News
Getreideernte in Gefahr? Regen bremst die Landwirte aus

News Getreideernte in Gefahr? Regen bremst die Landwirte aus

Quelle: Patrick Pleul/dpa
dpa

Vor gut einem Monat haben Bauern die Getreideernte eingeläutet. Doch noch immer steht viel Korn und Raps auf den Feldern. Regen bremst die Landwirte aus. Was sind die Folgen?

Der starke Regen in den vergangenen Tagen bereitet Bauern in Baden-Württemberg Sorgen – sie bangen um die Ernte bei Getreide und Raps. Vor allem in höheren Lagen wie der Baar, dem Hegau oder dem Bodenseegebiet konnte bislang ein Großteil der Ernte nicht eingebracht werden – vielerorts sind noch 70 bis 90 Prozent der Flächen unbearbeitet, wie der Badische Landwirtschaftliche Hauptverband (BLHV) mitteilte. «Was jetzt noch steht, ist in der Qualität akut gefährdet», warnte BLHV-Präsident Bernhard Bolkart. Die Natur brauche Wasser – aber jetzt sei es genug. Die Ernte brauche endlich Sonne.

Die Folgen von zu viel Regen sind unter anderem ein abnehmender Proteingehalt. Dies sei ein entscheidender Parameter für die Verarbeitung, insbesondere bei Brotgetreide. Erste sogenannte Auswüchse sind bereits zu beobachten: Dabei beginnt das Korn noch vor der Ernte am Halm zu keimen – ein sicheres Zeichen für den Verlust von Backfähigkeit und Vermarktungswert, wie der Verband weiter mitteilte. Besonders betroffen seien Weizen, Roggen und Hafer, vor allem in zuvor hagelgeschädigten Beständen.

Hohe Luftfeuchtigkeit und Wärme können Pilzkrankheiten begünstigen, die die Qualität des Ernteguts stark beeinträchtigen, wie das Agrarministerium in Stuttgart mitteilte.

Durch die Regenfälle in den vergangenen Tagen kämen Bauern in den Gebieten, in denen üblicherweise früh geerntet werde, unter Zeitdruck. Dies gelte auch für Regionen, in denen es sehr trocken gewesen und das Korn schnell gereift sei.

Hierzu zählten das Gebiet der fränkischen Platten, Hohenlohekreis, Neckar-Odenwaldkreis, Kraichgau, Rhein-Main und Teile des Main-Tauber-Kreis. Höher gelegene Gebiete wie die Schwäbische Alb oder der Südosten des Landes mit Alpeneinfluss, die genügend Niederschlag hatten, seien von der Problematik nicht so sehr betroffen, teilte das Ministerium mit.

 

Weitere Nachrichten

Anhaltende Trockenheit: Angler retten Fische aus fast ausgetrocknetem Kanal

Viele Gewässer in und um Freiburg sind innerhalb der letzten Wochen und Monate nahezu ausgetrocknet. Der Angelsportverein versucht an Fischen zu retten, was noch zu retten ist.

"Sieht aus wie Herbst" Trockenheit plagt botanische Gärten

Zwar sind ein paar regenreiche Tage in Aussicht – viel ändern wird das aber nicht. Die Situation in den botanischen Gärten im Land ist kritisch, viele Pflanzen werden nicht überleben.

Statistik: So stark ist die Beschäftigung in der Autoindustrie gesunken

Die deutsche Autoindustrie kriselt. Das macht sich bei der Anzahl der Beschäftigten bemerkbar - auch im Autoland Baden-Württemberg. Wie fiel der Rückgang zuletzt aus?

Warum manche Wiesen braun werden – und andere grün bleiben

Ein Blick über die Landschaft – und der Kontrast fällt auf: Während eine Wiese verdorrt, ist das Feld daneben noch grün. Ein Hydrologe erklärt, warum das so ist.

Bodensee-Wasser auf niedrigstem Stand in diesem Jahr

Der Bodensee hat so wenig Wasser wie nie zuvor in diesem Jahr. Am Pegel Konstanz wurden 275 Zentimeter gemessen. Was die Gründe sind und wie sich die Situation weiter entwickeln könnte.

Radfahrer in Bretten stürzt und verletzt sich lebensgefährlich

Ein Mann ist mit seinem Fahrrad auf einem Feldweg unterwegs. In einer Kurve verliert er die Kontrolle über sein Rad und es kommt zu einem folgenschweren Sturz.






















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.