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Darum bangen Vogelexperten um heimkehrende Weißstörche

Nachrichten Darum bangen Vogelexperten um heimkehrende Weißstörche

Quelle: Thomas Warnack/dpa/Archivbild

Seit den ersten Februarwochen sind die ersten Tiere zurück auf ihren Horsten. Das ist in diesem Jahr keine Selbstverständlichkeit, wie Fachleute berichten. Worauf es nun ankommt.

In diesem Jahr freuen sich Vogelbeobachter besonders über jeden Weißstorch, der aus wärmeren Gefilden nach Baden-Württemberg zurückkehrt. «Im Herbst grassierte unter Zugvögeln die Vogelgrippe in Spanien und Frankreich, wo viele Störche die Wintermonate verbringen», erklärte Stefan Bosch, Fachbeauftragter für Vogelschutz beim Naturschutzbund (Nabu) Baden-Württemberg. Erst im Laufe der Zeit zeige sich, wie viele Tiere zurück sind.

Seit wenigen Wochen seien erste Weißstörche zurück auf ihren Horsten, teilte der Nabu-Landesverband in Stuttgart mit. Hier trotzen sie Frost, Schnee und Glatteis. Manche fliegen aber auch den Winter über gar nicht in die Ferne.

Nach früheren Angaben haben im vergangenen Jahr rund 2.600 Weißstorch-Paare im Land etwa 4.100 Jungvögel großgezogen, im Schnitt 1,6 pro Horst. Mindestens 1,3 gelten demnach als nötig, um den Bestand stabil zu halten.

Erfolgsfaktoren für die Brutzeit

Damit die Brutsaison gut verläuft, müssen die Eltern nach Auskunft des Nabu-Fachbeauftragten für Weißstörche, Stefan Eisenbarth, genügend Futter für sich und ihre Jungen finden. Dazu zählen Mäuse, Schnecken, Würmer und Fische.

«Und das Wetter muss mitspielen, damit die Aufzucht der Jungvögel optimal verläuft», sagte Eisenbarth laut Mitteilung. Dauerregen etwa sei problematisch, weil die Jungstörche an Unterkühlung sterben könnten. So waren 2024 in manchen Regionen des Landes bis zu 90 Prozent der Jungtiere gestorben.

Konflikte um Brutplätze

Zudem brauchen die schwarz-weiß gefiederten Vögel Brutmöglichkeiten. Doch immer wieder werden Eisenbarth zufolge illegal oder auch legal – mit Genehmigung der Behörden – Horste entfernt, weil Kot und Geräuschkulisse störten. «Mit der Horstentfernung ist das Problem jedoch nicht gelöst», erläuterte der Fachmann. «Der Storch baut entweder erneut am gleichen Platz oder sucht sich einen neuen, der vielleicht noch ungeschickter erscheint.»

Bei Konflikten oder Fragen etwa wegen herunterfallendem Nistmaterial, ungünstiger Brutplätze oder Statik-Problemen durch mit den Jahren immer schwerer gewordenen Nestern bietet der Nabu Hilfe an. Auch gibt es lokal zuständige Storchenbetreuer und Storchenbetreuerinnen.

Störche bleiben den Angaben nach ihrem Horst treu. Aktuell seien sie damit beschäftigt, ihre Nester auszubessern. Bei den Rückkehrern gibt es laut Bosch eine klare Tendenz: «Meist haben die Storchenmännchen die Schnabelspitze vorn und kommen vor den Weibchen an, um sich einen Nistplatz zu sichern.»

 

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