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Neuer Fahrplan in Baden-Württemberg soll mehr Züge & engere Takte bringen

News aus Baden-Württemberg Neuer Fahrplan in Baden-Württemberg soll mehr Züge & engere Takte bringen

Quelle: Tom Weller/dpa/Symbolbild
dpa

Ein neuer Fahrplan hat immer auch etwas von einer frühweihnachtlichen Bescherung: Verpackt wie ein Geschenk, werden die Änderungen zum 11. Dezember einige erfreuen, andere überraschen, der eine oder andere wird enttäuscht sein. Vor allem im Osten ändert sich vieles.

Es werden neue Züge unterwegs sein, einige davon auf neuen Strecken, die Takte sollen dichter werden und Elektrozüge ersetzen zunehmend die Diesel-Variante: Mit dem neuen Fahrplan soll sich zum 11. Dezember vieles im regionalen Schienenverkehr in Baden-Württemberg ändern, verspricht das Verkehrsministerium. «Es kommt zu einem Zuwachs von rund 4,16 Millionen Zugkilometern», sagte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) am Freitag. Insgesamt legen Züge in Baden-Württembergs Schienennetz dann nach Landesangaben 94,92 Millionen Kilometer zurück – das sind mehr als 123 Fahrten zum Mond und zurück.

Die größte Neuerung: Mit dem Fahrplanwechsel geht die Neubaustrecke von Wendlingen nach Ulm in Betrieb. Sie soll einige der Versprechungen rund um das milliardenschwere Bahnprojekt Stuttgart-Ulm einlösen. Das Angebot der sogenannten Metropolexpresse (MEX) rund um Stuttgart wird zudem vervollständigt und das Angebot auf der Regio-S-Bahn Donau-Iller rund um Ulm ausgeweitet. Zwischen Heilbronn, dem Kraichgau, Karlsruhe und dem Murgtal verkehren künftig schnelle Regionalexpresse der DB Regio mit neuen Zügen und kürzeren Fahrzeiten. Und im Pendlerverkehr zwischen Karlsruhe und Stuttgart sollen Taktlücken geschlossen werden.

Einige der Änderungen im Einzelnen:

NEUBAUSTRECKE – Mit dem rund 60 Kilometer langen Baustein des Bahnprojekts Stuttgart-Ulm soll sich die Reisezeit zwischen Stuttgart und Ulm um rund eine Viertelstunde verkürzen. Gleichzeitig wächst das tägliche Angebot im Fernverkehr laut Bahn zwischen Stuttgart und München um rund 20 auf 90 Fahrten. Im Regionalverkehr wird der Bahnhof in Merklingen/Schwäbische Alb angeschlossen, der über die neue Linie IRE 200 stündlich zwischen Wendlingen und Ulm bedient wird. Der Wermutstropfen des sogenannten Vorlaufbetriebs: Die Trasse deckt nur einen Teil der geplanten Strecke zwischen Stuttgart und Ulm ab. Je nach Fahrtrichtung wird vor oder hinter Wendlingen erst mal noch oder wieder gebremst. Denn wegen der hohen Streckenbelastung zwischen Wendlingen, Plochingen und Stuttgart können die Regionalzüge laut Bahn nicht direkt nach Stuttgart geleitet werden. In Wendlingen heißt es «Umsteigen» im Regionalverkehr und weiter mit der Neckar-Alb-Bahn.

METROPOL-EXPRESSZÜGE – Mit neuen Metropolexpress-Verbindungen (MEX) soll auch die Zahl der Fahrten steigen und der Takt von Pforzheim Hbf, Heilbronn Hbf und Tübingen Hbf nach Stuttgart Hbf enger werden. Nahezu alle bisherigen Regionalbahn-/Regionalexpress-Verbindungen, die in Landeshauptstadt führen, verkehren künftig als MEX.

RUND UM KARLSRUHE – Zwischen Heilbronn, dem Kraichgau, Karlsruhe und dem Murgtal wird vieles im Regionalverkehr neu geordnet. Die DB Regio fährt künftig schnelle Regionalexpresse, die AVG kümmert sich um die S-Bahnen. Neben neuen Anschlüssen in Heilbronn und Karlsruhe werden bei vielen Verbindungen Fahrzeitgewinne von bis zu 20 Minuten zugesagt. Richtung Stuttgart sollen die Taktlücken beim IRE 1 aus Karlsruhe am Wochenende geschlossen werden, so dass nun mit wenigen Ausnahmen alle Züge täglich verkehren. «Somit ergibt sich gemeinsam mit dem zweistündlich verkehrenden IC ein 30 Minuten-Takt», heißt es beim Land.

RHEINEBENE – Die Zahl der Fahrten zwischen Menzingen, Odenheim und Bruchsal soll stark steigen, künftig fahren täglich mindestens zwei Bahnen pro Stunde auf jeder Strecke. Im abendlichen Berufsverkehr wird eine neue Regionalbahn von Weinheim nach Mannheim angeboten. Zudem geht der neue Haltepunkt Schwetzingen-Hirschacker in Betrieb.

DONAU-ILLER – Im Gebiet der Regio S-Bahn Donau-Iller ist nach Angaben von Land und Bahn ebenfalls mehr auf der Schiene unterwegs. Unter anderem wird der Halbstundentakt zwischen Ulm und Herrlingen (Linie RS 3) sowie zwischen Ulm und Biberach (RS 2 und RS 21) eingeführt und der Nachtverkehr auf der Südbahn ausgebaut. Der letzte Zug nach Friedrichshafen startet erst nach Mitternacht in Ulm und erreicht Friedrichshafen um 1.16 Uhr.

 

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