News aus Baden-Württemberg
Genitalverstümmelungen bei 10.000 Frauen in Baden-Württemberg

News aus Baden-Württemberg Genitalverstümmelungen bei 10.000 Frauen in Baden-Württemberg

Quelle: Carsten Koall/dpa/Symbolbild
dpa

Genitalverstümmelungen gehören für viele Frauen und Mädchen weltweit noch zum Erwachsenwerden dazu. Doch auch in Baden-Württemberg gibt es Betroffene – und das sind nicht wenige.

Schätzungen der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes (TDF) zufolge sind in Baden-Württemberg mehr als 10.000 Frauen und Mädchen von Genitalverstümmelungen betroffen. Weitere rund 1700 sind laut der Dunkelzifferschätzung potenziell gefährdet, wie die Organisation am Donnerstag in Berlin mitteilte. Deutschlandweit sind dieser Schätzung zufolge mehr als 100.000 Frauen und Mädchen von den Beschneidungen betroffen.

Bei der weiblichen Genitalverstümmelung werden die äußeren Geschlechtsorgane von jungen Mädchen teilweise oder ganz abgeschnitten. Die Prozedur wird meist ohne Betäubung und mit nicht sterilen Gegenständen wie Rasierklingen oder Glasscherben durchgeführt. Laut Weltgesundheitsorganisation sind weltweit rund 200 Millionen Frauen von dem Ritus betroffen, der etwa in Somalia und Sierra Leone weit verbreitet ist.

Für die Schätzungen orientierte sich TDF an den Betroffenenzahlen in den Herkunftsländern der Frauen und Mädchen. Für die potenziell gefährdeten, in Deutschland geborenen Mädchen berechnete TDF zwei Szenarien anhand der Migrationsgeschichte ihrer Eltern. Einerseits könne die Migrationsgeschichte dazu geführt haben, dass Genitalverstümmelung deutlich seltener durchgeführt wird. Andererseits könne es auch bedeuten, dass sich ihre Einstellungen nicht groß verändert haben und sie ihre Mädchen dennoch der Prozedur unterziehen. Je nach Szenario sind laut TDF zwischen 171 und 1542 Mädchen in Baden-Württemberg potenziell gefährdet.

Mädchen und Frauen ohne Papiere, bereits eingebürgerte Frauen und gefährdete Mädchen mit deutscher Staatsangehörigkeit seien in den Daten nicht berücksichtigt, teilte die Organisation mit. Die tatsächliche Dunkelziffer könne die Schätzungen demnach noch übersteigen.

«Wir brauchen dringend eine verbesserte Datenlage in Deutschland, um Mädchen durch gezielte Prävention effektiv schützen und bereits Betroffene besser versorgen zu können», sagte Sonja Störmer von TDF. «Diese Mädchen und Frauen befinden sich mitten in unserer Gesellschaft, und wir müssen sie sichtbar machen.»

 

Weitere Nachrichten

Mutmaßlicher Brandstifter nach rund 40 Bränden in U-Haft

Stroh, Felder, Holzstapel: Seit Juni brennt es im Enzkreis immer wieder. Jetzt könnte das ein Ende haben.

Bahnhofsvorplatz am Karlsruher Hauptbahnhof wird teilweise barrierefrei umgebaut

Derzeit entsprechen die Bahnsteige am Bahnhofsvorplatz aufgrund ihrer geringen Höhe nicht den Anforderungen an einen barrierefreien Zugang zum ÖPNV. Durch den Umbau sollen die Haltestellen bis zum Komplettumbau provisorisch umgerüstet werden.

Lebenserwartung in Baden-Württemberg steigt erneut leicht an

Fast zehn Jahre mehr Lebenszeit für Neugeborene als in den 1970ern – warum die Säuglingssterblichkeit und bessere Vorsorge die Lebenserwartung im Südwesten so stark beeinflussen.

Schwimmunterricht ohne Rettungsfähigkeit? Land lässt prüfen

Wer Schülern Schwimmen beibringt, muss im Notfall Leben retten können. Landesweit wird nun geprüft, ob das auch immer der Fall ist. Ein Verdacht aus dem Raum Baden-Baden sorgt für Unsicherheiten.

Lebensmitteleinkauf: Was Rabatt-Apps so beliebt macht – und was kritisiert wird

Rabatt-Apps versprechen exklusive Sparvorteile. Verbraucherschützer sehen genau darin eine Benachteiligung. Ein großer Teil der Kunden nutzt die Apps, hat daran jedoch oft auch etwas auszusetzen.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.