News aus Baden-Württemberg
Autotuning-Szene: Polizei kontrolliert wieder am „Car-Freitag“

News aus Baden-Württemberg Autotuning-Szene: Polizei kontrolliert wieder am „Car-Freitag“

Quelle: Felix Kästle/dpa/Archivbild
dpa

Röhrende Motoren, quietschende Reifen und schnelle Überholmanöver: Am «Car-Freitag» trifft sich die Autoposer-Szene in Baden-Württemberg. Polizei und Städten ist das ein Dorn im Auge, sie wollen dem ein Ende setzen.

Hochmotorisierte und tiefergelegte Autos, die in einem Kreisverkehr in der Stadt mit quietschenden Reifen ihre Runden drehen, im Stand die Motoren aufheulen lassen oder deutlich zu schnell durch die Straßen brettern: In Singen (Landkreis Konstanz) kennt man dieses Bild seit einigen Jahren. Besonders beliebt ist bei den Autoposern der Karfreitag, der in der Szene als «Car-Freitag» begangen wird. Hunderte Teilnehmer kamen in der Vergangenheit nach Singen, um ihre getunten Autos Gleichgesinnten zu präsentieren.

Der Stadt Singen sind die Autoposer ein Dorn im Auge. Sie hat deswegen eine Allgemeinverfügung erlassen, um die Treffen der Tuningszene zu verbieten. Nach Angaben der Stadt sind von Gründonnerstag bis Ostermontag Treffen von mehr als fünf Autotunern nicht erlaubt. Wer sich nicht an das Verbot hält, muss mit mindestens 150 Euro Strafe rechnen, zudem kann das getunte Auto beschlagnahmt werden. Zurück bekommen die Besitzer ihre Autos dann frühestens wieder ab Dienstag.

Nach Angaben des baden-württembergischen Städtetags kommen Probleme mit Autoposern aber nicht nur am Karfreitag vor. «Das passiert gerade in den Sommermonaten immer wieder in verschiedenen Städten», sagte Sebastian Ritter, Ordnungsdezernent des Kommunalverbands am Donnerstag in Stuttgart. Besonders aktiv ist die Szene in Mannheim. Dort hat die Polizei seit 2016 eine eigene Ermittlungsgruppe eingerichtet.

Auch landesweit nimmt die Polizei am Karfreitag die Autoposer- und Tuningszene ins Visier. «Es wird gezielte Kontrollaktionen geben», sagte eine Sprecherin des Innenministeriums am Donnerstag in Stuttgart. Größere Aktionen seien etwa in Mannheim und Stuttgart geplant. Im Rest des Landes seien die Streifenbesatzungen besonders aufmerksam. Im Fokus der Kontrollen stehen laut Innenministerium illegale Umbauten an den Autos, zudem die Lärmbelästigung durch hochdrehende Motoren sowie Raser. «Illegales Tuning und Posing ist nicht nur gefährlich, es stört und verunsichert auch die Menschen, es ist in hohem Maße ärgerlich», hatte Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Mittwoch gesagt. Er warf der Szene «rücksichtsloses Imponiergehabe und verantwortungsloses Verhalten» vor. Man wolle dem mit den Kontrollen «entschlossen und konsequent» entgegentreten.

Am «Car-Freitag» treffen sich die Besitzer getunter Autos zu gemeinsamen Ausfahrten, er gilt als wichtiger Tag der Autoposer-Szene. Autoposer sind nach Angaben des Innenministeriums überwiegend junge Männer, die mit leistungsstarken Autos Runden durch Innenstädte drehen. Auch andere Bundesländern wollen am Karfreitag verstärkt kontrollieren.

 

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