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„Glücksatlas“: Wo Großstädter im Land zufriedener sind – und wo weniger

News „Glücksatlas“: Wo Großstädter im Land zufriedener sind – und wo weniger

Quelle: Uwe Anspach/dpa
dpa

In den meisten großen Städten im Land sind die Menschen laut einer Umfrage nicht so zufrieden, wie es die objektive Lebensqualität nahelegt. Wo die Unzufriedeneren leben – und wo die Zufriedeneren.

Menschen in den Großstädten Baden-Württembergs sind laut einer aktuellen Studie deutlich weniger zufrieden, als es die objektive Lebensqualität nahelegt. Die einzige Ausnahme ist dabei Mannheim, wie aus dem «Glücksatlas» der Süddeutschen Klassenlotterie (SKL) hervorgeht. Mannheimer sind demnach sogar deutlich zufriedener, als es Faktoren wie etwa die vergleichsweise hohe Kriminalität nahelegen. So erreicht die Stadt auf einer Skala von 0 bis 10 einen Wert von 7,16.

Damit wird Mannheim als «Overperformer» in der Liste von 40 deutschen Großstädten geführt. Es ist die Großstadt im Südwesten, in der die Menschen am zufriedensten sind, wie aus der Studie hervorgeht, an der auch Forscher der Universität Freiburg beteiligt waren. Die Stadt in Nordbaden landet dabei gemeinsam mit Kassel bundesweit auf Platz 13 – vier Plätze höher als im vergangenen Jahr. Nach der objektiven Lebensqualität betrachtet – etwa gemessen an Bildungsangebot, Kriminalität, Einkommen oder Eigentumsquote – müsste die Stadt laut der Studie auf Platz 26 landen.

Das Ranking listet 40 Großstädte mit mehr als 200.000 Einwohnern auf. Für die Umfrage wurde mündlich und persönlich die Frage gestellt: «Wenn Sie einmal alles in allem nehmen, wie zufrieden sind Sie insgesamt zurzeit mit Ihrem Leben?» Die Befragten bewerteten individuell, was ihr Leben lebenswert macht. Daneben wurde ein Index der objektiven Lebensqualität aus 30 Indikatoren in acht Kategorien erstellt, darunter Wohnen, Kriminalität, Wohlstand und Arbeitsmarkt, Gesundheit, Familie und Bildung.

Hohe Einkommen, niedrige Kriminalität

Baden-Württembergs Großstädte bieten grundsätzlich viel, wie die Forscher schreiben: Die Einkommen sind hoch, viele Menschen besitzen Immobilien, die Kriminalität ist niedrig und die Bildungs- und Gesundheitsversorgung sind sehr gut. Trotzdem gäben viele Menschen in den Großstädten an, eher mäßig zufrieden zu sein. So könnte Karlsruhe mit Blick auf die Zufriedenheit seiner Bewohnerinnen und Bewohner eigentlich bundesweit auf Platz 2 stehen. Stattdessen landet die Stadt auf Platz 37. Ein echter «Underperformer».

Ähnliches gelte für Freiburg, schreiben die Forscher. Nur nach der objektiven Lebensqualität würde die Stadt auf Platz 4 im Ranking landen. Stattdessen liegt sie auf Platz 26 – und zudem noch fünf Plätze schlechter als im vergangenen Jahr.

Alternde Bevölkerung, schlechte Wohnsituation

Die Forscher schreiben zu Karlsruhe und Freiburg: «Beide Städte verbindet eine gute wirtschaftliche Situation und im deutschlandweiten Vergleich eine vorbildliche Versorgung mit öffentlichen Gütern (Bildung und Gesundheit).» Dagegen seien die Nachteile rar: «In Freiburg ist die Wohnsituation im deutschlandweiten Vergleich die zweitschlechteste, Karlsruhe wiederum hat eine schnell alternde Bevölkerung.»

Die Landeshauptstadt Stuttgart landete in dem Städteranking auf Platz 21, zwei Plätze schlechter als bei der letzten Befragung. Nach der objektiven Lebensqualität sehen die Forscher die Stadt auf Platz 8.

Bundesweiter Spitzenreiter bei den Städten ist laut der Studie das thüringische Erfurt. Am schlechtesten schneidet Rostock in Mecklenburg-Vorpommern ab. Insgesamt haben sich die befragten Menschen minimal zufriedener geäußert als im vergangenen Jahr.

 

 

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