News aus Baden-Württemberg
Justizministerium in Erklärungsnot: Häftlinge entkommen aus offenem Vollzug in Bruchsal

News aus Baden-Württemberg Justizministerium in Erklärungsnot: Häftlinge entkommen aus offenem Vollzug in Bruchsal

Quelle: Bernd Weißbrod/dpa/Symbolbild
dpa

Die Fälle sind nicht zu vergleichen, aber sie bringen das Justizministerium erneut in Erklärungsnot. Zwei Gefangene sind aus dem offenen Vollzug entwichen. Keine Einzelfälle, aber ein sensibles Thema.

Nach zwei Fluchten von Gefangenen aus dem sogenannten offenen Vollzug wehrt sich das baden-württembergische Justizministerium gegen Vorwürfe und falsche Vergleiche – es bestätigt aber die Vorfälle.

Demnach ist unter anderem ein 27-Jähriger in der Nacht zum Heiligabend aus der Außenstelle Kislau der Justizvollzugsanstalt (JVA) Bruchsal entkommen. Es habe zudem in diesem Jahr einen weiteren Fall gegeben, teilte das Ministerium am Freitag der Deutschen Presse-Agentur mit, ohne zunächst Details zu nennen.

«In den Einrichtungen des offenen Vollzugs sieht das Gesetz keine oder nur verminderte Vorkehrungen gegen Entweichungen vor», hieß es im Ministerium weiter. «Das Risiko der Entweichungen ist in Einrichtungen dieser Vollzugsform immanent.» Zuerst hatten die «Badischen Neuesten Nachrichten» über den Fall von Heiligabend berichtet.

Im offenen Vollzug müssen Gefangene ihre oft kürzere Zeit absitzen, weil sie zum Beispiel Geldstrafen nicht bezahlt haben. Sie arbeiten unter anderem in der landwirtschaftlichen Produktion oder im Hofladen der Außenstelle. Durchschnittlich gab es laut Ministerium im offenen Vollzug in Baden-Württemberg in den vergangenen zwölf Jahren jährlich rund neun Entweichungen, im vergangenen Jahr konnten elf Gefangene entkommen, von denen fünf noch auf der Flucht seien.

«Bei ihnen wird nicht vom Vorliegen einer Gefahr für die Bevölkerung ausgegangen und daher auch keine aktive Öffentlichkeitsarbeit betrieben», sagte ein Ministeriumssprecher.

Bereits im vergangenen Jahr hatte sich das Ministerium wegen zwei Häftlingsfluchten scharfer Kritik ausgesetzt gesehen. Einer der beiden war Mitte Dezember bei einem Arztbesuch im Klinikum Ludwigshafen entkommen. Er wurde ebenso wie sein mutmaßlicher Fluchthelfer Ende Dezember festgenommen. Jede Spur fehlt weiter von einem anderen entkommenen Häftling. Der Straftäter aus der JVA Bruchsal war Ende Oktober bei einem bewachten Ausflug an einen Baggersee in Germersheim (Rheinland-Pfalz) geflohen.

«Entweichungen aus dem Strafvollzug scheinen im Land leider zum Trend zu werden», kritisierte Julia Goll, die Strafvollzugsbeauftragte der FDP-Fraktion. Sie kündigte an, sich nach den Sicherheitsvorkehrungen im sogenannten offenen Vollzug zu erkundigen.

 

Weitere Nachrichten

Land zahlt Corona-Hilfen an Tausende Betriebe zurück

Nach monatelanger Unsicherheit können Betriebe aufatmen: Das Land zahlt ihnen Corona-Hilfen zurück. Doch nicht jeder bekommt Geld – wer profitiert?

605 Millionen Euro: Mehr Geld für Vereine - Land erhöht Sportförderung deutlich

Baden-Württemberg stellt von 2027 bis 2031 insgesamt 605 Millionen Euro für Sportvereine bereit. Was die Vereine und Verbände von den 16 Millionen Euro mehr pro Jahr konkret erwarten können.

Grünen-Politikerin aus Karlsruhe wirft Hagel "verbale Entgleisung" vor

«Rehbraune Augen»: Kurz vor der Wahl steht CDU-Spitzenkandidat Hagel wegen alten Aussagen über einen Schulbesuch in der Kritik. Geht es um Sexismus? Oder ist das schmutziger Wahlkampf?

Vorgeschmack auf den Sommer: Temperaturen auf Rekordjagd

Fast wie im Sommer: Der Februar könnte in Baden-Württemberg mit bis zu 23 Grad den alten Hitzerekord knacken. Was der Wetterdienst dazu sagt - und wo es besonders warm wird.

Rechtsanspruch ab Herbst: Nachmittags in den Hort? Im Land fehlen 22.400 Plätze

Ab dem kommenden Schuljahr haben Erstklässler einen Anspruch auf Ganztagsbetreuung. Vier Jahre später dann alle Grundschüler. Eine Berechnung zeigt: Der Südwesten hat noch Nachholbedarf.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.