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Edelmetallverband gibt Ausblick: Gold zieht wieder an, Silber gefragt

News Edelmetallverband gibt Ausblick: Gold zieht wieder an, Silber gefragt

Quelle: Uli Deck/dpa
dpa

Rechenzentren, Photovoltaik, Katalysatoren oder der «sichere Hafen» für Anleger: Gold, Silber und Platin sind begehrt. Trotzdem spürt die Branche auch negative Folgen des Weltgeschehens.

Die Edelmetallbranche in Deutschland blickt angesichts der weltpolitischen Lage, wieder steigender Nachfrage nach Gold und hohem Bedarf unter anderem an Silber positiv auf das laufende Jahr. «Die Unsicherheiten und globalen Spannungen nehmen ja nicht ab», sagte Thomas Weiß von der Fachvereinigung Edelmetalle in Pforzheim.

Wegen des Iran-Kriegs war der Goldpreis vor kurzem eingebrochen. «Das war eine Korrektur, die war lange fällig», sagte Weiß. Inzwischen steigt der Preis wieder. Gerade Zentralbanken in Schwellenländern kauften wieder zu, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Arbeitsausschusses Edelmetallwirtschaft.

 

Edelmetalle in Solaranlagen und Verbrenner-Autos

Silber sei wegen seiner Leitfähigkeit vor allem in der Industrie ein begehrter Rohstoff. Im Zuge der Digitalisierung und des Ausbaus Künstlicher Intelligenz werde das Edelmetall etwa für Rechenzentren und Mikrochips benötigt. In der Energiewende spiele es zum Beispiel bei Windrädern und Photovoltaikanlagen eine Rolle. Wenngleich hier aufgrund der stark gestiegenen Preise inzwischen der Einsatz von Silber reduziert oder an Alternativen etwa aus Kupfer gearbeitet werde, sagte der Vorsitzende des Arbeitsausschusses, Franz-Josef Kron.

Bei Platin und verwandten Edelmetallen sei die Nachfrage im Moment größer als ursprünglich mal erwartet, weil diese etwa für Katalysatoren gebraucht werden. Da die Produktion rein elektrisch betriebener Fahrzeuge nicht in dem einst prognostizierten Umfang zunehme, gebe es hier weiterhin Bedarf. Auf der anderen Seite gehe das Angebot aus Russland und Südafrika aus unterschiedlichen Gründen zurück, erklärte Kron.

 

Mehr Recycling gefordert

Um unabhängiger von globalen Entwicklungen wie aktuell wieder Störungen in Lieferketten zu werden, spricht sich der Verband für mehr Recycling von Edelmetallen aus. Altschmuck, Münzen und Barren aus Gold und Silber hätten Menschen angesichts der Preissteigerungen im vergangenen Jahr wieder aus den Schubladen geholt und zum Ankauf gebracht, sagte Weiß. «Und es sieht so aus, als ob noch einiges in privater Hand ist.»

Gerade bei Elektrogeräten könne man aber deutlich mehr tun, betonte York Tetzlaff, Geschäftsführer der Fachvereinigung. «Da müssen wir viel besser werden in Europa.» Nur ein Drittel der Geräte werde recycelt, viel Material verlasse die EU. Er räumte aber ein, Recycling allein decke die Nachfrage nicht.

 

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