News aus Baden-Württemberg
EnBW in Karlsruhe setzt auf Erneuerbare und „Zukunftsthemen“

News aus Baden-Württemberg EnBW in Karlsruhe setzt auf Erneuerbare und „Zukunftsthemen“

Quelle: Marijan Murat
dpa

Die Corona-Pandemie kann der EnBW kaum etwas anhaben – so klingt es bei der Bilanz für das vergangene Jahr und dem Ausblick auf 2021. Bei den Zukunftsthemen, die der Konzern angehen will, dreht sich nicht mehr alles um Energie. Auch Schlägereien spielen eine Rolle.

Mit Investitionen etwa in erneuerbare Energien und Telekommunikation will der Energieversorger EnBW trotz Corona den Betriebsgewinn im laufenden Jahr ein fünftes Mal in Folge steigern. Erwartet werde beim bereinigten Ebitda ein Plus von zwei bis sieben Prozent auf 2,83 bis 2,98 Milliarden Euro, sagte Finanzvorstand Thomas Kusterer am Donnerstag. Der Karlsruher Konzern setzt bei seinen mittelfristigen Wachstumsplänen auch auf «Zukunftsthemen», wie EnBW-Chef Frank Mastiaux sagte. Als Beispiele nannte er Infrastruktur zum Schnellladen von E-Fahrzeugen und öffentliche Sicherheit.

Hier teste die EnBW gerade an mehreren Standorten Sensoren, mit deren Hilfe zum Beispiel eine Schlägerei an einer Bushaltestelle erkannt werden soll, erläuterte Mastiaux. Erst dann würden Bilder der Videoüberwachung an einen Beobachter übermittelt, der somit nicht mehr dauernd auf Bildschirme starren müsse, auf denen die meiste Zeit nichts zu sehen sei. Das Ganze sei datenschutzkonform, sagte Mastiaux. Tests liefen etwa auf dem Marktplatz von Gernsbach (Landkreis Rastatt) und an einer Balinger Schule (Zollernalbkreis).

Das Corona-Jahr 2020 hat EnBW mit einem satten Plus abgeschlossen. Die guten Geschäfte gehen vor allem auf die erneuerbaren Energien und die Netze zurück. Der Betriebsgewinn stieg im Vergleich zu 2019 um 14,3 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro – und nahm so zum vierten Mal in Folge zu. Der Umsatz lag bei rund 19,7 Milliarden Euro (plus 1,3 Prozent). Unterm Strich blieben aber nur 596,1 Millionen Euro als Konzernüberschuss und damit fast 19 Prozent weniger als im Vorjahr. Das geht laut Kusterer vor allem auf Finanzanlagen zurück, die zu einem bestimmten Stichtag anders bewertet worden seien als 2019. Die Zahl der Mitarbeiter stieg um 5,8 Prozent auf 24 655.

Nach der Atomkatastrophe von Fukushima vor rund zehn Jahren hatte die EnBW einen Kurswechsel eingeleitet und verabschiedet sich seitdem zunehmend von der Kernenergie. Im Zuge der Energiewende setzte sich der Konzern eine Strategie bis 2020, wonach der Anteil der erneuerbaren Energien auf mehr als 40 Prozent der Erzeugungskapazität ansteigen sollte, um den Rückgang von Kohle und Kernenergie auszugleichen. Das bereinigte Ebitda sollte den Wert von 2012 erreichen – 2,4 Milliarden Euro. «Wir haben erreicht, was wir uns 2013 für das Jahr 2020 vorgenommen haben, einen Großteil der Ziele sogar übertroffen», sagte Mastiaux.

Bis 2025 lautet das neue Ergebnisziel nun, die Marke von drei Milliarden Euro zu knacken. Bis dahin will die EnBW zwölf Milliarden Euro investieren – insbesondere in erneuerbaren Energien, das Netz- und das Breitbandgeschäft. Probleme etwa beim Windkraftausbau an Land gingen nicht nur auf Widerstand vor Ort zurück, betonte Mastiaux. Die Verfahren dauerten mit inzwischen 73 Monaten schlicht zu lange. Im Jahr 2035 schließlich will der Konzern klimaneutral sein.

 

Weitere Nachrichten

So viel kann man mit sozialen Berufen mittlerweile verdienen

Das Gehalt in sozialen Berufen hat in den vergangenen Jahren stark zugelegt. Manche Berufsgruppen erreichen inzwischen das Niveau von Industrieberufen - und liegen teils sogar darüber.

Straftaten in Bus und Bahn teils deutlich zurückgegangen

Immer wieder gibt es Berichte über drastische Verbrechen in Bus und Bahn. Insgesamt ist der Nahverkehr aber sicherer geworden, zeigen Zahlen aus der Kriminalstatistik. Woran das genau liegt.

Dürre begünstigt Plage - so steht es um den Borkenkäfer

Auch der Regen hilft nicht mehr: Der heiße und trockene Sommer begünstigt den schädlichen Borkenkäfer. Eine Expertin ordnet die aktuelle Lage ein.

Rekord bei Windenergie - doch ist der Ausbau in Gefahr?

Bis 2040 will das Land klimaneutral werden. Dafür sind unter anderem Hunderte Windräder nötig. Wie realistisch ist das Ziel angesichts neuer Daten für das erste Halbjahr und Gesetzesänderungen?

"Kein Wasser da": Binnenschiffer trotzt dem Niedrigwasser

Binnenschiffer Patrick Mnich fährt auch bei extremem Niedrigwasser noch über den flachen Rhein. Wo seine größten Herausforderungen liegen und was er tut, wenn er statt Wasser Kies unter sich hat.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.