Nachrichten
Jahresbilanz: „Beispiellose Ausbreitung“ – Sommerhitze nutzt der Tigermücke

Nachrichten Jahresbilanz: „Beispiellose Ausbreitung“ – Sommerhitze nutzt der Tigermücke

Quelle: Ennio Leanza/KEYSTONE/dpa
dpa

Während heimische Plagegeister dieses Jahr kaum eine Chance hatten, eroberte ein früherer Exot so viele Kommunen im Südwesten wie nie zuvor. Was tun gegen den kleinen Blutsauger?

Der extrem trockene Sommer hat den Menschen am Oberrhein eine ungewöhnlich ruhige Saison fast ohne heimische Stechmücken beschert. Jedoch habe die Asiatische Tigermücke die Hitze für eine beispiellose Ausbreitung in der Region genutzt, teilte die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) in ihrer Bilanz mit. In der Kabs arbeiten Kommunen aus Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen.

«Was die Belästigung durch heimische Auwaldstechmücken anbelangt, hatten Menschen der Oberrheinregion ein sehr ruhiges Jahr», sagte eine Kabs-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Die Trockenheit habe zu Rekordwerten an Niedrigwasserständen gesorgt. «Selbst jetzt im November hat sich der Oberrhein noch nicht erholt. Möglicherweise werden die Folgen bis zur nächsten Stechmückensaison spürbare Auswirkungen haben – die Brutstätten der Sumpfwaldstechmücken werden insbesondere vom Grundwasserspiegel in Bruchwäldern beeinflusst.»

 

«Von Meldungen regelrecht überschwemmt»

Anders sehe es für die Tigermücke aus. «Sie profitierte massiv von den heißen Sommertemperaturen, dem frühen Beginn der Sommertage und der langen Wärme bis in den späten September hinein», erklärte die Sprecherin. Der ehemalige Exot brüte im Siedlungsraum und finde sogar bei größter Trockenheit noch kleine Restmengen Wasser. «Unterirdische Wasseransammlungen oder durch künstliche Bewässerung gefüllte Gefäße gaben ihr auch bei wochenlang fehlendem Regen ausreichend Brutmöglichkeiten.»

Ab August seien die Stechmückenjäger mit Sitz in Speyer «von Tigermückenmeldungen regelrecht überschwemmt» worden, schilderte die Sprecherin. «Die Tigermücke war dieses Jahr für viele Menschen der Oberrheinregion ein enormes Problem. Die Nachweise, insbesondere in urbanen Ballungsräumen und Großstädten, nahmen massiv zu.»

 

So viele wie nie zuvor, so früh wie nie zuvor

Aus 62 Kommunen im Südwesten habe es in diesem Jahr Erstfunde gegeben. «So viele wie nie zuvor. Der Rekord lag bisher bei 58 in 2023, im vergangenen Jahr waren es nur 35 neue. Aus offiziell 272 Kommunen liegen nun Nachweise vor. Berechnungen zufolge konnte dieses Jahr eine sechste Tigermücken-Generation in der zweiten Septemberhälfte ausfliegen – so früh wie nie zuvor.»

Tigermückenweibchen könnten bis zu sechs Wochen leben. «Bis in den November hinein wird es also noch einzelne Exemplare geben. Dieses Jahr wird jedoch eine große Menge Eier überwintern», sagte die Sprecherin. Sie appellierte, Wassergefäßen im Außengelände gewissenhaft zu reinigen. «So können wir aktiv gegensteuern.» Die tagaktive Tigermücke gilt als potenzieller Krankheitsüberträger und im Stechverhalten als sehr aggressiv.

 

Wie die Experten arbeiten

Die Arbeit der Kabs – einem als gemeinnützig anerkannten Verein – ist aufwendig: Am Boden schlagen sich die Experten durch dichtes Unterholz, viele Brutstätten werden aus der Luft behandelt. Von einem Helikopter aus verteilt die Kabs dann den Wirkstoff Bti gegen Larven.

 

Weitere Nachrichten

Fake-Kryptowährung: Durchsuchung auch in Karlsruhe - Ermittler pfänden Ferrari

Ein Ferrari, Datenträger und zahlreiche Beweismittel: Zwei Männer sollen mit einer Fake-Kryptowährung mehrere hunderttausend Euro eingenommen haben.

Ausgebüxt in Richtung Rennbahn - Polizei muss Rinder einfangen

Rund zehn ausgebüxte Rinder haben am frühen Sonntagmorgen in Iffezheim (Kreis Rastatt) einen Polizeieinsatz ausgelöst. Die Tiere waren gegen 7.00 Uhr auf einer Straße in Richtung der bekannten Galopprennbahn Iffezheim unterwegs, wie die Polizei mitteilte.

Forschungsprojekt: Spürhunde sollen Borkenkäfer in Wäldern erschnuppern

Borkenkäfer sind für Förster oft erst spät zu erkennen. In Baden-Württemberg sollen speziell trainierte Hunde verdächtige Bäume aufspüren – wie zuverlässig sind sie?

Erstmals seit 200 Jahren: Was der neue Luchsnachwuchs für Baden-Württemberg bedeutet

Erstmals seit 200 Jahren gibt es Luchsnachwuchs im Südwesten. In den vergangenen Monaten wurden vier Junge bei drei Weibchen nachgewiesen. Ein Fund im Südschwarzwald könnte auf Zuwanderung hindeuten.

Umzug nach Tschechien: Darum hat Eisbär Mika den Zoo Karlsruhe verlassen

Er war der Star im Karlsruher Zoo – jetzt ist Eisbär Mika in Brno: Sein Umzug weckt Erinnerungen. An eine schwere Geburt, einen zotteligen Publikumsliebling und große Geburtstagstorten.

Drogen am Karlsruher Flughafen: Haschisch statt Käse - Zollhund findet Drogen in Brötchen

Ein Drogenspürhund des Zolls am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden schlägt bei einem Passagier an. Die vermeintliche Reiseverpflegung des Mannes hat strafrechtliche Konsequenzen.

 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 

Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.