News
Fiskalerbschaften: So viele Millionen erbt das Land

News Fiskalerbschaften: So viele Millionen erbt das Land

Quelle: Daniel Karmann/dpa/Symbolbi
dpa

Wenn sich kein Erbe findet, springt der Staat ein: Gebäude, Autos, Hausrat gehen dann ans Land. Der Wert der Erbschaften ist auf einem Höchststand.

Das Land Baden-Württemberg hat im vergangenen Jahr so oft und so viel geerbt wie in den letzten zehn Jahren nicht. Insgesamt hat das Land von Bürgerinnen und Bürgern ohne Angehörige im Jahr 2025 insgesamt 13,5 Millionen Euro geerbt, wie das Finanzministerium der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Damit hat sich der Wert der Erbschaften – ohne Grundstücksveräußerungen – glatt verdoppelt, 2024 waren es noch 6,7 Millionen Euro. 2023 waren es lediglich 2,5 Millionen Euro.

Gründe für die deutliche Zunahme seien schwer zu benennen, heißt es aus dem Finanzministerium. Es lasse sich zumindest nicht an einem einzelnen, großen Erbe festmachen, sagte eine Sprecherin. «Ein Grund für die deutliche Zunahme liegt darin, dass vermehrt werthaltigere Nachlässe vererbt werden.» Experten gehen zudem davon aus, dass auch die demografische Entwicklung mit dem Anstieg zusammenhängt.

Wenn Erbschaften keinen Empfänger finden, fällt der Nachlass per Gesetz an den Staat. Man spricht von sogenannten Fiskalerbschaften. Die Höhe der Einnahmen schwankt stark über die Jahre.

Auch die Anzahl der Erbschaften für das Land nahm zuletzt immer weiter zu. Im vergangenen Jahr ist Baden-Württemberg insgesamt 1.080 Mal zum Erben geworden – ein neuer Höchststand. Im Vorjahr zählte das Ministerium 1.004 Erbschaften.

 

Auch Schmuck und Autos erbt das Land

Zum Fiskalerbe zählen nicht nur Immobilien, sondern oft auch bewegliche Güter wie Möbel, Schmuck oder Fahrzeuge sowie Versicherungen und Unternehmensbeteiligungen. Welche Vermögensarten dabei am häufigsten vorkommen, lasse sich wegen der großen Bandbreite an Einzelfällen nicht verlässlich bestimmen, teilte das Finanzministerium mit.

Wertpapiere, Edelmetalle und andere Vermögenswerte würden nach Übernahme der Erbschaft in der Regel zu marktüblichen Konditionen verkauft. Anders als private Erben kann der Staat ein Erbe nicht ausschlagen. «Die Immobilienverwertung gestaltet sich aufgrund teilweise komplizierter Eigentumsverhältnisse häufig schwieriger.»

 

Viel Arbeit für das Land

Für die öffentliche Hand sind Fiskalerbschaften zudem mit erheblichem Aufwand verbunden. Ein großer Teil der Nachlässe sei überschuldet, weshalb oft Nachlassinsolvenzverfahren eingeleitet werden müssten, so das Ministerium. «Deshalb sind Fiskalerbschaften meist auch mit einem hohen personellen und finanziellen Aufwand für die Verwaltung verbunden, der sich nicht im positiven Ergebnis ausdrückt.» Grundstücke und werthaltige Gegenstände müssen verwaltet und verkauft, Unternehmen abgewickelt und offene Forderungen beglichen werden.

 

Weitere Nachrichten

"House of Yang": Neue Mystery-Serie spielt im Schwarzwald

Zeitsprünge, Geheimnisse und starke Frauen: wie das Trauma einer Familie Generationen verbindet - und warum man in diesem Haus im Schwarzwald besser keine Türen schließt.

In Regionalbahn entdeckt: Drei Katzenbabys in Zug ausgesetzt

Reisende entdecken in einem Zug mehrere ausgesetzte Kätzchen. Wer sich jetzt um die drei Tiere kümmert.

Kürbis-Wettwiegen: Sieger kommt auf 986 Kilo

Riesenkürbisse, Super-Tomaten und Mega-Melonen: In Ludwigsburg messen sich die größten Kaliber aus Deutschlands Gemüsebeeten. Wer hat das dickste Gemüse?

Halbzeit auf dem Wasen: Großer Andrang, positive Bilanz

Besonders am Tag der Deutschen Einheit zog es zeitweise zu viele Besucher auf das Cannstatter Volksfest - die Polizei sperrt mehrere Zugänge. Was Feiernde in der zweiten Woche erwartet.

Kirschlorbeer-Plage an Waldrändern? Karlsruhe und andere Städte warnen

Giftig, relativ nutzlos für Insekten – und jetzt breitet sich Kirschlorbeer mancherorts auch noch an Waldrändern aus. Illegal abgekippte Gartenabfälle verschärfen das Problem.

Burek statt Brezel? Warum plötzlich überall Balkan-Bäckereien entstehen

Burek und Baklava sind längst nicht mehr nur Spezialitäten für Menschen vom Balkan. In deutschen Städten entstehen immer mehr Balkan-Bäckereien - machen sie dem deutschen Backhandwerk Konkurrenz?






















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.