News
Sirenen heulen, Handys klingeln – das ist am Warntag geplant

News Sirenen heulen, Handys klingeln – das ist am Warntag geplant

Quelle: Bernd Weißbrod/dpa
dpa

Wenn das Smartphone am Donnerstag plötzlich laut klingelt und in der Ferne die Sirenen heulen, müssen die Menschen im Südwesten nicht erschrecken: Es ist wieder Warntag. Was ist das überhaupt?

So aktuell wie in diesem Jahr war der bundesweite Warntag selten. Experten stuften die Bedrohungslage in Deutschland als hoch ein: Energieversorger wehren Hackerangriffe ab, über Kasernen und Industrieanlagen werden Drohnen gesichtet, und Sprengstoffanschläge sollen möglichst verhindert werden. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) betonte, es sei jederzeit mit dem Risiko von Anschlägen zu rechnen.

Am Donnerstag (10.9.) wird daher erneut getestet, wie gut Deutschland bei der Alarmierung aufgestellt ist.

 

Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick:

Wann findet der bundesweite Warntag 2026 statt?

Die Probewarnung startet am Donnerstag (10.9.) um 11.00 Uhr. Um 11.45 Uhr folgt die Entwarnung.

 

Was passiert beim Warntag 2026?

Der Bund verschickt eine Probewarnung als Warntext über das zentrale, satellitengestützte Modulare Warnsystem (MoWaS). Dieses System funktioniert auch dann, wenn normale Kommunikationsnetze überlastet sind. Es kommt ein Mix verschiedener Warnwege zum Einsatz: Neben Cell Broadcast und Warn-Apps wie NINA oder Katwarn werden Meldungen über Radio, Fernsehen, Internetangebote sowie digitale Infotafeln der Städte verbreitet. In vielen – jedoch nicht allen – Kommunen kommen zusätzlich Sirenen und Lautsprecherwagen hinzu.

 

Was ist neu beim Warntag in diesem Jahr?

Erstmals kann beim Warntag auch die Entwarnung per Cell Broadcast auf die Handys geschickt werden. Diese Funktion wurde Ende November 2025 eingeführt. Zuvor war es mit Cell Broadcast zwar möglich zu warnen, aber nicht, über denselben Kanal Entwarnung zu geben. Diese wird dabei mit der niedrigsten Warnstufe 3 ausgespielt. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt daher, diese Warnstufe auf dem Smartphone zu aktivieren.

 

Was ist Cell Broadcast überhaupt?

Cell Broadcast ist ein Mobilfunkdienst, mit dem Warnmeldungen direkt an Handys und Smartphones in einem bestimmten Gebiet gesendet werden können. Eine Warn-App ist dafür nicht nötig. Die Nachrichten werden über Mobilfunkzellen ausgesendet und erreichen dort alle empfangsbereiten Geräte. Beim bundesweiten Warntag 2022 wurde Cell Broadcast erstmals bundesweit erprobt.

 

Welche Handys können Cell Broadcast empfangen?

Grundsätzlich sind neuere Geräte mit einem Betriebssystem-Update ab Android 11 beziehungsweise iOS 16.1 empfangsfähig. Das Smartphone muss eingeschaltet sein und darf sich nicht im Flugmodus befinden. Selbst bei stumm geschalteten Geräten ertönt dann ein lauter Signalton. Das BBK weist darauf hin, dass keine abschließende Aussage für jedes einzelne Gerätemodell möglich ist. Eine Registrierung ist nicht erforderlich. Nach BBK-Angaben werden dafür keine personenbezogenen Daten erhoben oder verarbeitet.

 

Wie liefen die bisherigen bundesweiten Warntage?

Beim ersten bundesweiten Warntag 2020 zeigten sich erhebliche Probleme: Die zentrale Warnmeldung kam verspätet an, Warn-Apps funktionierten teilweise nicht wie vorgesehen, und vielerorts waren keine Sirenen zu hören. Im darauffolgenden Jahr wurde der Warntag ausgesetzt, um die Infrastruktur weiter auszubauen.

