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Sonnenfinsternis im Südwesten: Aber wo gibt es noch Brillen?

News Sonnenfinsternis im Südwesten: Aber wo gibt es noch Brillen?

Quelle: Marijan Murat/dpa
dpa

Wer die Sonnenfinsternis beobachten will, muss seine Augen schützen. Aber wo gibt es überhaupt noch welche im Südwesten? Oder reicht eine alte Brille aus der Schublade?

Die partielle Sonnenfinsternis am Mittwochabend (etwa ab 19.15 Uhr) könnte besonders im Südwesten ein eindrucksvolles Schauspiel werden, wenn das Wetter mithält. Aber wer das Himmelsspektakel beobachten will, muss sich rechtzeitig eine Sonnenfinsternisbrille besorgen. Denn Experten warnen ausdrücklich davor, ungeschützt in die Sonne zu schauen.

Wo bekommt man jetzt noch eine «SoFi-Brille», die meist aus einem Papprahmen mit einer speziellen Sonnenfilterfolie besteht? Und gibt es überhaupt noch welche? Die wichtigsten Fragen und Antworten:

 

Brauche ich überhaupt eine spezielle Sonnenfinsternis-Brille?

Ja. Auch wenn der Mond einen Großteil der Sonne verdeckt, bleibt das Sonnenlicht gefährlich. Die sichtbare Sonnensichel strahlt immer noch so intensiv, dass sie die Netzhaut schädigen kann.

«Die Netzhaut besitzt keine Schmerzrezeptoren. Betroffene bemerken eine Schädigung deshalb häufig erst später», sagt Felicitas Bucher, Oberärztin an der Klinik für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg. Spezielle Sonnenfinsternis-Brillen lassen nur einen winzigen Bruchteil des Sonnenlichts durch. Dadurch wird die Beobachtung sicher möglich.

 

Reicht eine normale Sonnenbrille?

Nein. «Normale Sonnenbrillen, CDs, Rettungsdecken oder selbst gebaute Filter schützen nicht ausreichend», warnt Bucher. Auch hochwertige und stark getönte Sonnenbrillen sind nicht für den direkten Blick in die Sonne ausgelegt. Sie lassen deutlich mehr Licht durch als spezielle Sonnenfinsternis-Brillen.

 

Wo bekomme ich jetzt noch eine Brille?

Das könnte schwierig werden, denn mit jedem Tag steigt das Interesse an dem Erlebnis und somit auch der Run auf die Brillen. Allein, es scheint kaum noch Exemplare im Handel zu geben. Nach Angaben des Zentralverbands der Augenoptiker und Optometristen (ZVA) sollten zwar viele Augenoptik-Betriebe geeignete Brillen anbieten. Bei Optikern in Freiburg und Karlsruhe etwa waren sie aber auch heiß begehrt. «Die sind am Tag eins gleich alle weg gewesen», sagte unter anderem eine Händlerin in Karlsruhe.

Mehrere Optiker haben Schutzbrillen zum Preis von mehreren Euro bei sich im Online-Katalog, aber auch dort sind viele Angebote schon vergriffen. Und beim Planetarium in Stuttgart gibt es nach der enorm starken Nachfrage der vergangenen Tage die Anweisung, keine Brillen mehr zu verkaufen. «Wir behalten noch einen kleinen Restposten zurück für Mittwochabend», sagt Planetariums-Direktor Ubbo Grassmann.

Im Planetarium Freiburg hingegen gibt es noch einige Tausend Exemplare, dort waren insgesamt 10.000 Stück bestellt worden. «Aber die werden in den nächsten Tagen sicher auch verkauft», sagt der Leiter Thomas Presper. Sein Haus bietet auch einen Last-Minute-Verkauf am 12. August von 15.00 bis 18.00 Uhr an.

 

Welche anderen Möglichkeiten gibt es?

«Die besten und die sichersten Orte zum Gucken sind die Sternwarten, sofern sie nicht in den Städten liegen wie in Stuttgart», sagt Sternwarten-Direktor Grassmann. Zahlreiche Häuser sind vorbereitet, bundesweit findet die «lange Nacht der Astronomie» statt.

Das Planetarium Mannheim etwa verweist auf die speziellen Sonnenteleskope im Spinellipark (ehemaliges Buga-Gelände) und die Willi-Hüll-Sternwarte in Heidenheim an der Brenz lädt auf den Erbisberg zum sicheren Beobachten durchs fest installierte Linsenteleskop. Auch die Astronomiefreunde Waghäusel haben sich organisiert und stellen ihre Teleskope auf. Die Beobachtungsplattform der Sternwarte Reutlingen ist hingegen schon ausgebucht an dem Abend, das gilt auch für die Dachterrasse der experimenta-Sternwarte in Heilbronn.

Auch Sternwarten wie die Robert-Mayer-Sternwarte in Heilbronn haben geöffnet. Das Laupheimer Planetarium beobachtet die Sonnenfinsternis mit vier Teleskopen im Freizeitbereich Rißtal und verkauft die Brillen dazu nach eigenen Angaben im Rathaus, bei einem Autohaus, in einer Buchhandlung und einer Golflounge. «Sonnenfinsternis-Brillen stehen zur Verfügung, solange der Vorrat reicht», heißt es zudem in den meisten anderen Häusern.

 

Ich habe noch eine alte Schutzbrille. Kann ich sie verwenden?

Grundsätzlich ja, sie darf aber nicht beschädigt und muss für die Sonnenbeobachtung zugelassen sein. Gibt es Kratzer, Risse, Löcher oder Knicke in der Folie? Dann lieber nicht mehr benutzen. Besonders bei älteren Pappbrillen empfiehlt sich ein genauer Blick auf die Übergänge zwischen Folie und Fassung.

 

Geht es auch ganz ohne Brille?

Ja, aber nur mit einer guten Alternative, nie ganz ohne Schutz. Wer keine Schutzbrille hat, kann die Sonnenfinsternis indirekt beobachten. «Da eignet sich eine einfache Lochkamera ganz gut», sagt Planetariums-Leiter Presper. Sie projiziert das Bild der Sonne durch ein kleines Loch im Karton auf eine helle Fläche. So ein Gerät lässt sich sogar aus einer Chipsdose selbst basteln.

 

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