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Umzug nach Tschechien: Darum hat Eisbär Mika den Zoo Karlsruhe verlassen

Nachrichten Umzug nach Tschechien: Darum hat Eisbär Mika den Zoo Karlsruhe verlassen

Quelle: Timo Deible/Zoo Karlsruhe/dpa
dpa

Er war der Star im Karlsruher Zoo – jetzt ist Eisbär Mika in Brno: Sein Umzug weckt Erinnerungen. An eine schwere Geburt, einen zotteligen Publikumsliebling und große Geburtstagstorten.

Zwei Jahre lang war der Eisbär Mika der Publikumsliebling im Karlsruher Zoo. Nun hat das einst tapsige kleine Bärchen den Zoo als großes Tier verlassen, um künftig im tschechischen Brno zu leben. Mikas Wechsel wurde nach Angaben des Zoos vom Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) der Zoovereinigung EAZA empfohlen. Darin wird koordiniert, welche Tiere in europäischen Zoos zusammenleben und wann sie eine Zuchtempfehlung erhalten.

In Brno leben derzeit fünf Eisbärenweibchen. Ein weiteres Männchen, das etwa so alt ist wie Mika, soll folgen. Bis die jungen Bären geschlechtsreif sind, sollen sie in einer Junggesellengruppe leben. Der Zoo Brno verfügt über zwei große Eisbärenanlagen, wie die Karlsruher Kuratorin Claudia Vollhardt sagt.

 

Schwere Geburt

Mika kam am 2. November 2024 als eines von zwei Jungen des Weibchens Nuka zur Welt – ungewöhnlicherweise in einer Halbhöhle auf der Außenanlage. Die Überlebenschancen galten zunächst als gering. Mikas Zwilling überlebte vermutlich den ersten Tag nicht. Erst im Januar 2025 wurde das Jungtier wieder gesehen. Eine tierärztliche Untersuchung bestätigte später, dass es sich um ein gesundes Männchen handelte.

«Mika steht für einen besonderen Erfolg, der mich sehr bewegt», sagt Zoodirektor Matthias Reinschmidt. «Nach so vielen Jahren gab es wieder Eisbärennachwuchs in Karlsruhe, und wir durften seine Entwicklung von den ersten Tagen an begleiten.»

In den folgenden Monaten entwickelte sich Mika nach Zoo-Angaben prächtig. Zu seinem zweiten Geburtstag wog er 257 Kilogramm und war damit 17 Kilogramm schwerer als seine Mutter. Nun sei der Umzug ein wichtiger Schritt für die langfristige Erhaltung einer genetisch vielfältigen Reservepopulation, sagte Reinschmidt.

 

Gefährdete Art

Eisbären gelten laut Weltnaturschutzunion IUCN als gefährdet. Klimawandel und schwindendes Meereis bedrohen ihren Lebensraum. Zoos sehen in der koordinierten Erhaltungszucht daher einen Beitrag zum langfristigen Artenschutz – auch wenn eine Auswilderung derzeit wegen der Lebensraumverluste kaum möglich ist.

 

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