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Gefahr für Bienen und Obst: immer mehr Asiatische Hornissen

News Gefahr für Bienen und Obst: immer mehr Asiatische Hornissen

Quelle: Axel Heimken/dpa
dpa

Die Asiatische Hornisse breitet sich in Baden-Württemberg weiter aus. Imker und Obstbauern beobachten die Entwicklung mit Sorge. Das heißt aber nicht, dass jedes Nest weg muss.

Die Asiatische Hornisse breitet sich in Baden-Württemberg rasant aus: Die Zahl der gemeldeten Nester hat sich binnen eines Jahres mehr als verdoppelt. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben des Umweltministeriums knapp 3300 Nester gemeldet – mehr als doppelt so viele wie 2024.

«Von einer weiteren Ausbreitung und einer steigenden Anzahl von Nestern ist trotz zahlreicher Bekämpfungsmaßnahmen auszugehen», hieß es dazu im Ministerium in Stuttgart.

 

Nicht jedes Nest muss weg

Das Insekt gehört zu den invasiven Arten, also zu den Tieren, die in Deutschland eigentlich fremd sind, durch menschliches Handeln aber hierhergelangt sind. Im vergangenen Jahr stufte das Bundesumweltministerium die Asiatische Hornisse in Deutschland als «weit verbreitet» ein. Seitdem sind die Naturschutzbehörden nicht mehr verpflichtet, alle Nester zu beseitigen.

Eine Ausbreitung sei trotz aufwendiger Maßnahmen nicht aufzuhalten, hieß es aus dem Ministerium. Eine intensive Bekämpfung habe kaum Auswirkungen. Zudem sei eine flächendeckende Beseitigung von Nestern nicht umsetzbar und mit hohen Kosten verbunden. Eine Verpflichtung, jedes Nest zu entfernen, gibt es laut Ministerium nicht. Die Landesanstalt für Bienenkunde koordiniert weiterhin entsprechende Einsätze durch geschulte und sachkundige Experten mit geeigneter Schutzausrüstung.

 

Ausbreitung seit 20 Jahren

Nach Angaben des Naturschutzbundes Nabu breitet sich die aus Südostasien stammende Hornissenart seit Anfang der 2000er Jahre in Europa aus; seit 2018 steht sie in der EU auf der Liste invasiver Arten. Von heimischen Hornissen ist sie leicht zu unterscheiden: Die Asiatische Hornisse ist kleiner, hat einen dunklen Körper und gelbe Füße.

Ihre Gründungsnester baut sie häufig in Schuppen oder Rollladenkästen. Die Kolonie (Staat) zieht jedoch im Hochsommer um und errichtet ihr sogenanntes Sekundärnest weit oben in Baumwipfeln. Oft werden diese Nester erst bemerkt, wenn die Bäume im Herbst kahler werden. Die Vespa velutina ernährt sich unter anderem von anderen Insekten und ist nicht aggressiver als heimische Hornissen.

 

Invasive Hornisse kam vor gut einem Jahrzehnt an

Die Asiatische Hornisse stellt aber eine Gefahr für Honigbienen und damit für die Imkerei dar, aber auch für den Obst- und Weinbau. Ihre Stiche können allergische Reaktionen auslösen, wie die Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Stuttgart-Hohenheim warnt. Die Asiatische Hornisse ist zwar weniger aggressiv gegenüber Menschen als etwa Wespen. Sie wird jedoch zur Gefahr, wenn man sich einem Nest nähert – dann verteidigen die Tiere ihr Zuhause mit Stichen.

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) kam von Asien aus mit Warenlieferungen unter anderem über die italienische Hafenstadt Genua nach Deutschland. 2004 wurde eine Unterart erstmals in Europa nachgewiesen, zehn Jahre später erreichte sie auch Deutschland – 2014 wurde sie im südlichen Rheinland-Pfalz und im Raum Karlsruhe entdeckt. Karlsruhe ist auch weiter einer der Hotspots der Asiatischen Hornisse in Baden-Württemberg.

 

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