Nachrichten
2.900 Verstöße in zwei Wochen – Scan-Auto ertappt Parksünder

Nachrichten 2.900 Verstöße in zwei Wochen – Scan-Auto ertappt Parksünder

Quelle: Bernd Weißbrod/dpa
dpa

Effizient soll der Einsatz der Scan-Fahrzeuge sein – und den Verkehr sicherer machen. In Heidelberg ist das Pilotprojekt erfolgreich gewesen, sagen Stadt und Land. Die Zukunft ist noch unklar.

Knapp 2.900 Parkverstöße hat ein Scan-Fahrzeug in Heidelberg innerhalb von zweieinhalb Wochen festgestellt. Darunter seien 383 Falschparker gewesen, teilten Verkehrsministerium und Stadt Heidelberg mit. Als Teil eines Pilotprojektes des Ministeriums war das Fahrzeug mit seiner modernen Technik vom 17. Oktober bis zum 2. November in Heidelberg unterwegs.

Die 2.886 Verstöße in der Altstadt und der Bahnstadt hätten demnach geahndet werden können. Knöllchen wurden in Heidelberg, das als erste Kommune das Scan-Auto testete, allerdings nicht verteilt. Grundsätzlich ging es der Stadt vor allem um Autos ohne gültige Parkerlaubnis – etwa ohne gültigen digitalen Parkschein oder Anwohnerparkausweis.

Würde man beispielhaft das niedrigste Verwarngeld von 20 Euro zugrunde legen, ergäbe sich eine Größenordnung von rund 58.000 Euro. «Dabei handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Prognose für einen Regelbetrieb», teilte ein Sprecher der Stadt mit. Zumal mit zunehmender Kontrolldichte ein Lerneffekt erwartet werde: «Regelkonformes Parken nimmt zu, sicherheitsrelevantes Falschparken geht zurück, und die Nutzung legaler Parkangebote steigt.»

Südwesten schuf als erstes Bundesland gesetzliche Grundlage

Bei knapp 33 Fahrstunden erkannte das Scan-Fahrzeug laut der Mitteilung im Schnitt pro Minute rund 1,5 Verstöße. Das Fahrzeug sei damit mindestens zwölfmal so effektiv wie eine Fußstreife mit zwei Personen.

«Bereits bei ihrem ersten Einsatz im Stadtgebiet konnten die Scan-Fahrzeuge voll überzeugen», sagte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) laut der Mitteilung. «Der Versuch zeigt: Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, ist die digitale Parkraumkontrolle deutlich schneller und damit auch kostengünstiger als die herkömmliche Kontrolle zu Fuß.» Baden-Württemberg hat als erstes Bundesland eine rechtliche Grundlage für den Einsatz solcher Fahrzeuge geschaffen.

Mannheim möchte Technik dauerhaft einsetzen

Laut Heidelbergs Mobilitätsbürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain hat das Scan-Fahrzeug technisch zuverlässig funktioniert. Bei dem Projekt seien zudem einzelne Falschparker-Hotspots erkannt worden, sagte er laut Mitteilung. Die Daten könnten wiederum für ein entsprechendes Verkehrsmanagement genutzt werden. Inwiefern die Stadt Heidelberg das Scan-Fahrzeug allerdings auch künftig einsetzen will, muss demnach noch entschieden werden.

Offene Fragen betreffen laut dem Sprecher zum Beispiel die IT-Anbindung an das Ordnungswidrigkeitenverfahren, den Aufbau der notwendigen Daten- und Auswertestruktur, organisatorische Anpassungen im Gemeindevollzugsdienst sowie mögliche Auswirkungen auf die Bußgeldstelle. Eine Entscheidung über einen möglichen Regelbetrieb solle im Idealfall bis zum Ende des Jahres fallen.

Die Stadt Mannheim nahm ebenfalls an dem Projekt Scan-Fahrzeug teil. Vergangene Woche teilte die Stadt mit: Die Technik solle künftig dauerhaft eingesetzt werden. Waldshut-Tiengen nutzt seit vorletzter Woche ein Scan-Auto und Freiburg plant ebenfalls eine Teilnahme an dem Pilotprojekt.

 

Weitere Nachrichten

Arbeitslosigkeit in Baden-Württemberg sinkt leicht

Die Arbeitslosenquote in Baden-Württemberg ist leicht gesunken. Besonders für junge Menschen bleibt die Lage angespannt.

Neue Doppelstockzüge in Baden-Württemberg kommen erst 2028

156 neue Züge hat der Südwesten bestellt, doch Produktionsprobleme und das Zulassungsverfahren bremsen Alstom aus. Der Hersteller arbeitet an einem Ersatzkonzept – was ist bisher bekannt?

Unfall auf B3 in Ettlingen: Motorradfahrer lebensgefährlich verletzt

Eine Autofahrerin wendet auf der Bundesstraße dort, wo sie es nicht dürfte. In der Folge prallt ein Motorradfahrer gegen ihren Wagen.

Vorfall in Tiefgarage: Frau mit Stichverletzung in Klinik – Unbekannter gesucht

Eine 55-Jährige ist in Karlsruhe in einer Hotel-Tiefgarage durch einen Stich schwer verletzt worden. Die Frau betrat nach derzeitigem Kenntnisstand die Tiefgarage in der Fautenbruchstraße, über ein Treppenhaus, teilte die Polizei mit.

DRK ruft zum Blutspenden auf: Darum sind Blutreserven im Südwesten knapp

Beim Blutspenden zählt derzeit jeder Tropfen: In Baden-Württemberg sind die Vorräte knapp. Erkältungen und Herbstferien verschärfen den Engpass - und die nächste Belastungsprobe steht schon bevor.

Queerfeindliche Straftaten in Baden-Württemberg nehmen zu

Die registrierten Straftaten gegen queere Menschen steigen im Südwesten deutlich an. Die Polizei warnt vor Übergriffen bei Dating-App-Treffen.



















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.