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Heiße Phase beim Weinbau – Worauf Winzer jetzt hoffen

News Heiße Phase beim Weinbau – Worauf Winzer jetzt hoffen

Quelle: Bernd Weißbrod/dpa
dpa

In wenigen Wochen beginnt die Weinlese im Südwesten. Für den Erfolg des Jahrgangs ist diese Phase extrem wichtig. Welche Rolle spielen Hitze und Trockenheit?

Wenige Wochen vor dem Start der Weinlese hoffen Winzerinnen und Winzer in Baden-Württemberg auf etwas Regen – nach Wochen mit viel Trockenheit und Hitze. Das Wachstum und die Reife der Beeren entschieden sich in den kommenden Tagen und Wochen mit der Wasserverfügbarkeit, sagte Hermann Morast, Geschäftsführer des Weinbauverbands Württemberg in Weinsberg bei Heilbronn.

Teilweise habe man erhebliche Trockenschäden, gerade bei Junganlagen, festgestellt. Hier seien die Winzerinnen und Winzer aber in der Regel auch aktiv, um dem Trockenstress vorzubeugen. In den nächsten vier Wochen könne von einem Vollertrag bis hin zu erheblichen Ernteeinbußen noch alles passieren, sagte Morast. Er blicke grundsätzlich optimistisch auf die Lese, wenngleich Regen der Natur und damit auch dem Weinbau guttäte.

Moderate Niederschläge von Vorteil

Der Badische Weinbauverband aus Freiburg teilte mit, dass für den Endspurt in den kommenden Wochen unter anderem gegebenenfalls moderate Niederschläge entscheidend seien. «Insgesamt blicken wir optimistisch auf die bevorstehende Weinlese», teilte Geschäftsführer Holger Klein mit. Er wies darauf hin, dass einige nicht zu kalkulierende Faktoren wie Hagel oder Starkregen in den letzten Wochen vor der Lese entscheidend sein könnten, weshalb eine abschließende Beurteilung des Jahrgangs 2026 zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich sei.

«Die Auswirkungen von Hitze und Trockenheit fallen je nach Standort sehr unterschiedlich aus», teilte Klein mit. Entscheidend seien unter anderem Bodenart, Wasserspeichervermögen, Alter der Reben und die Niederschlagsverteilung der vergangenen Monate. Besonders ältere Anlagen mit tief reichenden Wurzeln kämen mit Trockenphasen vergleichsweise gut zurecht.

Grundsätzlich könne anhaltende Trockenheit insbesondere auf leichten Böden und bei jungen Rebanlagen zu Stress führen. Auch in Baden hätten die Winzerinnen und Winzer in den letzten Wochen in den entsprechenden Anlagen bewässert, was zwar den Stress der Pflanzen lindere, aber zusätzliche Kosten verursache. Auf trockenen Lagen blieben die Beeren häufig kleiner, wodurch geringere Mostmengen und damit Ernteeinbußen möglich seien. Bei sehr hohen Temperaturen könnten zudem Sonnenbrandschäden auftreten.

Positive Folgen von Wärme und Trockenheit

Die warme und trockene Witterung habe Klein zufolge aber auch positive Seiten. Pilzerkrankungen seien in vielen Beständen sehr gering, sodass die Trauben häufig gesund seien. Kleinere Beeren könnten außerdem ein günstiges Verhältnis von Schale zu Saft aufweisen und dadurch zu einer hohen Konzentration von Aromen und Inhaltsstoffen beitragen.

 

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