 

Warum gibt es den bundesweiten Warntag?

Der bundesweite Warntag ist ein gemeinsamer Aktionstag von Bund, Ländern und Kommunen. Er soll zeigen, ob die Warnsysteme und das Zusammenspiel der beteiligten Stellen funktionieren. Zugleich soll die Bevölkerung mit Warnungen und den verschiedenen Warnwegen vertrauter werden. Das BBK nennt zwei wesentliche Ziele: Zum einen werden die technischen Warnsysteme einem Stresstest unterzogen, um Schwachstellen zu finden. Zum anderen soll der Warntag die Menschen für den Ernstfall sensibilisieren und besser vorbereiten.

 

Warum ertönen nicht in allen Kommunen Sirenen?

Nicht alle Kommunen beteiligen sich mit eigenen Warnmitteln am Warntag. Das BBK spricht ausdrücklich von «teilnehmenden Landkreisen und Kommunen». Ob und welche Sirenen am 10. September ausgelöst werden, hängt daher von der Teilnahme und den Gegebenheiten vor Ort ab. Bleibt eine Sirene stumm, bedeutet das nicht automatisch, dass das Warnsystem nicht funktioniert hat.

Während es etwa in Karlsruhe, Ulm, Freiburg, Mannheim oder Heilbronn heult, bleibt es in Stuttgart still: Die Landeshauptstadt besitzt keine stationären Sirenen.

Das war früher völlig anders. Nach Angaben der Stadt gab es in Stuttgart einst rund 380 Sirenen auf Dächern. Nach dem Ende des Kalten Krieges wurde das Netz aufgegeben. Bis 1995 waren sämtliche Anlagen abgebaut. Auch in Ludwigsburg und Marbach gibt es keine Sirenen mehr.

 

Wie unterscheidet man die Sirenen-Signale?

Der Sirenen-Alarm beginnt mit einem auf- und abschwellenden Heulton. Im Ernstfall bedeutet er: «Rundfunkgerät einschalten und auf Durchsagen achten». Ein einminütiger Dauerton gibt Entwarnung – der Probealarm ist beendet.

 

Weitere Nachrichten

A5 wird bei Baden-Baden wegen Bombenentschärfung gesperrt

Ein Baggerfahrer stößt in Sinzheim auf eine Weltkriegsbombe. Für die Entschärfung müssen Anwohner ihre Häuser verlassen – und die A5 wird gesperrt. Was Autofahrer beachten müssen.

Suche nach Atommüll-Endlager: Diese Regionen in Baden-Württemberg sind im Fokus

Bei der Suche nach einem sicheren Atommüll-Endlager stehen auch Gebiete im Südwesten im Fokus. Worauf kommt es bei der Eignung eines Gebiets an? Und wann ist mit einer Entscheidung zu rechnen?

Strafbefehle beantragt: Warum ein ganzes Fußballteam Probleme mit der Justiz hat

Vor dem Abflug in die Türkei werden Pforzheimer Fußballer mit Bargeld gestoppt. Nun beantragt die Staatsanwaltschaft Strafbefehle gegen zwei Dutzend Spieler und Vorstände – was wirft sie ihnen vor?

Unangenehmer Geruch in Ludwigshafen bleibt rätselhaft

Mehrere Tage nach der Ausbreitung eines seltsamen Geruchs in Ludwigshafen äußert sich die Stadt zur Suche nach der Ursache. Einen Erfolg kann sie nicht melden.

Proteste auch in Baden-Württemberg? Innenminister warnt vor Gewalt

Nach Ausschreitungen in Frankreich und Italien sind auch in Baden-Württemberg Kundgebungen angekündigt. Innenminister Hagel warnt vor Gewalt. Wie bereitet sich die Polizei vor?

So viele Lotto-Millionen warten aktuell noch auf ihre Gewinner

Ein Schein aus dem Südwesten war bei der Ziehung am Samstag erfolgreich. Er wurde anonym gespielt, doch inzwischen ist der Tipper bekannt. Wie lange es dauert, bis Lotto-Gewinne angefordert werden.



















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.