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Haupternte beginnt: Zehn Fakten zum heimischen Apfel

Nachrichten Haupternte beginnt: Zehn Fakten zum heimischen Apfel

Quelle: Miriam Schönbach
dpa

Der Apfel bleibt das beliebteste Obst in Deutschland – am Bodensee wachsen besonders viele. Zehn runde Fakten um den fruchtigen Liebling.

Er landet in unzähligen Pausenbrotdosen und Kuchenformen: Der Apfel ist Deutschlands beliebtestes Obst. Rund um den Bodensee beginnt bald die Haupternte. Zehn Fakten zu der Frucht, die jetzt wieder Saison hat:

1. Warum der Bodensee ein Apfelparadies ist

Der Bodensee ist eines der bedeutendsten Apfelanbaugebiete Deutschlands. Dort wird laut dem Statistischen Landesamt Baden-Württemberg auf rund 9.000 Hektar Obst angebaut, davon etwa 6.500 Hektar Tafeläpfel für den Frischmarkt. Elstar und Gala gehören zu den wichtigen Sorten.

Der Bodensee bietet Apfelbäumen besonders günstige Bedingungen. Der See speichert im Sommer Wärme und gibt sie in der kalten Jahreszeit wieder ab, wie das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus erklärt. Dadurch sind die Bäume besser vor starken Frösten geschützt, vor allem im Frühjahr, wenn Frost während der Blüte gefährlich werden kann.

2. Elstar ist der Star

Elstar ist laut Bundeszentrum für Landwirtschaft in Deutschland die am stärksten angebaute Apfelsorte. Dahinter folgten Gala und Jonagold. Es werden aber auch viele weitere Sorten angebaut. Dazu gehören etwa Braeburn, Pinova, Topaz und Jonaprince. Einige haben in den vergangenen Jahren deutlich an Fläche gewonnen, andere verloren.

3. So viele Äpfel werden gegessen

Pro Kopf werden hierzulande im Schnitt mehr als 20 Kilogramm Äpfel im Jahr verbraucht. Bei einem durchschnittlichen Apfel von 150 Gramm entspricht das also ungefähr 133 Äpfeln pro Jahr – oder rund 2,5 Äpfeln pro Woche. Etwa die Hälfte der Äpfel kommt aus heimischem Anbau. Dafür wurden 2025 auf knapp 33.000 Hektar Äpfel angebaut. Der Rest wird aus dem Ausland importiert. Zu den größten Erzeugern gehören Polen und Italien.

4. Nicht jeder Apfel landet im Supermarkt

Nicht alle Äpfel werden als Tafelobst verkauft. 2025 wurde knapp 75 Prozent der Apfelernte als Tafelobst verwendet, knapp 25 Prozent gingen als Industrie- oder Verwertungsobst beispielsweise in die Verarbeitung. Ein kleiner Teil wurde nicht vermarktet.

5. Der Apfel dominiert den Anbau

Äpfel sind mit großem Abstand die wichtigste Baumobstart. Auf 70 Prozent der gesamten Baumobstanbaufläche in Deutschland wachsen die Früchte.

6. Die Haupternte beginnt bald

Nach Einschätzung des Präsidenten des Landesverbands Erwerbsobstbau (LVEO), Hubert Bernhard, rechnen die Obstbauern in der Region mit rund 20 Prozent weniger Äpfeln als im Vorjahr. Dafür seien die Früchte besonders süß.

Vor allem die Trockenheit habe den Bäumen zugesetzt, so Bernhard weiter. Wo eine Bewässerung nicht möglich gewesen sei, hätten frühe Sorten wie Elstar und Gala gelitten. Sie würden etwas kleiner ausfallen als in den vergangenen Jahren. Bei späteren Sorten wie Jonagold hoffen die Obstbauern noch auf einen Wachstumsschub durch den Regen, der jetzt gefallen ist. Insgesamt erwartet Bernhard eine gute Qualität. «Die Äpfel sind so süß und aromatisch wie noch nie», sagte er.

7. Ist ein regionaler Apfel automatisch klimafreundlicher?

Ein heimischer Apfel kann beim Klimaschutz punkten – vor allem, wenn er regional und zur Saison gegessen wird. Das Umweltbundesamt weist allerdings darauf hin, dass die Klimabilanz von Lebensmitteln nicht allein vom Herkunftsort abhängt. Produktion, Transport, Lagerung und Saison spielen ebenfalls eine Rolle. Ein regionaler Apfel aus energieintensiver Lagerung kann deshalb anders abschneiden als ein frisch geernteter Apfel.

8. So gesund sind Äpfel

Äpfel gelten als gesund, weil sie Ballaststoffe, Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe liefern. Das Bundeszentrum für Ernährung hebt dabei besonders das Pektin hervor, einen Ballaststoff, der gut für die Verdauung ist und lange sättigt; zudem sitzen viele Vitamine in oder direkt unter der Schale. Wer Äpfel gut gewaschen mit Schale isst, nutzt daher einen großen Teil der wertgebenden Inhaltsstoffe mit.

9. Äpfel sollten kühl gelagert werden

Wer Äpfel nicht schnell verbraucht, lagert sie am besten an einem kühlen Ort, etwa im Kühlschrank oder in einem kalten Vorratsraum. Wer sie im Keller aufbewahrt, sollte die Äpfel einzeln und mit etwas Abstand lagern. So lassen sich Druckstellen und Fäulnis vermeiden. Außerdem gehören Äpfel nicht neben anderes Obst oder Gemüse: Sie können das Reifegas Ethen abgeben, das den Reifeprozess anderer Früchte und Gemüsesorten beschleunigt.

10. Europa entscheidet über den Preis

Wie viel Verbraucher für die Äpfel bezahlen müssen, lässt sich aus der Ernteschätzung nicht ableiten. Der Preis hänge nicht allein von der Erntemenge in Baden-Württemberg ab, sondern vor allem vom Angebot auf dem europäischen Markt, so Bernhard. Polen und Italien spielten dabei eine wichtige Rolle.

Für die Erzeuger sei die Situation schwierig. Als Erzeugerpreis nannte Bernhard Größenordnungen von 21 bis 25 Cent pro Kilogramm im vergangenen Jahr. In diesem Jahr müssen die Landwirte besser wegkommen. Ob dann auch Verbraucher im Laden mehr zahlen müssen, sei noch nicht absehbar. Sollte es einen Anstieg geben, würde der aber eher moderat ausfallen.

 

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