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Rechtsanspruch ab Herbst: Nachmittags in den Hort? Im Land fehlen 22.400 Plätze

News Rechtsanspruch ab Herbst: Nachmittags in den Hort? Im Land fehlen 22.400 Plätze

Quelle: Uwe Anspach/dpa
dpa

Ab dem kommenden Schuljahr haben Erstklässler einen Anspruch auf Ganztagsbetreuung. Vier Jahre später dann alle Grundschüler. Eine Berechnung zeigt: Der Südwesten hat noch Nachholbedarf.

Ein halbes Jahr vor Beginn des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung für Grundschüler fehlen in Baden-Württemberg einer Berechnung zufolge Zehntausende Plätze. Wie das Institut der Deutschen Wirtschaft ermittelte, müssen bis 2029 mindestens 22.400 weitere Plätze in der Ganztagsbetreuung eingerichtet werden, um die voraussichtlichen Bedarfe der Eltern zu decken. Größer ist der Ausbaubedarf nur in Nordrhein-Westfalen und Bayern.

Für die Berechnungen hat das IW die 2024 von Eltern geäußerten Betreuungswünsche mit der bisherigen Ganztagsquote verglichen. Demnach gaben im Südwesten 56 Prozent der Eltern an, dass sie gerne einen Platz für ihr Kind hätten. Bislang werden laut IW im Südwesten 49 Prozent der Kinder ganztags betreut.

In der Studie haben die Experten auch ausgerechnet, wie viele weitere Plätze nötig wären, wenn der Wunsch nach Ganztagsbetreuung bei den Eltern ansteigen sollte. Sollen am Ende drei von vier Kindern auch nachmittags in der Schule bei Hausaufgaben, Spiel oder Sport umsorgt werden sollen, fehlen im Südwesten demnach rund 105.000 Plätze.

Rechtsanspruch greift ab 2029/2030 für alle Grundschüler

Die Studie «Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder» liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Hintergrund ist der 2021 beschlossene bundesweite Rechtsanspruch auf mindestens acht Stunden Betreuung für Jungen und Mädchen in den ersten vier Schuljahren. Ab dem neuen Schuljahr gilt er zunächst für Erstklässler und wird dann bis zum Schuljahr 2029/2030 schrittweise ausgeweitet.

Städte und Gemeinden warnen schon länger davor, dass zum Start des Rechtsanspruchs nicht genügend Plätze im Südwesten zur Verfügung stehen könnten. Sie verweisen auf Finanzprobleme und zu wenige Fachkräfte. Die Landesregierung hatte deswegen bei den letzten Haushaltsberatungen auch mehr Geld für den Ausbau der Ganztagsbetreuung bereitgestellt.

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