News aus Baden-Württemberg
Ein Jahr elektronische Strafakte: Papier bleibt geduldig

News aus Baden-Württemberg Ein Jahr elektronische Strafakte: Papier bleibt geduldig

Quelle: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild
dpa

Die Justiz soll digitaler werden. Mit der elektronischen Strafakte wird in Ulm erprobt, was bundesweit ab 2026 gelten soll. Dort arbeiten Staatsanwälte und Kriminalbeamte seit einem Jahr mit der Software.

Berge von Papierakten und tagelange Kopierarbeit sollen in der Justiz ab 2026 der Vergangenheit angehören – und das bundesweit. Damit das klappt, erproben bei einem Pilotprojekt in Ulm Polizei, Staatsanwaltschaft und Amtsgericht die elektronische Strafakte. Das erste Jahr zeigt: Die Umstellung braucht noch Zeit.

Inzwischen seien mehr als 4300 Verfahren elektronisch bearbeitet worden, erklärt ein Sprecher des Justizministeriums. «Erste Verhandlungstage mit elektronischen Akten haben stattgefunden und richterliche Entscheidungen sind ergangen.» Rund 300 Beamtinnen und Beamte des Ulmer Polizeipräsidiums arbeiten demnach mit der elektronischen Akte. Bei der Staatsanwaltschaft arbeiten laut einem Sprecher drei von fünf Abteilungen damit.

Die Polizei legt die elektronische Akte an und sendet sie an die Staatsanwaltschaft. Übertragen werden die Daten durch das Landesverwaltungsnetz, das nicht ans Internet gekoppelt sei, schildert die Polizeisprecherin. Anschließend geht die Akte ans Amtsgericht.

Vorteile sind der Polizei zufolge kurze Wege, zeitnahe Rückmeldungen, leichtere Recherche innerhalb der Akte und weniger Papierverbrauch. Derzeit würden überwiegend Delikte wie Betrug, Diebstahl und Körperverletzungen mit der elektronischen Akte bearbeitet.

Eine Entlastung mache sich vor allem bei umfangreichen Verfahren bemerkbar, weil Kopierzeit gespart werde. Der Sprecher erinnert sich an ein Wirtschaftsverfahren mit mehr als 30 Aktenordnern – das Scannen habe rund einen Monat gedauert.

Bis die elektronische Akte problemlos angewendet werden könne, brauche es noch Anpassungen, sagen Polizei und Staatsanwaltschaft. Aber das sei ja der Sinn einer Pilotphase. Aufwendig werde aktuell jeder Fall durchgegangen, technische Fehler weitergegeben und Mitarbeitende im Umgang geschult.

Das Justizministerium bleibt zuversichtlich: «Aus technischer und fachlicher Sicht steht einer Einführung der eStrafakte an allen Strafgerichten und Staatsanwaltschaften in Baden-Württemberg bis Ende 2025 nichts entgegen.»

 

Weitere Nachrichten

Pandemie-Folgen: Tausende Teenager mit Angst und Panik

Tausende Teenagerinnen in Baden-Württemberg wachen nachts schweißgebadet auf, weil Panikattacken sie quälen. Denn die Pandemie hat Folgen – besonders bei jungen Mädchen zwischen 15 und 17 Jahren.

Autos auf Fußballplatz "Drifter" ruinieren Sportplätze - Vereine sind frustriert

Tiefe Furchen, teure Schäden: Mehrere Sportplätze sind nach Auto-Stunts von Unbekannten kaum noch zu bespielen. Vereine bangen um ihren Saisonstart – und die Kommunen fürchten hohe Reparaturkosten.

Tourismus im Land: So viele Menschen planen 2026 eine Urlaubsreise

Die Wirtschaft in Deutschland strauchelt, viele Jobs stehen auf dem Spiel. Die Reiselust in Deutschland ist dennoch ungebrochen. Ein großer Teil der Menschen will 2026 in den Urlaub fahren.

Diese Acts wollen für Deutschland beim ESC antreten

Von Balladen bis Italo-Pop: Im deutschen ESC-Finale treten Musikerinnen und Musiker aus ganz Deutschland an. Wer schafft den Sprung nach Wien?

EnBW setzt Windpark-Projekt in Irischer See nicht fort

Zu unberechenbar die Risiken und keine staatliche Förderung durch Großbritannien. Die EnBW kehrt einem Windpark-Großprojekt in der Irischen See den Rücken.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.