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Verkehrsunfälle mit Wildtieren vermeiden: Ein Gespräch mit der Polizei Karlsruhe

News Verkehrsunfälle mit Wildtieren vermeiden: Ein Gespräch mit der Polizei Karlsruhe

Interview
Quelle: meinKA/Pixabay

Es wird früher dunkel und später hell – damit steigt die Gefahr für Wildunfälle: meinKA sprach mit Ralf Schäfer (Referatsleiter Prävention/Polizei Karlsruhe) darüber, wie man Unfälle mit Wildtieren vermeidet und richtig handelt, wenn es zum Unfall kommt.

Es wird wieder immer früher dunkel bzw. später hell: Steigt aktuell das Risiko für Wildunfälle?

Ralf Schäfer | Leiter Referat Prävention: Ja, das Risiko steigt meist dann, wenn viel Verkehr in den Dämmerungszeiten stattfindet. Bei der Betrachtung der Unfallzahlen im Zeitraum 2023 bis 2025 sticht dabei der April mit 11 Prozent aller Wildunfällen am meisten hervor.

Allerdings kann es natürlich immer zu Wildunfällen kommen, da Tiere im Wald durch Besuchende oder Forstarbeitende aufgescheucht werden können oder die Tiere zu Futterplätzen auf den Feldern möchten.

 

Rehe und Wildschweine sind oft Opfer von Wildunfällen, da sie u.a. zur Futtersuche Straßen überqueren. | Quelle: Pixabay

 

Gibt es aktuelle Zahlen zu den Wildunfällen in Karlsruhe?

Ralf Schäfer | Leiter Referat Prävention: Die Anzahl der Wildunfälle im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Karlsruhe blieb in den letzten drei Jahren nahezu konstant. Im Jahr 2025 ereigneten sich 1.372 Wildunfälle mit 17 verletzten Personen – vier davon wurden schwer verletzt.

 

Gibt es Straßen und Gebiete in Karlsruhe, bei denen besonders häufig Wildunfälle vorkommen?

Ralf Schäfer | Leiter Referat Prävention: Ja, bewaldete und ländliche Gebiete im Landkreis Karlsruhe, stehen hier im Fokus, wie beispielsweise die folgenden Straßen:

  • L559/K 3579 zwischen Stutensee und Leopoldshafen
  • L588 zwischen Friedrichstal und Linkenheim-Hochstetten
  • L566 zwischen Ettlingen und Rheinstetten
  • L 604 zwischen Karlsruhe-Waldstadt und Eggenstein
  • B3 zwischen Ettlingen und Wolfahrtsweier, Höhe Hedwigshof

 

Nicht nur große – auch kleine Tiere sind auf den Straßen unterwegs – auch hier gilt Achtsamkeit! | Quelle: Pixabay

 

Welche Tipps und Ratschläge kann man befolgen, um mögliche Wildunfälle zu vermeiden?

Ralf Schäfer | Leiter Referat Prävention: Man muss sich zunächst bewusst ein, dass die  Gefahrenschilder „Wildwechsel“ nicht zum Spaß aufgestellt werden. Wichtig sind in diesem Gebieten ein konzentriertes Fahren sowie das Anpassen der Geschwindigkeit:

Man sollte eher mit einer geringeren Geschwindigkeit als erlaubt fahren sowie größeren Abstand zu anderen Fahrzeugen halten – besondere Vorsicht gilt bei schlechter Sicht durch Regen, Nebel oder Schnee.

Grundsätzlich gilt, dass man eher Bremsen als Ausweichen sollte, wenn Tier auf der Straße ist. Hupen, Abblenden (Fernlicht) hilft auch, um Tieren das Erkennen von Fluchtwegen zu ermöglichen. Nach Sichtung von Wildtieren im Straßenbereich bitte unbedingt langsam weiterfahren und auch bedenken: Tiere treten oft im Rudel auf, wenn man beispielsweise ein Reh entdeckt, folgen meist noch weitere.

 

Wie sollte man sich verhalten, wenn es doch zu einem Wildunfall kommt?

Ralf Schäfer | Leiter Referat Prävention: Auf alle Fälle muss man der Verkehrssicherungspflicht nachkommen. Das bedeutet anhalten, die Unfallstelle absichern, das Warndreieck aufstellen sowie Warnblinker einschalten und die Warnweste anziehen.

Dann gilt es, das Wild zu sichern: Hier kann man mit Vorsicht an das Tier Herantreten. Falls das Anfassen nötig ist, bitte nur mit Einmalhandschuhen. Polizei und/oder Jagdpächter müssen unbedingt verständigt werden – wer das Wild einfach mit nimmt, macht sich strafbar (Jagdwilderei).

 

Wichtig: Bei Wildunfällen muss die Polizei gerufen werden. | Quelle: Pixabay

 

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