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KIT weiterhin exzellent: Uni Freiburg kehrt in Spitzengruppe zurück

Nachrichten KIT weiterhin exzellent: Uni Freiburg kehrt in Spitzengruppe zurück

Quelle: Philipp von Ditfurth/dpa
dpa

Im zweiten Anlauf schafft Freiburg den Sprung zurück in die Gruppe der Exzellenzuniversitäten. Mit dem Status kommen gleich mehrere Vorteile.

Der Universität Freiburg ist ein großes Comeback gelungen: Ab dem kommenden Jahr trägt sie offiziell wieder den Titel der Exzellenzuniversität. Sie setzte sich gemeinsam mit vier weiteren Unis und Hochschulverbünden in einem Feld von insgesamt elf Kandidaten durch, wie die Exzellenzkommission von Bund und Ländern mitteilte. Der Titel bringt der Hochschule unter anderem über Jahre hinweg Fördergelder in Millionenhöhe, die größtenteils der Bund trägt.

Für Freiburg schließt sich damit ein fast 20 Jahre alter Kreis: Schon 2007 gehörte die Universität zu den Eliteunis, büßte diesen Status aber 2012 wieder ein. Ein Versuch, ihn zurückzugewinnen, scheiterte 2019. Erst der jüngste Antrag bringt nun den erhofften Erfolg.

«Das ist eine großartige Nachricht und das Ergebnis harter Arbeit und einer herausragenden Teamleistung», sagte Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) laut Mitteilung. «Doch die wissenschaftliche Stärke Baden-Württembergs reicht weit über unsere vier Exzellenzuniversitäten hinaus.» An den Hochschulen im ganzen Land arbeiteten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit großer Leidenschaft an Fragen, die für die Zukunft entscheidend seien.

 

Baden-Württemberg bleibt an der Spitze

Vor der Entscheidung war Baden-Württemberg alleiniger Spitzenreiter, was die Zahl an Exzellenzstandorten angeht. Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sowie die Unis Heidelberg, Tübingen und Konstanz zählen zu den zehn Standorten, die bundesweit bereits als exzellent eingestuft waren. Jetzt teilt sich der Südwesten den ersten Platz mit Nordrhein-Westfalen, das gleich zwei Titel abräumte und damit ebenfalls bei vier Exzellenzstandorten liegt.

Wissenschaftsministerin Petra Olschowski bezeichnete es dennoch als besonders bemerkenswert, dass Baden-Württemberg weiterhin mit vier Einzelunis vertreten sei. «Das ist ein Beleg wissenschaftlicher Spitzenleistung und unterstreicht die außergewöhnliche Stärke unseres Forschungs- und Wissenschaftsstandorts», sagte die Grünen-Politikerin laut Mitteilung. «Wir werden uns auf diesem Erfolg aber nicht ausruhen, sondern ihn zum Ansporn nehmen unsere Stärken und Profile noch weiter auszubauen.»

Für Konstanz endet die Förderung 2027, weil die Hochschule die Voraussetzungen nicht mehr erfüllte. Heidelberg, Tübingen und das KIT hatten ihren Status dagegen im März bereits bis mindestens 2033 verlängert bekommen. Mit Freiburgs Erfolg gleicht das Land den Verlust aus und bleibt bei vier geförderten Standorten.

Die maximal fünf bundesweit zu vergebenen Titel gingen neben Freiburg an die Unis Jena und Köln sowie die Hochschulverbünde Rhein-Main-Unis (Darmstadt/Frankfurt/Mainz) und Ruhr-Innovation-Lab (Bochum/Dortmund). Insgesamt traten sieben Einzeluniversitäten und vier Hochschulverbünde an.

 

Zwei Forschungsprojekte als Fundament

Ihre Bewerbung stützte die Uni Freiburg auf zwei disziplinübergreifende Forschungsprojekte, sogenannte Exzellenzcluster. Unter dem Namen «CIBSS – Centre for Integrative Biological Signalling Studies» wird untersucht, wie Zellen miteinander kommunizieren – mit dem Ziel, neue Behandlungsansätze etwa gegen Krebs und Infektionskrankheiten zu entwickeln.

Das zweite Projekt «Future Forests» widmet sich der Frage, wie Wälder dem Klimawandel standhalten können. Beide Cluster zusammen bildeten die Grundlage für den Antrag mit dem Titel «Sparking Change That Matters». Wer sich als einzelne Hochschule um den Exzellenzstatus bewerben möchte, benötigt mindestens zwei solcher Cluster, Verbünde aus mehreren Universitäten mindestens drei.

 

Prestige und viel Geld

Neben dem bundesweiten Prestige bedeutet der Titel nicht nur zusätzliche finanzielle Mittel – sondern auch eine international sichtbare Auszeichnung, die nach Angaben der Uni Freiburg helfen soll, Spitzenforscher anzuziehen und die eigene Position im globalen Wissenschaftswettbewerb zu stärken.

Finanziell bedeutet der Status für die nächsten sieben Jahre nach Angaben der Landesregierung für einzelne Universitäten 10 bis 15 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr – für Verbünde zwischen 15 und 28 Millionen Euro.

 

Förderung läuft mindestens sieben Jahre

Über die Exzellenzförderung entscheidet die sogenannte Exzellenzkommission. Diese besteht zum einen aus einem Expertenkomitee mit 39 Vertreterinnen und Vertretern aus der Wissenschaft. Zum anderen sind die Wissenschaftsminister von Bund und Ländern Mitglieder des Gremiums. Den Vorsitz haben die Präsidentin der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Vorsitzende des Wissenschaftsrats, jedoch ohne Stimmrecht.

Die neue Förderperiode beginnt zum 1. Januar 2027 und läuft über sieben Jahre. Danach müssen sich alle geförderten Standorte erneut einer wissenschaftlichen Prüfung stellen – verbunden mit der Erwartung, dass sie ihre Spitzenposition in Forschung, Lehre und Wissenstransfer weiter ausbauen.

 

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