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Laut Verband: Mehr Ausbildungsverträge im Handwerk abgeschlossen

News Laut Verband: Mehr Ausbildungsverträge im Handwerk abgeschlossen

Quelle: Jens Wolf/dpa
dpa

Für Tausende junge Menschen beginnt in diesen Tagen ein neuer Abschnitt: das erste Ausbildungsjahr. Insbesondere die Zahl der Azubis im Handwerk steigt. Doch das ist nicht in allen Branchen so.

Im baden-württembergischen Handwerk sind zu Beginn des Ausbildungsjahres erneut mehr Lehrverträge abgeschlossen worden. Mit 17.342 neuen Verträgen verzeichne man ein Plus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr, teilte der Verband Handwerk BW mit. Auf einem Arbeitsmarkt, der sich durch Künstliche Intelligenz tiefgreifend verändere und auf dem selbst viele bislang als sicher geltende akademische Berufe unter Druck gerieten, gewinne das Handwerk wieder an Attraktivität.

Handwerkspräsident Rainer Reichhold wertete die Entwicklung als positives Signal für die Betriebe und die Fachkräftesicherung: «Dieser Rückenwind kommt zur richtigen Zeit. Hinter jedem neuen Ausbildungsvertrag steht ein junger Mensch, der sich bewusst für einen Beruf mit Zukunft entscheidet». Die Zahl der Neuverträge zieht bereits seit mehreren Jahren an.

Trotz des jüngsten Zuwachses sind den Angaben nach aber weiterhin viele Ausbildungsplätze unbesetzt. Der Ausbildungsmarkt bleibe auch nach dem 1. September in Bewegung. In den kommenden Wochen könnten noch weitere Verträge geschlossen werden. Auch ein späterer Einstieg sei möglich, hieß es.

Ausbildungsmarkt insgesamt unter Druck

Die Entwicklung im Handwerk steht allerdings einem insgesamt schwächeren Ausbildungsmarkt gegenüber. In Industrie und Handel wurden bis Ende August vorläufigen Zahlen zufolge 31.413 neue Verträge registriert – und damit neun Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Zugleich waren landesweit noch rund 17.500 Ausbildungsstellen unbesetzt. Der Vizepräsident des Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertags, Claus Paal, sah darin ein Warnsignal: «Der demografische Wandel macht keine Konjunkturpause.» Wenn weniger junge Menschen ausgebildet würden, fehlten der Wirtschaft bald diese Fachkräfte.

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes starteten 2025 rund 65.900 neue Ausbildungsverhältnisse im Land, davon rund 36.900 in Industrie und Handel sowie rund 18.700 im Handwerk. 78 Prozent begannen im September. Insgesamt waren es Ende 2025 rund 172.300 Auszubildende über alle Berufe und Ausbildungsjahre hinweg, Ende 2016 waren es noch rund 189.900. Ein Hauptgrund dafür ist laut Fachleuten der Rückgang der Geburtenzahlen.

 

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