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Kontrollen in der Region Karlsruhe: Rund 300 Ochsenfrösche in Ötigheim geschossen

Nachrichten Kontrollen in der Region Karlsruhe: Rund 300 Ochsenfrösche in Ötigheim geschossen

Quelle: Uli Deck/dpa
dpa

Invasive Ochsenfrösche besiedeln Gewässer in Baden und bedrohen die hiesige Fauna. Jahr für Jahr ziehen Häscher los, fangen Kaulquappen ein und erlegen ausgewachsene Tiere. Die Zahlen schwanken.

Rund 300 Ochsenfrösche sind im vergangenen Jahr in der Region um Karlsruhe geschossen worden, knapp halb so viele wie 2023. «Die Zahlen sind immer sehr stark von den herrschenden Witterungsverhältnissen und den personellen Kapazitäten abhängig», erklärte eine Sprecherin des Regierungspräsidiums Karlsruhe, das die Maßnahme in Auftrag gibt.

Zudem werden Kaulquappen der invasiven Art entnommen. Auch in diesem Jahr würden die Tiere in der etablierten Form bekämpft, teilte die Sprecherin mit.

25 Zentimeter groß

Hintergrund ist, dass die eingewanderte Art heimische Lebewesen bedroht. Der Nordamerikanische Ochsenfrosch (Lithobates catesbeianus) frisst im Grunde alles, was ihm vor das Maul kommt: andere Frösche, Fische und auch kleine Vögel. «Er gilt am Oberrhein als gebietsfremde Art und vermehrt sich rasant», heißt es in einem Flyer des Regierungspräsidiums.

Natürliche Feinde wie in seiner Heimat Krokodile, Alligatoren und Schlangen fehlen hierzulande. So kann er sich ungehindert ausbreiten.

Die Tiere werden den Angaben zufolge bis zu 25 Zentimeter groß und sind damit deutlich größer als heimische Frösche. Das geht schon im frühen Stadium los: Die Kaulquappen wachsen auf bis zu 15 Zentimeter an.

Ein Weibchen produziert den Angaben nach bis zu 50.000 Eier beim Ablaichen. Daher vermehren sich die Tiere explosionsartig.

Drei Jahre bis zum Landgang

«Anders als die heimischen Amphibien heftet der Ochsenfrosch seinen Laich nicht an Wasserpflanzen an, sondern gibt diesen ins Freiwasser ab, sodass sich der Laich augenblicklich „zerfranst“, in alle Richtungen verteilt wird und daher in den großen Baggerseen nicht mehr zu detektieren ist», hatte das Umweltministerium einst in einer Antwort auf eine Anfrage der AfD erläutert.

Die Entwicklung der Kaulquappen könne in hiesigen Breiten bis zu drei Jahre andauern, heißt es darin. In dieser Zeit verblieben sie bis zum Landgang im Wasser – und überwinterten somit auch in den Gewässern.

Verschleppung nach Ötigheim durch Menschen

Fachleute gehen davon aus, dass die Ochsenfrösche in den 1990er Jahren in Baden-Württemberg ausgesetzt wurden. Die Verbreitung beschränkt sich laut Regierungspräsidium im Grunde auf die Kommunen Eggenstein-Leopoldshafen, Linkenheim-Hochstetten, den nördlichen Stadtkreis Karlsruhe und Dettenheim.

Im vergangenen Jahr hatte die Behörde einen Biotopteich bei Ötigheim (Landkreis Rastatt) auspumpen lassen, um den Kaulquappen des Ochsenfrosches Herr zu werden. Den Erkenntnissen zufolge müssen Menschen die Tiere aus den bekannten Kernbereichen dorthin verschleppt haben.

«Wir vermuten, dass Personen Kaulquappen oder Jungfrösche aus einem der Baggerseen nördlich von Karlsruhe mitgenommen haben, um diese in den heimischen Gartenteich zu setzen», erklärte die Sprecherin. «Eine selbstständige Ausbreitung der Art bis Ötigheim gab es nicht.»

Auch in diesem Jahr solle hier kontrolliert werden, um gegebenenfalls Tiere aufzufinden und eine Etablierung der eingewanderten Art zu verhindern. Sollten Gartenteichbesitzer ungewöhnlich große Kaulquappen oder Frösche feststellen, sollen sie das Regierungspräsidium informieren (invasivearten@rpk.bwl.de).

 

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