News aus Baden-Württemberg
Ausstellung in Mannheim zeigt Terror durch die Augen moderner Kunst

News aus Baden-Württemberg Ausstellung in Mannheim zeigt Terror durch die Augen moderner Kunst

Quelle: Uwe Anspach
dpa

Die brennenden Türme des World Trade Centers, die Fahndungsfotos der RAF-Terroristen, die Aufnahmen aus dem Münchner Gerichtssaal zum NSU-Prozess: Bilder modernen Terrors sind tief in unserem Gedächtnis. Wie die Kunst damit umgeht, zeigt eine Schau in Mannheim.

Fast 20 Jahre nach den Anschlägen des 11. September in den USA und zehn Jahre nach Aufdeckung der Mordserie durch die Rechtsterroristen des NSU umkreist eine Schau in Mannheim das Phänomen des Terrorismus. «Mindbombs» (etwa: Gedankenbombe) heißt die Sonderausstellung in der Kunsthalle, die von Donnerstag an rund 100 Werke zeigt. Sie beschäftigen sich mit der Ikonographie, also den Bildern und Symbolen von Angst und Schrecken des modernen Terrorismus. Terrororganisationen wie die RAF, der NSU und IS stünden für Gruppierungen, «deren extremistische Propaganda und politische Gewalt die bildenden Künste zu entschiedenen Reaktionen herausfordern», hieß es dazu bei der Vorstellung der Schau am Mittwoch.

Dafür hat die Kunsthalle drei Themenschwerpunkte für «Visuelle Kulturen politischer Gewalt», so der Untertitel der Schau, gewählt: Den rechtsradikalen Terror, wie ihn der Nationalsozialistische Untergrund NSU verkörpert, den dschihadistischen Terror etwa des Islamischen Staates IS, und den linksextremistischen Terror, wie ihn die Rote Armee Fraktion RAF praktizierte. Nicht die Terror-Propaganda selbst werde dabei versinnbildlicht, sondern wie der Terror durch die Künstler wahrgenommen und durch ihre Werke gespiegelt und gebrochen wird, betonte eine Museumssprecherin.

So hat der deutsche Fotograf Thomas Ruff die brennenden Türme des World Trade Centers, die sich längst ins kollektive Gedächtnis eingegraben haben, digital verfremdet auf dem großformatigen Schwarz-Weiß-Foto «jpeg ny01». Eine Arbeit der Dokumentarfotografin Paula Markert zeigt den aus Fernsehbildern bekannten Saal des Münchner Gerichts, in dem die NSU-Morde verhandelt wurden.

Weitere Werke, überwiegend Leihgaben zeitgenössischer Künstler aus aller Welt, stammen unter anderem vom Grafiker Klaus Staeck, dem sudanesischen Künstler Khalid Albaih, von Gerhard Richter oder der Installationskünstlerin Henrike Naumann. «Mindbombs» läuft bis zum 24. April kommenden Jahres.

 

Weitere Nachrichten

15-Jähriger fährt Freundin mit gestohlenem Linienbus zur Schule nach Karlsruhe

Das muss Liebe sein: Ein Teenager setzt sich ans Steuer eines Linienbusses. Er fährt damit über 100 Kilometer - dann chauffiert er seine Freundin zur Schule. Die Ermittler stehen vor einigen Rätseln.

Polizei teilt mit: Schiffsunfälle am Bodensee auf Zehnjahres-Höchststand

104 Schiffsunfälle, rund zwei Millionen Euro Schaden: Auf dem Bodensee wurde 2025 ein Zehnjahres-Höchststand erreicht. Was steckt hinter dem Anstieg?

Geldwäscheverdacht bei Fußballmannschaft im Raum Pforzheim: Männer in U-Haft

Mehr als 200.000 Euro Bargeld, Edelmetalle im Millionenwert und zwei Männer hinter Gittern: Wie eine Fußballmannschaft ins Visier der Ermittler geriet.

Nach Amokfahrt von Mannheim: Land Baden-Württemberg ehrt Taxifahrer als Retter

Muhammad A. stoppte am Rosenmontag 2025 mit seinem Taxi den Amokfahrer von Mannheim. Damit rettete er nach Ansicht der Behörden Leben - und wird dafür nun geehrt.

Polizei Karlsruhe findet Waffen bei mutmaßlich rechtsextremer Clique

Junge Verdächtige sollen sich in Chats rechtsextrem geäußert und möglicherweise Straftaten geplant haben. Die Polizei findet Waffen und Elektronik. Was verbirgt sich dahinter?




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.