Freizeit & Kultur im Karlsruher Hardtwald
Hardtwald Karlsruhe – historischer Wald mit Freizeitcharakter

Freizeit & Kultur im Karlsruher Hardtwald Hardtwald Karlsruhe – historischer Wald mit Freizeitcharakter

Quelle: Kevin Schumacher

Von vielen Alleen durchzogen und nördlich des Karlsruher Schlosses, erstreckt sich der wunderschöne Hardtwald. Entschieden an der Gründung der Stadt beteiligt, lohnt es sich immer Zeit an diesem geschichtsträchtigen und grünen Ort zu verbringen.

Der Hardtwald in Karlsruhe

Kein Waldstück ist stärker mit der Geschichte Karlsruhes verwachsen als der Hardtwald. Karlsruhes größtes zusammenhängendes Waldgebiet erstreckt sich zwischen Rastatt und Graben-Neudorf und schließt die Stadt von nördlicher und südlicher Richtung ein. Die „grüne Lunge Karlsruhes“ grenzt direkt an den Schlossgarten und versorgt die ganze Bevölkerung mit Frischluft.

Kiefern bestimmen das Erscheinungsbild des Waldes, doch wachsen auf den sandigen Böden sowohl Nadel- als auch Laubbäume. Ausgehend vom Karlsruher Schloss durchziehen Alleen den Wald. Zum einen sind sie die Hauptverkehrswege des Fahrradverkehres nach und von Karlsruhe, zum anderen eigenen sie sich wunderbar für Joggingrunden und Spaziergänge.

Doch der Hardtwald hat noch wesentlich mehr zu bieten – meinKA stellt die Geschichte und das Freizeitangebot des Waldes vor.

 

Die Geschichte des Hardtwalds

Der Hardtwald ist ein geschichtsträchtiges Stück Grün und von besonderer Bedeutung für die Gründung der Stadt Karlsruhe. Markgraf Karl III. Wilhelm von Baden-Durlach nutzte den Wald als Jagdrevier. Im Zentrum des Hardtwalds plante er 1715 den Bau eines Jagdschlosses mit anschließendem Tiergarten. Doch nach einem Schläfchen im Hardtwald, beschloss er dieses Schloss zu seiner Residenz auszubauen. Heute ist dieses Jagdschloss das berühmte Karlsruher Schloss.

1715 erfolgte somit, dank dem Hardtwald, die Gründung der Stadt Karlsruhe. Im Laufe der Besiedelung Karlsruhes wurde der Hardtwald immer stärker abgeholzt, heute sind deshalb die kompletten 4.730 Hektar des Waldgebietes als Landschaftsschutzgebiet eingeteilt, wobei 50 Hektar als Naturschutzgebiet behandelt werden.

 

Die Stutenseer Allee | Quelle: Kevin Schumacher

 

Forschen und Wohnen im Hardtwald

1956 wurde der Hardtwald zum Ort der Forschung, denn in diesem Jahr begann der Bau des Forschungszentrums Karlsruhe. Vor allem das Grundwasser des Hardtwalds kann zur Kühlung der Forschungsreaktoren genutzt werden. Heute ist das ehemalige Forschungszentrum Teil des Campus Nord des Karlsruher Instituts für Technologie und setzt seine Tätigkeit in der Forschung und der Ausbildung von Wissenschaftlern fort.

Auch zur Beseitigung der Wohnungsnot konnte der Hardtwald beitragen, 1957 wurde die Wohnsiedlung Waldstadt mitten im Hardtwald gegründet. Heute leben rund 13.000 Menschen in diesem Stadtteil.

