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Karlsruhe mit größtem Preissprung: Wo Haushalte für Gas am meisten zahlen

News Karlsruhe mit größtem Preissprung: Wo Haushalte für Gas am meisten zahlen

Quelle: Bernd Weißbrod/dpa
dpa

Das Thermometer zeigt einstellige Temperaturen – spätestens jetzt heizen viele. Die Gaspreise schwanken im Land aber stark.

Die Gaspreise in Baden-Württemberg sind im Schnitt zuletzt leicht gesunken. Doch zwischen den Städten und Landkreisen zeigen sich große Unterschiede: In vielen größeren Städten ist Gas sogar deutlich teurer geworden. Das geht aus einer Analyse des Vergleichsportals Verivox hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Familien mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden zahlten den Angaben zufolge im Landesdurchschnitt 2.264 Euro für Gas – nach 2.290 Euro ein Jahr zuvor. Das entspricht einem Minus von 1,1 Prozent. Während einige Regionen von deutlichen Preissenkungen profitieren, hat sich Gas in anderen Städten zum Stichtag 14. Oktober erheblich verteuert.

 

Karlsruhe mit größtem Preissprung

Besonders stark gestiegen sind die Gaspreise in Karlsruhe, wo Haushalte für dieselbe Menge Gas im Schnitt 2.580 Euro im Jahr zahlten – ein Plus von 15,3 Prozent. Auch in Sinsheim und Mannheim mussten Verbraucher tiefer in die Tasche greifen – und gut ein Zehntel mehr bezahlen. Weitere überproportionale Anstiege verzeichneten Reutlingen, Aalen und Schwäbisch Hall. Auf Ebene der Landkreise wurde es in Reutlingen, Waldshut und Göppingen teuer.

Auf der anderen Seite wurden Haushalte in mehreren Städten spürbar entlastet: In Bruchsal sanken die Preise innerhalb eines Jahres um fast ein Viertel auf 2.180 Euro. Auch in Friedrichshafen (minus 16,6 Prozent), Weinheim (minus 14,5 Prozent), Tübingen (minus 13 Prozent) und Konstanz (minus 11,7 Prozent) wurde Gas günstiger. Ebenfalls über deutlich günstigere Preise freuen können sich Haushalte im Bodenseekreis sowie in den Landkreisen Karlsruhe und Konstanz.

 

53 Prozent Preisunterschied zwischen Backnang und Göppingen

Die Spannweite im Land bleibt groß: Am teuersten war Erdgas in Backnang mit durchschnittlich 2.786 Euro pro Jahr, gefolgt von Sinsheim (2.605 Euro) und Mannheim (2.604 Euro). In Göppingen zahlten Haushalte im Einfamilienhaus dagegen im Schnitt nur 1.820 Euro. Auch in Singen und Baden-Baden lagen die Preise noch unter 2.000 Euro und damit deutlich unter dem Landesschnitt. Der Unterschied zwischen teuerster und günstigster Stadt beträgt damit 966 Euro – rund 53 Prozent Preisabweichung bei identischem Verbrauch.

Auch auf Ebene der Landkreise zeigen sich erhebliche Differenzen: Während im Landkreis Göppingen die Gaskosten mit durchschnittlich 1.835 Euro am niedrigsten lagen, zahlten Verbraucher im Rems-Murr-Kreis, in Heidenheim und im Rhein-Neckar-Kreis mehr als 2.400 Euro.

 

Unterschied zwischen Grundversorgung und Neukundentarif

Regionale Preisunterschiede können Haushalte nach Angaben von Verivox-Energieexperte Thorsten Storck kaum beeinflussen. Sie entstünden vor allem durch unterschiedlich hohe Netzentgelte. Anders sehe es hingegen bei den Tarifen aus. Der Preisunterschied zwischen der teuren Grundversorgung und einem günstigen Neukundentarif sei zuletzt noch einmal größer geworden.

Die Netzentgelte variieren der Verivox-Analyse zufolge erheblich: Sie reichen von 305 Euro in den günstigsten Regionen bis zu 784 Euro in den teuersten – eine Differenz von rund 157 Prozent. Die Entgelte hängen unter anderem von der Siedlungsdichte, Alter und Zustand der Netze sowie dem Aufwand für Wartung und Betrieb abhängen. Auf dem Land mit weiten Leitungswegen fallen die Netzkosten demnach oft höher aus als in städtischen Räumen.

Die Verivox-Auswertung basiert auf Daten zu den 50 größten Städten und 35 Landkreisen Baden-Württembergs. Berücksichtigt wurden sowohl Grundversorgungstarife als auch die günstigsten überregionalen Angebote.

 

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