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Favoriten für Jugendwort: Was „Sybau“ und „Lowkey“ bedeuten

News Favoriten für Jugendwort: Was „Sybau“ und „Lowkey“ bedeuten

Quelle: Marijan Murat/dpa
dpa

Jugendsprache ändert sich rasant – und bleibt für Außenstehende oft ein Rätsel. Wer mitreden will, muss sich also updaten. Checkst du?

«Checkst du?», «Goonen» oder «Sybau»: Jugendliche haben ihre Favoriten für das «Jugendwort des Jahres» 2025 nominiert. Eine sechsstellige Zahl an Einsendungen ging nach Angaben des Langenscheidt Verlags ein – von jungen Menschen zwischen 11 und 20 Jahren. Hier sind die zehn Top-Favoriten – mit Beispielen aus dem Alltag:

 

«Checkst du»

Nicht schwer zu kapieren: Wird genutzt, um sicherzugehen, dass das Gegenüber wirklich versteht, worum es geht. «Ich erklär’s dir jetzt zum letzten Mal, checkst du?»

 

«Das crazy»

Allzweckfloskel, wenn man sprachlos ist oder keine Lust auf eine richtige Antwort hat. Vergleichbar mit «Aha» oder «Okay». Beispiel: «Er hat ihr einfach vor dem ganzen Kurs einen Antrag gemacht! – das crazy.»

 

«Digga(h)»

Klassischer Slang für «Bro», «Bruder», «Kumpel» – oder einfach irgendeine Person. Einsetzbar als Anrede, aber auch als Ausruf: «Diggah, was war das bitte für ein Move?!»

 

«Goonen»

Slangwort für stundenlange Selbstbefriedigung und exzessive Pornosucht. Der Begriff steht auch für die dauerhafte sexuelle Stimulation ohne Höhepunkt. «Für uns gehören auch sexuelle Begriffe zur Jugendsprache», betont das Langenscheidt-Gremium – und schiebt gleichzeitig eine Warnung nach: «Langes Selbstbefriedigen kann eine Dopaminsucht begünstigen und zu einer ungesunden Beziehung mit der eigenen Sexualität führen.»

 

«Lowkey»

Bedeutet so viel wie «ein bisschen», «unauffällig» oder «insgeheim». Der Begriff wird genutzt, um etwas zurückhaltend auszudrücken, um nicht zu dramatisch zu wirken: «Lowkey feiere ich das Outfit schon.»

 

«Rede»

Bedeutet enthusiastische Zustimmung mit Nachdruck – es ist sozusagen ein verbaler Applaus: Der Begriff wird gerufen, wenn jemand genau das ausspricht, was alle denken: «Lehrer sollten mehr verdienen!» – «Rede!»

 

«Schere»

Der Begriff stammt ursprünglich aus der Gaming-Szene und ist ein Bekenntnis zu einem Fehler. Anstatt Ausreden zu verwenden, wird die Schuld humorvoll anerkannt, indem man «die Schere hebt». Im Fußball wäre dies die gehobene Hand zur Entschuldigung nach einem Foul: «Oh nein, jetzt ist unser Magier gestorben. Schere!»

 

«Sybau»

Klingt niedlich, bedeutet aber: «Shut your bitch ass up». Ältere Generationen sagten dazu noch «Halt die Fresse», wie der Verlag erläutert. Wobei der Begriff im Gegensatz dazu auch ironisch und augenzwinkernd in den Kommentarspalten auftauchen kann: «Bro redet seit zehn Minuten Unsinn – sybau.»

 

«Tot»

Der Begriff bezeichnet laut Langenscheidt eine peinliche, uncoole oder schlicht langweilige Situation: «Alle auf der Party sitzen am Handy, Musik leise – tot.»

 

«Tuff»

Abgewandelte Schreibweise von «tough», beschreibt aber nicht wie im Englischen nur Hartes oder Schwieriges, sondern steht breiter als Synonym für «krass», «cool» oder «beeindruckend». Beispiel: «Der Trick war echt tuff, Bruder.»

Das «Jugendwort des Jahres» gibt es seit 2008. Damals wurde «Gammelfleischparty» als Synonym für eine Ü-30-Party gekürt. Es folgte «hartzen» (2009) fürs Nichtstun und «Niveaulimbo» (2010) für eher flache Konversationen.

«Manche Begriffe verschwinden nach kurzer Zeit wieder, und andere bleiben, weil sie gut klingen, vielfältig nutzbar und von angesagten Online-Persönlichkeiten oft verwendet werden», meint Patricia Kunth, die bei Langenscheidt für den Wortwettbewerb verantwortlich ist.

Anfang September werden die Top-3-Begriffe bekanntgegeben, das Online-Voting geht dann in die letzte Runde. Die finale Bekanntgabe des Jugendwortes 2025 erfolgt am 18. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse.

 

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