 

Der Hardtwald als Beschützer – die Stadtattrappe

Der Hardtwald macht sich nicht nur um die Stadtgründung, Wohnraum und Arbeitsplatz verdient, während des Zweiten Weltkriegs trug er zum Schutz der Stadt vor Bombenangriffen bei. Akten des Generallandesarchivs zeigen, dass unter zu Hilfenahme bestehender Waldwege, Schneisen in den Hardtwald geschlagen wurden, um so den Grundriss der Stadt nachzubilden. Angreifende Bomber sollten mit dieser Maßnahme von ihrem eigentlichen Ziel, der verdunkelten Stadt, abgelenkt werden. Bis zur Verwendung von verbesserten Radargeräten ab 1942 war diese Maßnahme auch von Erfolg gekrönt.

 

Die Freizeitangebote im Hardtwald

 

Lernen im Hardtwald

Ein besonderes Angebot für Wissbegierige, Schulklassen und Kindergärten ist das Waldklassenzimmer am Kanalweg, zwischen der Linkenheimer und Grabener Allee. Seit 1996 können Kinder und Erwachsene sich mitten im Hardtwald über das Ökosystem Wald informieren. Neben offenen Sonntagen können Termine für Gruppenführungen auf der Website des Waldklassenzimmers oder direkt im Waldzentrum, in der Linkenheimer Allee 10, gebucht werden.

Auch für Lehrer und Erzieher besteht hier ein Fortbildungsangebot. Eng mit dem Waldklassenzimmer verknüpft ist der Rätsel Wald. Dieser 500 Meter lange Pfad erlaubt es Kindern und Erwachsenen den Wald an 15 Stationen spielend kennenzulernen. Jede der Stationen besteht dabei aus einer Informationstafel und einer sogenannten Entdecker-Aaufgabe.

 

Schild vor dem Waldklassenzimmer | Quelle: Kevin Schumacher

 

Sport in und um die Alleen

Die zahlreichen Alleen und Querwege des Hardtwalds laden geradezu zum Joggen und Spazieren ein. Wer nicht einfach ins Blaue loslaufen will und vielleicht sogar noch zusätzliche körperliche Betätigung sucht, kann nördlich des Adenauerrings zwischen der Eggensteiner und Linkenheimer Allee den Trimm-Dich-Pfad Hardtwald nutzen. Hier werden drei Laufstrecken à 800, 1.500 und 2.460 Meter angeboten. An vier Stationen kann sich an acht Geräten sportlich betätigt werden, um die eigene Kraft und Geschicklichkeit zu fördern.

Wer Abwechslung sucht kann ebenfalls den Aktiv-Trail Waldstadt aufsuchen. Westlich der Waldstadt an der Kreuzung der Stutenseer Allee und dem Karl-Drais-Weg, kann man sich an drei Stationen mit insgesamt zehn Übungen austoben.

 

Die Balancier-Station des Aktiv-Trail Waldstadt | Quelle: Kevin Schumacher

 

Das Epizentrum des Sportangebotes im Hardtwald stellt aber das Wildparkstadion dar. Nicht nur trägt hier seit 1955 der KSC seine Heimspiele aus, sondern es finden sich auch zahlreiche Sportanlagen und ein Tennisplatz in nächster Umgebung.

 

Kultur im Hardtwald Karlsruhe

Neben dem sportlichen Angebot lädt das Waldgebiet auch zum kulturellen Genuss ein. Sowohl Architektur, Kunst als auch Literatur lassen sich im Hardtwald erfahren.

 

Geschichte erleben – Monumenthaus & Grabkapelle

Wer die Geschichte des Hardtwalds und der Stadt Karlsruhe in nächster Nähe sehen will, der kann auf einem Spaziergang das Monumenthaus und die Großherzogliche Grabkapelle besuchen.

Die Großherzogliche Grabkapelle ist bequem vom Karlsruher Schlossgarten aus erreichbar und befindet sich am Ende der Lärchenallee. Die neugotische Kapelle wurde von 1889 bis 1896 errichtet. Alle seit 1830 verstorbenen Großherzoge sind hier beigesetzt. Es ist das einzige großherzogliche Bauwerk, welches unbeschadet den Zweiten Weltkrieg überstanden hat. Zu den Öffnungszeiten kann die Kapelle besichtigt werden, die Gruft jedoch nur im Rahmen von Sonderführungen.

