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Hitze treibt Getreideernte voran – Weizen in Gefahr?

News Hitze treibt Getreideernte voran – Weizen in Gefahr?

Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa
dpa

Auf den Feldern in Baden-Württemberg sind wieder Mähdrescher unterwegs. Die Ernte beginnt aber früher als üblich. Was das mit der Hitze zu tun hat – und welche Folgen die Bauern erwarten.

Die Getreideernte im Südwesten hat in diesem Jahr früher begonnen als üblich. Ursache ist vor allem die Hitze der vergangenen Wochen, wie der Landesbauernverband mitteilte. Dadurch seien die Pflanzen schneller reif geworden. In den frühen Anbauregionen wie dem Raum Karlsruhe und dem Rhein-Neckar-Kreis laufen die Mähdrescher bereits seit Ende Juni. Dort wird aktuell die Winterbraugerste eingeholt.

In den kommenden Wochen folgen demnach Winterweizen, Winterraps und Sommergetreide wie Sommergerste und Hafer. Der genaue Erntezeitpunkt hänge von der Region und den jeweiligen Witterungsbedingungen ab. Auch beim Winterweizen rechnet der Bauernverband mit einem um ungefähr zehn Tage vorgezogenen Erntebeginn.

Insgesamt erwarten die Landwirte eine durchschnittliche Ernte. Die regionalen Unterschiede fallen aber relativ groß aus. Entscheidend seien die Bodenart und die Wasserverfügbarkeit: Auf sandigen oder flachen Böden hätten die Pflanzen nicht ausreichend Regen bekommen. Dort sei mit Ertragseinbußen zu rechnen. Wie groß diese ausfallen, lässt sich demnach erst nach der Ernte beziffern.

 

Gerste gut, Weizen unter Druck

Bei der bereits geernteten Wintergerste zeigt sich ein vergleichsweise gutes Bild: Die Erträge seien durchschnittlich bis leicht über dem Durchschnitt, die Qualität gut. Die Niederschläge im Mai und Anfang Juni hätten sich positiv ausgewirkt. Die Hitzephase habe die Gerste wiederum erst zu einem Zeitpunkt getroffen, an dem die Stärkeeinlagerung ins Korn – die für große Körner und damit gute Erträge sorgt – bereits abgeschlossen war.

Kritischer ist die Lage beim Winterweizen. Durch die Hitze drohen laut Verband Ertrags- und Qualitätseinbußen. Denn der Weizen befindet sich derzeit in der Kornfüllungsphase. Die hohen Temperaturen könnten eine sogenannte Notreife auslösen. Durch die Stressreaktion sichert die Pflanze ihr Überleben, die Körner bleiben aber kleiner. Eine abschließende Einschätzung sei noch nicht möglich.

 

Wie sieht es bei Mais und Zuckerrüben aus?

Auch Mais und Zuckerrüben zeigen je nach Standort ein sehr unterschiedliches Bild. Beim Mais seien teilweise eingerollte Blätter zu sehen – ein Zeichen für Hitzestress und fehlenden Niederschlag. Manche Bestände sind demnach noch recht klein, andere hingegen entwickeln sich gut. Bei der Zuckerrübe seien auf sandigen Böden erste Anzeichen von Trockenstress erkennbar. Für beide Kulturen, die erst im Herbst geerntet werden, sind die Niederschläge der vergangenen Tage laut Verband von großer Bedeutung.

 

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