News
Busse und Bahnen: Minister fordert mehr Mut beim Nahverkehr

News Busse und Bahnen: Minister fordert mehr Mut beim Nahverkehr

Quelle: Bernd Weißbrod/dpa
dpa

Der öffentliche Nahverkehr soll erheblich dazu beitragen, Klimaschutzziele zu erreichen. Bei der Finanzierung dringt der Landesverkehrsminister auf neuen Schwung.

Für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs mit Bussen und Bahnen hat Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) Elan bei Kommunen und Kreisen gefordert. Eine inzwischen mögliche Abgabe für Bürger zur Finanzierung sei zumutbar, machte der Grünenpolitiker in Freiburg deutlich. «Ein bisschen Mut braucht man schon, wenn man Politik macht.»

Grundlage ist das neue Landesmobilitätsgesetz, das laut Hermann Ende März in Kraft trat. Es schafft die Möglichkeit, eine Abgabe einzuführen, mit der Kommunen den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs finanzieren. Städte und Landkreise könnten damit künftig Einwohner oder Fahrzeughalter zur Kasse bitten.

Bei möglicher Bürger-Abgabe gibt es Bedenken

Im Gegenzug für die Abgabe müssen die Bürgerinnen und Bürger ein Guthaben für die Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) an Ort und Stelle erhalten. «Die Abgabe kriegt man eins zu eins zurück als Rabatt auf die Zeitfahrscheine», sagte Hermann am Rande eines Verkehrskongresses mit rund 700 Teilnehmern. Es gebe Interesse bei Stadt- und Landkreisen an der Neuerung – aber auch Bedenken, ob eine solche Abgabe den Menschen in schwierigen Zeiten überhaupt zumutbar sei.

Milliarden fließen für Busse und Bahnen

Die Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs ist ein Dauerthema. Im vergangenen Jahr nahmen die öffentlichen Haushalte für den Südwesten 3,3 Milliarden Euro in die Hand, das bedeutet gegenüber 2018 ein Plus von 70 Prozent. «Das ist eine gewaltige Steigerung», resümierte Hermann.

Der Karlsruher Landrat Christoph Schnaudigel sagte laut Verkehrsministerium, die Mobilitätswende könne nur gelingen, wenn die kommunale Seite ausreichend finanziert werde. «Ohne eine dauerhafte und nachhaltige Finanzierung durch Bund und Land wird es nicht möglich sein, die Klimaschutzziele im Verkehrssektor zu erreichen.»

Angebot im Südwesten verbessert

Das Angebot im öffentlichen Nahverkehr verbesserte sich im Südwesten in den vergangenen Jahren dank engerer Taktung und Ausweitung in den Abend um insgesamt 15 Prozent. «Wir sind in der Summe anerkannt erfolgreich in Baden-Württemberg», sagte Hermann mit Hinweis auf den neuen ÖPNV-Report. Dieser zieht für den Zeitraum 2020 bis 2024 Bilanz.

Der Schienenverkehr sei beliebt, dazu trage das Deutschlandticket bei, resümierte der verantwortliche Abteilungsleiter im Verkehrsministerium, Gerd Hickmann. Luft nach oben gebe es hingegen häufig noch in örtlichen Nahverkehr, etwas bei Bussen. Die Nachfrage von Nutzerinnen und Nutzern habe sich seit der Corona-Pandemie verändert, etwa mit dem Arbeiten im Home-Office.

Bus und Bahn sollten zuverlässiger werden, um mehr Fahrgäste zu gewinnen, forderte Hermann mit Blick auf Ausfälle und Verspätungen. Der Nahverkehr sei klimafreundlich und sollte deshalb ein positives Image haben. «Der ÖPNV muss selbstbewusster werden», lautet das Credo Hermanns.

 

Weitere Nachrichten

Außergewöhnliche Lage in den Alpen: Welche Gefahren drohen

Warum alte Karten und späte Tourenstartzeiten in den Alpen jetzt besonders gefährlich werden – Experten geben wichtige Tipps für sichere Bergtouren.

Diese Frau will in Karlsruhe Pionierarbeit am Quantencomputer leisten

Mathematikerin Ada Lovelace war im 19. Jahrhundert eine Pionierin im Programmieren. Beim Quantencomputing-Studium in Karlsruhe kann man in ihre Fußstapfen treten. Erste Einschreibung: von einer Frau.

Karlsruher Hochschule will Diamanten kaufen - und sammelt Spenden

Der Edelstein soll Herzstück eines Quantencomputers sein: Was die Hochschule Karlsruhe damit vorhat, warum es um Pioniergeist geht und was ein früherer Absolvent verspricht.

Niedriger Wasserstand an der Donau: Ungarn stoppt Atomkraftwerk – Stromversorgung unter Druck

Die Donau führt so wenig Wasser wie nie: Ungarn schaltet erstmals sein Atomkraftwerk komplett ab. Was das für Stromverbraucher jetzt bedeutet.

Viel Stau zur Ferienzeit: Autofahrer brauchen Geduld

Der Ferienstart in Bayern und Baden-Württemberg bringt viele Staus auf die Autobahnen. Der ADAC meldet bis zu 600 Kilometer Stau zur Mittagszeit.

Runter vom Gas: Was Autofahrer zur Speedweek im Südwesten wissen müssen

Unfallträchtige Strecken, Schulen, Baustellen – bei der Blitzerwoche wird an vielen Stellen kontrolliert. Bei der Aktion im April wurden in Baden-Württemberg mehr als 58.000 Verstöße festgestellt.






















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.