Öffnungszeiten – Großherzogliche Grabkapelle 

Donnerstag 11:00 Uhr bis 14:00 Uhr
Freitag 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr
Samstag 13:00 Uhr bis 17:00 Uhr
Sonntag 13:00 Uhr bis 17:00 Uhr

 

Die Großherzogliche Grabkapelle | Quelle: Kevin Schumacher

 

Ebenfalls eng mit der großherzoglichen Familie verbunden ist das Monumenthaus, südwestlich von Blankenloch, am Karl-Knierer-Weg gelegen. Früher eine Jagdhütte, wurde es nach einem Feuer 1973 als offene Hütte mit einem Schwengelbrunnen neu errichtet. Das eigentliche Highlight ist das sich hinter Hütte befindliche Monument. Dieser Stein ist mit einer Inschrift versehen, welche über zwei Jagderfolge des Großherzog Carl Friedrichs berichtet und mit seiner Herstellung 1812, noch vor die Gründung der Stadt datierbar ist.

 

Das Monument hinter dem Monumenthaus | Quelle: Kevin Schumacher

 

Kunst flanierend genießen

Der Schriftsteller Peter Handke schrieb über das Spazieren gehen: „Nur im Gehen öffnen sich die Räume und tanzen die Zwischenräume! Nur dem Gehenden wächst ein Haupt auf den Schultern.“ Unter diesem Motto kann man im Hardtwald gehend Kunst genießen.

Der sogenannte Gedichtpfad bietet in regelmäßigen Abständen Gedichttexte auf an Bäumen befestigten Tafeln. Insgesamt gibt es dreizehn solcher Tafeln zu bestaunen. Die Gedichte rund um das Thema Wald stammen von berühmten Autoren wie Johann Wolfgang von Goethe, Bertolt Brecht und Kurt Tucholsky. Der Gedichtpfad verläuft zwischen der Friedrichstaler und Stutenseer Allee. Der Einstieg in den Rundweg beginnt westlich der Graf-von-Wiser-Eiche, welche sich rund 500 Meter westlich der Elbinger Straße befindet.

Das Karlsruher Mundwerk ist ein weiteres, im Hardtwald beheimatetes Kunstprojekt. Die Skulptur von Patricia Blum wurde aus Sturmholz des Jahrhundertsturms „Lothar“ und blauen Majolika-Fliesen hergestellt.

Es zeigt, wie der Name schon vermuten lässt, ein offenes Gebiss samt Zahnbürste. Die Skulptur erreicht eine Länge von 30 Meter und einer Breite von 20 Meter und stellt somit eines der größten Gebisse der Welt dar, was ihm einen Eintrag in das Guinness Buch der Rekorde einbrachte. Vom Waldparkplatz der Königsberger Straße an der Theodor-Heuss-Allee ist das Kunstwerk einfach spazierend erreichbar.

 

Das Karlsruher Mundwerk | Quelle: Kevin Schumacher

 

Ebenfalls zu Fuß zugänglich ist das Schild Nummer 20 des Projektes Platz der Grundrechte, ein Kunstprojekt, welches im Zuge der Bewerbung Karlsruhes um die Kulturhauptstadt 2005 entstanden ist. Jochen Gerz hat 48 Interviewaussagen, von Juristen, Politikern, Philosophen und Wissenschaftlern zum Thema Recht und Gerechtigkeit auf Metallschildern abgedruckt.

Die Hälfte dieser Schilder befindet sich auf dem sogenannten Platz der Grundrechte zwischen Schlossplatz und Karlsruher Zirkel. Die andere Hälfte ist an zentralen Orten in und um Karlsruhe platziert, so auch das Schild Nummer 20 im Hardtwald, zwischen Rintheimer Querallee, Karl-Knierer Weg und Friedrichstaler Allee.

 

Fotogalerie | Der Karlsruher Hardtwald

Eindrücke aus dem Hardtwald




 

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