die Aufwertung des Kronenplatzes, des Berliner Platzes und dem angrenzenden KIT Campus Süd dar. Diese Aufwertung könnte durch einen Frequenzbringer, wie beispielsweise eine neue Stadtbibliothek oder dem bereits im Juni 2018 eröffneten Kulturzentrum Cola Taxi Okay, umgesetzt werden.

Ein weiteres Sorgenkind stellen die Abschnitte Berliner Platz/Durlacher Tor sowie Campus Süd/Dörfle dar. Eine Lösung, welche derzeit in den Sanierungsplänen zu erkennen ist, stellt eine reduzierte Trennwirkung der Gebiete dar. Diese soll beispielsweise durch die Entfernung des KIT-Campus-Zauns und geräumigen Fahrrad- und Fußgängerbereichen erfolgen. Im vierten Themenblock steht die Vernetzung zwischen dem Dörfle und dem Stadtteil Südstadt-Ost sowie dem Freiraum des Alten Friedhofs im Stadtteil Oststadt im Fokus. In diesen Bereichen soll  durch eine Modernisierung die derzeitige Wohnsituation verbessert werden.

Die Hauptverkehrsachsen Fritz-Erler-Straße, Kriegsstraße und Karl-Friedrich- Straße werden im fünften Themenblock zusammen mit den weiteren Randzonen des Stadtteils betrachtet. Auch hier soll versucht werden, die Innenstadt-Ost weniger zu separieren, sondern durch eine optische und qualitative Aufwertung attraktiver zu gestalten. Laut der Stadt Karlsruhe, kann beispielsweise eine Neuordnung des Postgiro-Areals in Betracht gezogen werden. Hier könnte eine Neuordnung mit gemischten Nutzungsstrukturen wie Erd­ge­schoss­zo­nen für Geschäfte und einem Wohnan­ge­bot in den O­ber­ge­schos­sen entstehen, um so eine bessere Vernetzung zur Südstadt sowie der Innenstadt-West zu ermöglichen.

 

Das Innenstadt-Ost im Überblick

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