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Begünstigt der heiße Sommer Ausbreitung des Ochsenfrosches?

Nachrichten Begünstigt der heiße Sommer Ausbreitung des Ochsenfrosches?

Quelle: Uli Deck/dpa
dpa

Fast 7.000 Ochsenfrösche wurden im vergangenen Jahr erlegt. Mit welchen Maßnahmen die Behörden die Ausbreitung der invasiven Art eindämmen wollen. Und warum diese womöglich vom Klimawandel profitiert.

Der Hitzesommer könnte den invasiven Ochsenfröschen eher geholfen als geschadet haben. Das für die Bejagung zuständige Regierungspräsidium Karlsruhe hat zwar keine gesicherten Erkenntnisse zu den Folgen. «Es ist aber davon auszugehen, dass der Ochsenfrosch von zunehmend heißen und länger andauernden Sommertemperaturen profitiert», teilte eine Sprecherin mit.

Denn im Gegensatz zu den einheimischen Amphibienarten könne sich die Laichperiode des Ochsenfroschs bis weit in den Hochsommer ausdehnen. Wärmere Wassertemperaturen begünstigten zudem die Entwicklung der Kaulquappen. Da der Ochsenfrosch größere Gewässer bevorzuge, seien die Fortpflanzungsgewässer seltener von einer Austrocknung betroffen.

«Darüber hinaus sind die Frösche sehr mobil und können im Falle einer Austrocknung andere Gewässer besiedeln», hieß es weiter. Nach derzeitigem Kenntnisstand habe sich das Verbreitungsgebiet in diesem Jahr aber nicht verändert. Der Nordamerikanische Ochsenfrosch (Lithobates catesbeianus) kommt in Deutschland nur in der Oberrheinebene bei Karlsruhe vor.

 

Moorfrosch und die Knoblauchkröte besonders bedroht

Das Problem: Die Tiere werden bis zu 25 Zentimeter groß und fressen im Grunde alles, was ihnen vors Maul kommt: andere Frösche, Fische und auch kleine Vögel. Zudem kann der Frosch Krankheiten wie Pilzinfektionen übertragen.

isolierten und kleinen Populationen in der Oberrheinebene besonders anfällig für negative Einflüsse sind», hatte jüngst das baden-württembergische Umweltministerium auf eine Anfrage der Landtags-AfD hin erklärt.

Natürliche Feinde wie Krokodile, Alligatoren und Schlangen fehlen hierzulande. So kann der eingewanderte Ochsenfrosch sich ungehindert ausbreiten.

 

Jagdsaison läuft noch

Daher lässt das Regierungspräsidium die Tiere bejagen: Im vergangenen Jahr wurden in der Region um Karlsruhe früheren Angaben zufolge fast 7.000 der invasiven Frösche erschossen, darunter 609 ausgewachsene sowie 6.378 Jungtiere. Die diesjährige Bekämpfung ist laut der Behörde noch nicht abgeschlossen. Das ganze Jahr über werden auch Kaulquappen entnommen, vergangenes Jahr rund 16.000 Stück.

Die möglichen Folgen des Hitzesommers spielen beim Kampf gegen die Tiere keine Rolle: «Die Intensität des diesjährigen Ochsenfrosch-Managements liegt auf dem Niveau der Vorjahre», erklärte die Sprecherin.

 

Halbe Million ausgegeben

Seit 2023 hat die Landesregierung rund 500.000 Euro für Monitoring und Bekämpfung des Ochsenfroschs bereitgestellt, wie aus der Antwort des Ministeriums hervorgeht. Derzeit laufe ein von der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg gefördertes Forschungsprojekt zum Ochsenfrosch. Einzelne Tiere würden mit Sendern ausgestattet, zudem würden Artenspürhunde eingesetzt, um Ochsenfrösche aufzuspüren.

Nach früheren Angaben des Ministeriums ist davon auszugehen, dass die Ochsenfrösche in den 1990er Jahren in Baden-Württemberg ausgesetzt wurden und einige Gewässer seit mehr als 20 Jahren besiedelt sind.

 

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