Nachrichten
Cannabis und Verkehr: Was die Unfallstatistik zeigt

Nachrichten Cannabis und Verkehr: Was die Unfallstatistik zeigt

Quelle: Marcus Brandt/dpa
dpa

In Baden-Württemberg wurden in sechs Monaten 20 Menschen bei Unfällen mit Cannabis am Steuer schwer verletzt. Was die Statistik außerdem zeigt.

Wer nach Cannabiskonsum ans Steuer steigt, riskiert nicht nur den Führerschein, sondern auch schwere Unfälle. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Fellbach ereigneten sich zwischen Januar und Juni im laufenden Jahr 92 Unfälle, bei denen Personen verletzt wurden und mindestens ein Unfallbeteiligter nachweislich unter dem Einfluss von THC stand. Dabei kam es zu 20 Schwer- und 104 Leichtverletzten.

Für THC, den berauschenden Wirkstoff in Marihuana, gilt ein Grenzwert von 3,5 Nanogramm je Milliliter Blutserum – ähnlich wie die 0,5-Promille-Grenze für Alkohol. Seit der Teillegalisierung von Cannabis vor über zwei Jahren ist der Besitz und Konsum von Cannabis für Erwachsene unter bestimmten Auflagen erlaubt. Seit Juli 2025 wird der Einfluss von THC als Unfallursache bundesweit einheitlich von der Polizei in der Unfallstatistik erfasst.

Gut die Hälfte der Unfallbeteiligten war mit einem Auto unterwegs, etwa jeder Fünfte mit einem Elektrokleinstfahrzeug wie einem E-Roller. Unfallbeteiligte mit Pedelecs oder Krafträdern (mit Versicherungskennzeichen) machten mit 7,6 Prozent einen wesentlich geringeren Anteil aus. Die Beteiligten waren den Angaben zufolge im Durchschnitt 32 Jahre alt und zu über 90 Prozent Männer. Von den Unfällen mit Personenschaden und Cannabiseinfluss waren 39 Prozent Alleinunfälle, es gab demnach keine weiteren Beteiligten.

Unterschiedliche Wirkung von Cannabis und Alkohol

Zum Vergleich: Im selben Zeitraum kam es zu 815 Unfällen mit Personenschaden, bei denen Alkoholeinfluss eine Rolle spielte. Dabei kamen neun Personen ums Leben, 188 wurden schwer und 794 leicht verletzt. Bei diesen Unfällen waren am häufigsten Autos (38,4 Prozent) beteiligt, gefolgt von Fahrrädern (21,5 Prozent), Pedelecs (16,6 Prozent) und Elektrokleinstfahrzeugen (10,8 Prozent). Das durchschnittliche Alter der Beteiligten lag bei 42 Jahren, und auch in diesem Fall waren es zu fast 90 Prozent Männer.

Der ADAC betonte kürzlich: Trotz Entkriminalisierung und Teillegalisierung dürfe man nicht bekifft Auto fahren. Außerdem sei die Wirkung von Cannabis und Alkohol nach Einschätzung von Experten nicht vergleichbar. So wies der Rechtsmediziner Matthias Graw von der Ludwig-Maximilians-Universität München darauf hin, dass THC sich vollkommen anders abbaut als Alkohol – und der Cannabis-Konsument nicht weiß, wie hoch der Wirkstoff des Marihuana ist, das er sich besorgt hat.

 

Weitere Nachrichten

Hitze, Allergien und Zukunftssorgen: Was die Klimakrise mit Kindern macht

Hitze, Allergien und Zukunftssorgen belasten Kinder schon heute. Ein Kinderarzt, eine Psychologin und ein Lehrer sprechen über Folgen – von der Medizin bis zum Schulalltag in Schwäbisch Gmünd.

Ravennaschlucht wird zum Hotspot: 100.000 Weihnachtsmarkt-Tickets im Vorverkauf

Das Viadukt leuchtet, die Glühweinstände locken: Warum die Ravennaschlucht zum Hotspot für Weihnachtsfans wird – und was 100.000 Tickets für Besucher bedeuten.

Cybergrooming: Karlsruher Ermittler warnen vor Massenphänomen im Netz

Sie haben sexuelle Absichten und knüpfen Kontakte über Chats und Gaming-Plattformen: Wie Täter im Netz vorgehen, welche Hürden bei der Strafverfolgung bestehen und welche Maßnahmen Ermittler fordern.

Bilanz 2026: Rund 2,5 Millionen Menschen besuchten den Cannstatter Wasen

In diesem Jahr haben deutlich weniger Menschen den Cannstatter Wasen besucht als im Vorjahr. Rund 2,5 Millionen Besucherinnen und Besucher kamen den Veranstaltern zufolge zur 179. Ausgabe des Volksfestes. Trotzdem sprachen sie von einer positiven Bilanz.

Warum mehr Kinder im Südwesten eine ADHS-Diagnose bekommen

Immer mehr junge Menschen bekommen im Südwesten eine ADHS-Diagnose. Woran das liegt - und warum Experten das gar nicht mal so negativ bewerten.

Diese Bahnstrecken werden vorerst nicht reaktiviert

Elf stillgelegte Bahnstrecken sollen auch künftig vorerst nicht wieder in Betrieb genommen werden. Welche Strecken sind betroffen? Und was sagt das Verkehrsministerium dazu? Ein Überblick.

 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 

Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.