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Orakel im Einsatz: Stinktiere, Papagei und Bakterien tippen auf WM-Spiele

News Orakel im Einsatz: Stinktiere, Papagei und Bakterien tippen auf WM-Spiele

Quelle: Foto: Rene Priebe/dpa

Stinktiere, Papagei und Darmbakterien: Im Südwesten orakeln Tiere und sogar Mikroben die Ergebnisse der deutschen WM-Spiele. Beim ersten waren sie sehr treffsicher – wie wird es diesmal sein?

Der eine erwählt eine einzelne Walnuss, die anderen entscheiden sich für einen bestimmten Futternapf, einen Eimer oder belagern einen Strafraum – tierische Orakel oder auch Bakterienkulturen sagen in Baden-Württemberg höchst fachkundig die Ergebnisse der WM-Fußballspiele mit deutscher Beteiligung voraus.

Den Job übernehmen derzeit im Südwesten zum Beispiel zwei Stinktiere, ein Papagei, eine Pinguin-Bande, ein Kamerunschaf und ganz viele Darmbakterien. Das nächste Spiel steht an diesem Samstag gegen die Mannschaft der Elfenbeinküste an. Und so wird orakelt:

 

Die Pinguin-Gang

Genau 29 Pinguine watscheln im Luisenpark in Mannheim in ihrer Anlage nach und nach in Richtung zweier mit Flaggen beschrifteter Metalleimer. Darin leckere Heringe, auf die sich die an Land sehr drollig wirkenden Tiere zubewegten. Für das Orakel zum Spiel Deutschland-Elfenbeinküste war der Andrang zwar erstmal durchwachsen und nicht ganz einem Eimer zuzuordnen.

Dann aber war ganz eindeutig das schwarz-rot-gold gekennzeichnete Behältnis zuerst leer, erzählt die Leiterin der zoologischen Abteilung. Sieger laut den schwarz-weißen Genossen also: Deutschland! Mal sehen, ob sie richtig liegen.

 

Nobby und die Nuss

Papagei Nobby vom Karlsruher Zoo fliegt auf einen dicken Ast, auf dem in zwei einige Zentimeter auseinanderliegenden Vertiefungen jeweils eine Walnuss liegt. Unter der einen ist die deutsche Flagge und unter der anderen die des Gegners angebracht. Für das Vorrundenspiel Deutschland-Curaçao am vergangenen Samstag schnappte sich der Hyazinth-Ara die deutsche Nuss und lag damit schon mal richtig.

Für das kommende Spiel ließ er sich zwischen den Walnuss-Nestern nieder, schaute einmal in Ruhe nach beiden Seiten und – knusperte dann die Nuss Elfenbeinküste. Zoodirektor Matthias Reinschmidt nahm es mit Humor. «Nobby ist eben Analyst und kein Fan», sagte er. Da muss Deutschland sich wohl anstrengen, um das Nobby-Nuss-Orakel Lügen zu strafen.

 

| Quelle: Foto: Timo Deible/Zoo Karlsruhe/dpa

 

Stinktiere Yves und Prada

Den Stinktieren Yves und Prada werden fürs Orakeln mit der jeweiligen Flagge beschriftete Futternäpfe in ihr Gehege im Zoo Heidelberg gestellt. Die beiden sinnigerweise nach Parfüms benannten Weibchen tippten vergangene Woche ebenfalls korrekt. Zwar mampfte Prada zunächst zielstrebig im Curaçao-Napf und Yves im Deutschland-Napf, dann aber hatten beide Weibchen die Nase tief im mit Leckerbissen gefüllten Deutschland-Gefäß.

Läuft es beim zweiten Vorrundenspiel auch so gut für uns? Laut den Skunks: Ja! Erst war zwar der Elfenbeinküste-Napf gefragt, dann aber konzentrierten sich die beiden ausgiebig auf den mit der deutschen Flagge. Klare Sache, oder?

 

| Quelle: Foto: Zoo Heidelberg/dpa

 

Darmbakterien mit WM-Charme

Die Hochschule Furtwangen hat sich was ganz Besonderes ausgedacht: Darmbakterien werden dort für die Vorhersage der Spielergebnisse in eine Petrischale mit einem speziellen Nährmedium gegeben und gleichmäßig verteilt. Nach ein bis zwei Tagen im Brutschrank bilden sie sichtbare Kolonien.

Unter dem durchsichtigen Schalenboden wird die Grafik eines Fußballfelds angebracht, mit Toren in beiden Landesfarben. Nach der Logik des Orakels fallen dort mehr Tore, wo sich im Torraum nach zwei bis drei Tagen Brutzeit mehr Kolonien entwickelt haben. Die meisten Kolonien waren laut einem Hochschul-Sprecher im Strafraum der Elfenbeinküste und damit ist ein deutscher Sieg vorhergesagt. Schon beim Spiel gegen Curaçao lagen die Mikroben übrigens richtig. Kann nichts mehr schiefgehen.

 

| Quelle: Foto: Hochschule Furtwangen/dpa

 

Das Mäh-Orakel

Kamerunschaf Zimba vom Tiergehege Mundenhof in Freiburg wählt ebenfalls aus zwei Futternäpfen, die mit Flaggen gekennzeichnet sind – konnte sich aber für das bevorstehende Spiel am Samstag nicht recht entscheiden. Stattdessen wechselte es nach Angaben des Mundenhofes zwischen den Fressnäpfen hin und her: Unentschieden! Wäre immer noch besser als eine Niederlage.

 

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