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Gewitteralarm: Darum entstehen Sommergewitter eher in den Bergen

News Gewitteralarm: Darum entstehen Sommergewitter eher in den Bergen

Quelle: Christoph Schmidt/dpa
dpa

Plötzlich prasselt Regen, Blitze zucken – und ein paar Straßen weiter ist alles trocken. Was Gewitter so unberechenbar macht und warum sie eher in den bayerischen Alpen oder im Schwarzwald vorkommen.

Es ist schwül-warm, der Himmel verdunkelt sich, auf einmal zucken Blitze und es gießt wie aus Eimern. Nach relativ kurzer Zeit ist das Spektakel dann meist schon wieder vorbei. Zurück bleiben umgestürzte Bäume, manchmal zentimetergroße Hagelkörner oder überschwemmte Straßen, weil die Wassermassen nicht rasch genug abfließen. Vor allem im Sommer entstehen solche Gewitter, zumeist in den Bergen – aber warum?

Risikofaktor Berg

Grundsätzlich sind Gewitter dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge schwer vorhersagbar, in bergigen Regionen entstehen sie aber eher. «Sieht man sich die Zahl der Gewittertage an, also der Tage, an dem zumindest ein Gewitter registriert wurde, so heben sich die bayerischen Alpen, Schwarzwald, Schwäbische Alb, Bayerischer Wald und Erzgebirge durch eine deutliche höhere Zahl an Tagen von den übrigen Regionen in Deutschland ab», erklärt Dirk Mewes vom DWD in München.

Auch im Umfeld der Berge komme es daher häufiger zu Gewittern als anderswo. «Das liegt daran, dass die Gewitter am Bergland entstehen und dann in die vorgelagerten Gebiete ziehen. Das Bergland ist deshalb eine ideale „Brutstätte“ von Gewittern.»

Wenn Luft gegen einen Berg strömt, kann sie laut DWD nicht durch den Berg hindurch. Sie wird an den Hängen nach oben gedrückt. Beim Aufsteigen dehnt sich die Luft wegen des geringeren Luftdrucks aus, kühlt sich dabei ab und der Wasserdampf kondensiert zu Wolken. Steigt die Luft weit genug auf, können sich mächtige Gewitterwolken bilden.

Nur Wärme ist nicht entscheidend

«Hitze allein reicht nicht aus», erklärt der Meteorologe. Nötig sei ein großer Temperaturunterschied zwischen den hohen Luftschichten und dem Boden. Außerdem müsse der Wasserdampfgehalt der Atmosphäre ausreichend hoch sein.

«Für die Gewitterbildung muss die aufsteigende Luft in Höhenregionen vorstoßen, deren Temperatur deutlich unter minus zehn Grad liegt», erläutert Mewes. Nötig sei eine Eis- beziehungsweise Graupelbildung, um eine Ladungstrennung innerhalb der entstehenden Gewitterwolke herbeizuführen.

Was der Wind bewirkt

In den zehn bis zwölf Kilometer in die Höhe reichenden Wolken mit einem charakteristischen Eisschirm im oberen Teil baue sich dann ein Ladungspotential auf, das ausgeglichen werden müsse. Entweder komme es zu Entladungen zwischen den Wolken oder zwischen Wolken und Erdboden. Dann gewittere es, so der Experte.

Manchmal entwickelten sich auch große Hagelpartikel. Nach Mewes Worten geschieht dies vor allem dann, wenn der Wind seine Richtung mit der Höhe ändert oder dessen Geschwindigkeit zunimmt. Dann hätten die Eispartikel bessere Chancen zu wachsen.

 

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