KSC Die blau-weiße meinKA-Interview-Reihe: 7 Fragen mit Timon Pauls
In unserer blau-weißen Interview-Reihe „7 Fragen mit…“ werfen wir einen Blick hinter die Kulissen des KSC. Dabei sprechen wir über die aktuelle Situation und über persönliche Themen. Heute im Fokus: Der KSC-Direktor Profifußball Timon Pauls.
Der Klassenerhalt ist in trockenen Tüchern und die Saison neigt sich dem Ende zu, wie zufrieden bist du mit eurer Saison?
Timon Pauls, KSC-Direktor Profifußball: „Hinter uns liegt eine Saison, die von einigen Höhen und Tiefen geprägt war. Wir sind gut in die Saison gestartet. Der zweite Teil der Hinrunde war von den Ergebnissen und Leistungen nicht so zufriedenstellend. Zu Beginn der Rückrunde hatten wir uns ein stückweit gefangen, sind dann aber wieder in eine Schwächephase geraten. Insgesamt war es sehr wechselhaft und eine Achterbahnfahrt. Das Ziel für die verbleibenden beiden Spiele ist, dass wir die bestmögliche Punkteausbeute rausholen und die Saison auf einem einstelligen Tabellenplatz abschließen.“
Es wurde diese Saison oft davon gesprochen, dass die Einstellung in manchen Spielen gefehlt hat, was waren aus deiner Sicht die Gründe, warum es nicht für mehr gereicht hat?
Timon Pauls: „Um erfolgreich zu sein, müssen wir konstant in unseren Leistungen sein. Man darf sich in dieser Liga keine Schwächephase erlauben. Gerade vor Weihnachten war das bei uns leider der Fall. Insgesamt waren wir zu schwankend in unseren Leistungen, deshalb stehen wir zu Recht da, wo wir uns in der Tabelle befinden.“
Diese Saison gab es 10 externe Neuzugänge, wie zufrieden bist du mit den Jungs unserer ist für dich besonders rausgestochen und gibt es bereits Pläne, was die Kaufoptionen angeht?
Timon Pauls: „Wie von Mario Eggimann bei unserem Mitgliederforum am Montagabend bereits angesprochen, sind wir in unserer Bewertung ehrlich und kritisch. Um aber einmal ein paar Namen zu nennen: Mit Hans Christian Bernat haben wir einen sehr guten Torwart verpflichtet oder auch im Winter haben wir mit Stephan Ambrosius einen total stabilen Innenverteidiger zurückgeholt. Mit Paul Scholl haben wir einen super spannenden Jungen für die Zukunft geholt. Auch Shio Fukuda und Leon Opitz haben bereits mehrfach angedeutet, welches Potenzial in ihnen steckt. Insgesamt sind unsere Jungs sehr selbstkritisch und der eine oder andere, den wir im Sommer dazu geholt haben, hatte sich auch selbst mehr vorgenommen.
Mit Paul Scholl sind wir in sehr guten Gesprächen, mit Roko Simic sind wir ebenfalls im Gespräch. Vieles hängt hier auch von der Bewertung des neuen Trainers ab. Bei Steph Ambroisius hat sich die Bewertungsgrundlage durch die schwere Verletzung natürlich komplett verändert. Vor seiner Verletzung standen wir bereits in Gesprächen mit ihm und seinem Berater. Aber auch wie bereits von Mario Eggimann erwähnt, werden wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht das finanzielle Risiko eingehen können und die Option nicht ziehen. Der Kontakt zu Steph wird dabei aber nicht abreißen.“
Im Hinblick auf den Sommer: kannst du jetzt schon abschätzen, unabhängig von potentiellen Abgängen, auf welchen Positionen und vielleicht auch welchen Typ Spieler ihr für die neue Saison sucht?
Timon Pauls: „Für die neue Saison brauchen wir grundsätzlich Spieler mit Intensität und Jungs, die bei uns den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung gehen wollen. Wir wollen Spieler in unseren Reihen haben, die durchgehend verfügbar – also verletzungsresistent – und konstant in ihren Leistungen sind. Wir schauen uns auf mehreren Positionen um und wollen grundsätzlich in unserem Spiel unberechenbarer werden. Vor allem im Sturm suchen wir nach unterschiedlichen Profilen, um in unserer Spielweise variabler zu werden.“
Es wurde bereits mehrfach berichtet, dass Spieler wie David Herold, Louey Ben Farhat, Dzenis Burnic und mit Sicherheit auch ein oder zwei mehr, im Fokus anderer Vereine stehen. Gibt es aktuell Anfragen, wie weit kannst du da Einblicke gewähren?
Timon Pauls: „Mediale Gerüchte und Spekulationen kommentieren wir grundsätzlich nicht. Das hilft niemanden. Gewisse Interessenslagen auf beiden Seiten gehören immer dazu, da hören wir uns alles an und nehmen es entsprechend ernst.“
Ihr habt bereits drei Neuzugänge verpflichtet was für Spieler kommen da im Sommer dazu?
Timon Pauls: „Im Endeffekt bekommen wir Spieler, die richtig Bock auf den KSC haben, eine gewisse Intensität mitbringen und hier bei uns den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung sehen. Wenn ich beispielsweise an Noel Eichinger denke, hat der bei Jahn Regensburg eine sehr gute Saison in der dritten Liga gespielt. Er hat sich über die Saison hervorgehoben, ist ein flexibel einsetzbarer Spieler und bringt sich selbst immer wieder in gute Abschlusssituationen. Kevin Wiethaup hat beim Aufsteiger VfL Osnabrück eine enorme Power im Mittelfeld entwickelt, ist auf dem Platz sehr aktiv, will immer den Ball am Fuß haben und ihn treiben. Mit Ferdinand Gebert bekommen wir einen jungen Keeper, den wir bei uns behutsam aufbauen wollen und der in unserem Torwartteam mit Torwarttrainer Markus Miller Schritt für Schritt wachsen und sich an den Profibereich gewöhnen soll.
Du warst lange Zeit im Jugendbereich aktiv, vor allem beim FC Bayern München, hat dir das dabei geholfen, dich besser an das KSC-Konzept anzupassen? (Junge Spieler verpflichten, entwickeln und mit Gewinn zu verkaufen)
Timon Pauls: „Es ist sicherlich ein Vorteil für mich, dass ich im Jugendbereich des FC Bayern München und vorher auch bei 1860 München gearbeitet habe. Dadurch habe ich ein größeres Verständnis dafür entwickelt, was es braucht, um den Sprung in den Profibereich erfolgreich zu meistern. Der Schritt ist bei einem Verein wie dem FC Bayern natürlich nochmal ein deutlich größerer. Aber diese Erfahrung hilft dabei, um zu wissen, was eine zweite Mannschaft, eine U19 und eine U17 ausmacht und was in diesem Bereich wichtig ist, um die jungen Spieler aus dem eigenen Nachwuchs bei den Profis zu integrieren.“