Die Vergangenheit der Fächerstadt
Blick in die Historie: Ludwigsbrunnen kehrt ab Mai auf Marktplatz zurück!

Die Vergangenheit der Fächerstadt Blick in die Historie: Ludwigsbrunnen kehrt ab Mai auf Marktplatz zurück!

Quelle: Stadtarchiv | 8/BA Schlesiger 1981 - Bildarchiv Schlesiger 1981 - A42_71_4_8

Im Vergleich zu anderen Städten ist die Geschichte von Karlsruhe recht jung – aber dennoch nicht weniger interessant! In der Historie unserer Fächerstadt verstecken sich nämlich so manche abenteuerliche und wissenswerte Ereignisse und Erzählungen.

Großherzog-Ludwig-Denkmal kehrt noch 2020 zurück

Es gibt wohl kaum einen „richtigen“ Karlsruher, der den großen Brunnen auf dem Marktplatz nicht noch in Erinnerung hat! Seit November 2013 ist das prächtige Denkmal nicht mehr an seinem angestammten Platz zu finden – Grund dafür sind die Bauarbeiten zur Kombilösung. Doch eines vorweg: Unser Ludwigsbrunnen kommt noch in diesem Jahr zurück – bereits im Mai 2020 sollen die Arbeiten dazu beginnen!

 

Die Geschichte des Ludwigsbrunnens auf dem Marktplatz

Ein Blick in die Karlsruher Geschichtsbücher offenbart die spannende Geschichte hinter dem Großherzog-Ludwig-Denkmal – diese reicht bis in das Jahr 1819 zurück! Denn durch den Fund einer Quelle in Durlach am Fuße des Geigers­bergs boten sich Karlsruhe neue Möglich­kei­ten zur Versorgung öffent­li­cher Plätze mit Trink­was­ser­brun­nen. Kurzerhand wurde eine Großher­zog­li­che Wasser­lei­tungs­kom­mis­sion zusammengestellt, die sich um die Planung, Finan­zie­rung und Verlegung der Wasser­lei­tung von Durlach nach Karlsruhe sowie um die Brunnen­bau­ar­bei­ten kümmerte. Das Ziel: Elf Brunnen mit 19 Röhren sollten im Stadtgebiet errichtet werden! Unter ihnen sollte auch der Marktplatzbrunnen sein und zwar als Hauptbrunnen mit vier Ausflussrohren.

Schnell war klar, dass dieser Brunnen ein besonderer Hingucker werden musste! Kein geringerer als der Karlsruher Architekt Friedrich Weinbrenner, welcher zudem Bauin­spek­tor bei der Stadt und ebenfalls Mitglied der Großher­zog­li­chen Wasser­lei­tungs­kom­mis­sion war, nahm die Entwürfe sowie die Errichtung des Hauptbrunnens in seine Hände. Klar war allerdings, dass die zentrale Figur des Hauptbrunnens Großherzog Ludwig sein sollte – als Begründer der öffentlichen Wasserversorgung in Karlsruhe.

 

Brunnen wird fast zehn Jahre zu spät fertig

Am 05. Januar 1824 konnte dann die erste Karls­ru­her Quell­was­ser­lei­tung von Durlach nach Karlsruhe eröffnet werden – doch „Gut Ding will Weile haben„, denn die Bauarbeiten für den Hauptbrunnen am Marktplatz waren zu diesem Zeitpunkt noch lange nicht fertig. Einzig die Becke­num­fas­sung und der Stock des Brunnens waren während der Einwei­hungs­feier der neuen Quell­was­ser­lei­tung vorhanden.

Komplett fertiggestellt wurde der Brunnen auf dem Marktplatz, samt der Sandsteinstatue Großherzog Ludwigs auf dem Sockel des Brunnens, erst im Jahr 1833 – neun Jahre nach der eigentlichen Eröffnung. Da Friedrich Weinbren­ner bereits im März 1826 starb und auch Großherzog Ludwig 1830 verstarb, sahen beide das endgültige Werk nie.

 

Der Ludwigsbrunnen im Jahr 1988. | Quelle: 8/BA Schlesiger 1988  A56_64_7_23

 

5 interessante Fakten zum Karlsruher Marktplatzbrunnen

1. Der Brunnen ist sowohl im Sommer als auch im Winter in Betrieb.

2. Das Brunnenbecken hat acht Seiten mit identischen Relief­fel­dern – diese zeigen das badische Wappen, Meerwesen und badische Greife.

3. In der Mitte des Brunnen­be­ckens befindet sich ein quadra­ti­scher hoher Block mit vier löwen­köp­fi­gen Wasser­spei­ern.

4. Ein zylin­dri­scher Aufsatz bildet den Sockel für die rote Sandstein-Statue des badischen Großher­zogs Ludwig.

5. Großherzog Ludwigs Blick ist auf die Pyramide und das Schloss gerichtet und damit ein Element der „Via Trium­pha­lis“ (= die zentrale Nord-Süd-Achse des Karlsruher Fächers).

 

Großherzog-Ludwig-Denkmal. | Quelle: Stadt Karlsruhe / Frankle

 

Wegen Bauarbeiten – seit 2013 fehlt der Ludwigsbrunnen

Seinen Standort verließ der Brunnen bislang nicht allzu häufig – immerhin ist der Ab- und Wiederaufbau sehr umfangreich. Dennoch wurde er nach dem zweiten Weltkrieg zur Restauration abgebaut, denn im Krieg erlitt das Brunnenbecken erhebliche Schäden und nach Kriegsende wurde zudem die Statue des Großher­zogs mutwillig zerstört. Der Schaden war so groß, dass die Statue nicht mehr zu retten war und die heutige eine von der Steinmetzwerkstatt Schoch nach der Vorlage von Bruchstücken der ursprünglichen Figur gefertigte Kopie ist.

1955 wurde das Großherzog-Ludwig-Denkmal dann wieder aufgestellt. Eine weitere Restauration erfolgte im Jahr 1977. Zuletzt wurde das Denkmal im November 2013 abgebaut – denn seither verwandelte sich der Karlsruher Marktplatz in eine Baustelle der Kombilösung. Bis zum Ende der Bauarbeiten samt Neugestaltung des Marktplatzes sind die Brunnenteile und das Standbild von Großherzog Ludwig in den zentralen Werkstätten des Gartenbauamts eingelagert.

 

Nicht mehr lange – im Mai beginnt der Wiederaufbau

„Der Ludwigsbrunnen ist inzwischen von einem Steinmetzbetrieb restauriert worden. Dabei geht es darum,  kosmetische Korrekturen und grundsätzliche Reinigungsarbeiten am Stein durchzuführen und das Wasserröhrensystem innerhalb des Brunnens zu restaurieren oder ganz zu erneuern“, erklärt Achim Winkel, Pressesprecher der KASIG Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft mbH auf Nachfrage von meinKA.

Diese Arbeiten sind inzwischen beendet und das Großherzog-Ludwig-Denkmal „wartet“ auf seine Rückkehr. Das bereits aus Stahlbeton hergestellte Fundament, auf das der Brunnen aufgesetzt wird, ist bereits vorhanden, so Winkel weiter und die Aufbauarbeiten sollen bereits im Mai 2020 beginnen. Es dauert also nicht mehr lange, bis es vor dem Karlsruher Rathaus wieder plätschert!

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