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Diese Bahnstrecken werden vorerst nicht reaktiviert

News Diese Bahnstrecken werden vorerst nicht reaktiviert

Quelle: Marijan Murat/dpa
dpa

Elf stillgelegte Bahnstrecken sollen auch künftig vorerst nicht wieder in Betrieb genommen werden. Welche Strecken sind betroffen? Und was sagt das Verkehrsministerium dazu? Ein Überblick.

Insgesamt elf stillgelegte Schienenstrecken in Baden-Württemberg sollen auch in Zukunft vorerst nicht reaktiviert werden. Wie das Verkehrsministerium mitteilte, sei das Konzept zur Reaktivierung von Bahnstrecken angesichts der veränderten finanziellen Rahmenbedingungen überarbeitet und auf eine verlässliche Grundlage gestellt worden.

12 Schienenstrecken sollen den Angaben zufolge reaktiviert werden. Während manche von ihnen bereits in Betrieb sind, wird an anderen noch gebaut oder die Planung hierfür ist bereits gestartet. Ein Überblick.

Folgenden Strecken sollen zunächst nicht wieder reaktiviert werden

  • zwischen Breisach (Breisgau-Hochschwarzwald) und dem französischen Colmar
  • zwischen Heilbronn (gleichnamiger Landkreis) und Marbach am Neckar (Landkreis Ludwigsburg) (Bottwartalbahn)
  • zwischen Kirchheim am Neckar (Landkreis Ludwigsburg) und Weilheim (Landkreis Waldshut) (Kleine Teckbahn)
  • zwischen Meßkirch und Mengen (beides Landkreis Sigmaringen) (zweite Etappe der Ablachtalbahn)
  • zwischen Göppingen und Bad Boll (beides Landkreis Göppingen (Bollerbahn)
  • zwischen Maulbronn West und Stadt (Enzkreis)
  • zwischen Singen (Landkreis Konstanz) und Ramsen (Landkreis Tuttlingen) (Etzwiler Bahn)
  • zwischen Balingen (Zollernalbkreis) und Rottweil (gleichnamiger Landkreis)
  • zwischen Leutkirch und Isny im Allgäu (Landkreis Ravensburg),
  • zwischen Eyach (Eutingen im Gäu im Landkreis Freudenstadt) und Hechingen (Zollernalbkreis) (Eyachtalbahn)
  • und zwischen Gammertingen (Landkreis Sigmaringen) und Engstingen (Landkreis Reutlingen) sowie Engstingen und Münsingen (ebenfalls Landkreis Reutlingen) (Schwäbische Albbahn)

«Das muss keine Absage für immer sein», sagte Baden-Württembergs Verkehrsministerin Nicole Razavi (CDU). Nach fünf Jahren würden die Projekte einer erneuten Bewertung unterzogen. «Sollten sich zwischenzeitlich neue Initiativen für Reaktivierungsvorhaben ergeben, können diese dann ebenfalls bewertet werden – immer natürlich auch vor dem Hintergrund unserer finanziellen Möglichkeiten.»

Stilllegung von Schienenstrecken aus heutiger Sicht ein Fehler

Die Finanzierungssituation des Schienenpersonennahverkehrs habe sich gravierend verschlechtert. «Die Regionalisierungsmittel des Bundes sind nicht mehr auskömmlich», erklärte Razavi. Zusätzlich werde der Nahverkehr auf der Schiene durch Trassenpreiserhöhungen infolge eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs massiv belastet. «In der Summe fehlt uns dadurch künftig, sofern sich die Situation nicht verbessert, jährlich ein dreistelliger Millionenbetrag.»

Zwischen 1960 und den 1990er-Jahren wurden den Angaben zufolge viele Bahnstrecken in Baden-Württemberg stillgelegt. Mehr als 1.500 Kilometer Schienenstrecken wurden außer Betrieb gesetzt. Während die Gleise auf manchen Strecken vollständig abgebaut wurden, liegen sie an anderen Stellen immer noch und verwildern. Aus heutiger Sicht sei das ein Fehler gewesen, hieß es vom Verkehrsministerium.

Bei diesen Strecken ist die Reaktivierung bereits abgeschlossen oder im Gang:

  • Die Strecke zwischen Calw (gleichnamiger Landkreis) und Weil der Stadt (Landkreis Böblingen) (Hermann-Hesse-Bahn) ist bereits seit Januar 2026 in Betrieb.
  • Die Strecken zwischen Bernhausen (Landkreis Esslingen) und Neuhausen (Enzkreis) (hier wird die S2 auf der ehemaligen Filderbahn verlängert) sowie die Strecke zwischen Lauchringen und Weizen (beides Landkreis Waldshut) (Untere Wutachtalbahn) befinden sich bereits im Bau.

Diese Strecken sollen ebenfalls reaktiviert werden, befinden sich aber noch in der Planung:

  • zwischen Ebingen und Onstmettingen (beides Zollernalbkreis) (Talgangbahn)
  • zwischen Lauffen und Zaberfeld (beides Landkreis Heilbronn) (Zabergäubahn)
  • zwischen Waldenburg und Künzelsau (beides Hohenlohekreis) (Kochertalbahn)
  • zwischen Reutlingen und Engstingen (beides Landkreis Reutlingen) (Echaztalbahn)
  • zwischen Reutlingen und Nehren (Landkreis Tübingen) (Gomaringer Spange)
  • zwischen Ludwigsburg und Markgröningen (beides Landkreis Ludwigsburg) (Markgröninger Bahn)
  • zwischen Stockach (Landkreis Konstanz) und Meßkirch (Landkreis Sigmaringen) (erste Etappe der Ablachtalbahn)
  • zwischen Haltingen und Kandern (beides Landkreis Lörrach) (Kandertalbahn)
  • zwischen Neckarbischofsheim Nord (Rhein-Neckar-Kreis) und Bad Rappenau (Landkreis Heilbronn) (Krebsbachtalbahn)

 

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