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Apotheken im Südwesten protestieren – Patienten betroffen

News Apotheken im Südwesten protestieren – Patienten betroffen

Quelle: Martin Schutt
dpa

Schaufenster verhängt, Versorgung nur durch die Notdienstklappe: Der Protest der Apotheken kann Patienten treffen. Was hinter dem Ärger steckt und wo Hilfe zu finden ist.

Wer dringend Medikamente benötigt, kann am Montag in Baden-Württemberg möglicherweise Probleme bekommen. Viele Apotheken beteiligen sich an einen bundesweiten Protesttag. Das könne bedeuten, dass Patientinnen und Patienten nur durch die Notdienstklappe versorgt werden, Schaufenster verhängt sind oder Apotheken mit regional organisierten Aktionen auf ihre wirtschaftlich prekäre Situation aufmerksam machen, wie ein Sprecher des Landesapothekenverbands Baden-Württemberg in Stuttgart mitteilte. Wie viele Apotheken sich an dem Protest beteiligen und ob Geschäfte geschlossen bleiben, sei noch unklar.

Für den Fall, dass jemand am Montag erkrankt und dringend Medikamente braucht, halten die Apotheker einen Notdienst vor. Notdienstapotheken können über eine bundeseinheitliche kostenlose Rufnummer (0800 00 22 8 33) oder übers Internet (www.aponet.de/notdienstsuche) gefunden werden. Mit der Internetsuche lässt sich über die Postleitzahl oder den Ortsnamen die nächstgelegene Apotheke finden.

Ein Sprecher des Sozialministeriums kritisierte die Aktion. Er sagte, die Schließung von Apotheken an einem Montag – also unmittelbar nach einem Sonntag, an dem bereits nur der Notdienst zur Verfügung stehe – stelle für die Menschen, die auf Apotheken angewiesen seien, eine besondere Belastung dar.

Hintergrund des bundesweiten Protesttags ist nach Verbandsangaben eine seit mehr als 13 Jahren ausbleibende Anpassung des Apothekenhonorars. Während die Personal- und Sachkosten seit 2013 um rund 65 Prozent gestiegen seien, liege das packungsbezogene Honorar weiterhin bei 8,35 Euro. Der Koalitionsvertrag sehe eine Anhebung auf 9,50 Euro vor – eine verbindliche Umsetzung stehe jedoch noch aus. Verbandspräsidentin Tatjana Zambo sagte: «Die Apotheken dürfen jetzt nicht weiter hingehalten werden, denn die wirtschaftliche Situation vieler Apotheken ist dramatisch.»

In Baden-Württemberg gibt es aktuell 2.067 Apotheken, wie der Sprecher mitteilte. Seit 2013 mussten bundesweit fast 20 Prozent der Apotheken schließen.

 

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