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Keine dicke Luft mehr: Ade für viele weitere Umweltzonen

Nachrichten Keine dicke Luft mehr: Ade für viele weitere Umweltzonen

Quelle: Bernd Weissbrod/dpa/Archivbild
dpa

Die Luftqualität hat sich in vielen Kommunen Baden-Württembergs verbessert. Die grüne Plakette hat damit vielerorts ausgedient. Doch es gibt Ausnahmen.

Fahrverbote, Tempolimits und Sperrungen – damit haben Städte in Baden-Württemberg in den vergangenen Jahren versucht, die Schadstoffe in der Luft zu reduzieren. Weil sich die Luftqualität nun deutlich gebessert hat, sind seit Kurzem in Tübingen, Reutlingen und Ulm die Fahrverbote für Autos ohne grüne Plakette aufgehoben.

Weitere Umweltzonen gab es im Regierungsbezirk Tübingen nicht. «Die Luftqualität im Regierungsbezirk Tübingen hat sich aufgrund der durch das Land und die Städte ergriffenen wirksamen Luftreinhalteplan-Maßnahmen, wie beispielsweise Lkw-Durchfahrtsverbote weiter verbessert», sagte eine dortige Sprecherin. «Weitere Gründe stellen unter anderem das vermehrte Arbeiten im Homeoffice und der damit wegfallende Pendelverkehr dar.»

Wie steht es um die Luftqualität in anderen Regionen Baden-Württemberg? Anfang des Jahres hat das Regierungspräsidium Stuttgart die Umweltzonen und somit das Fahrverbot für Fahrzeuge ohne grüne Plakette in Heidenheim, Heilbronn, Herrenberg und Leonberg/Hemmingen aufgehoben. Allerdings müssen sich Lastwagen noch an das Durchfahrtsverbot im Bereich Leonberg halten.

Zum 1. Mai 2023 waren bereits die Umweltzonen in Wendlingen am Neckar, Schwäbisch Gmünd sowie in Ilsfeld und Urbach aufgehoben worden. Aktuell bestehen noch die Umweltzonen in Stuttgart und die regionale Umweltzone Ludwigsburg und Umgebung.

Laut einer Sprecherin des Stuttgarter Regierungspräsidiums hat sich Luftqualität in den vergangenen Jahren unter anderem aufgrund der Umweltzonen verbessert. Die Immissionskonzentrationen von Stickstoffdioxid liegen nun – zum Teil – deutlich unterhalb des Grenzwertes für den Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Die Grenzwerte für Feinstaub (PM10) würden flächendeckend in Baden-Württemberg bereits seit dem Jahr 2018 eingehalten. Die Grenzwerte für Stickstoffdioxid werden in Stuttgart seit 2021, in Ludwigsburg seit 2022 eingehalten. Die in Stuttgart und in Ludwigsburg geltenden Verkehrsverbote seien aber weiter erforderlich. «Die Stickstoffdioxid-Messwerte (NO2) sind hierfür noch auf einem zu hohen Niveau.»

Im Regierungsbezirk Freiburg wurde laut einem Sprecher bereits 2023 die Umweltzone in Schramberg aufgehoben. «Mit der vierten Fortschreibung des Luftreinhalteplans werden wir auch die Umweltzone Freiburg voraussichtlich im Frühjahr 2025 aufheben.» Seit 2018 seien die Messwerte für Stickstoffdioxid an der dortigen Verkehrsmessstation Freiburg-Schwarzwaldstraße von 50 auf 25 Mikrogramm pro Kubikmeter im Jahr 2023 gesunken. Der von der EU vorgegebene Grenzwert werde damit deutlich unterschritten. «Die positive Entwicklung der Luftqualität in Freiburg zeigt, dass die 2019 im Luftreinhalteplan festgelegten Maßnahmen ihre Wirkung entfaltet haben. Die stetige Erneuerung der Kfz-Flotte und die flächendeckend durchgeführten Software-Updates bei Diesel-Fahrzeugen haben dazu ebenfalls einen wesentlichen Beitrag geleistet.»

Im Bereich des Regierungspräsidiums Karlsruhe wurden die Umweltzonen von Heidelberg, Karlsruhe und Pfinztal im Sommer 2023 aufgehoben.

In diesem Jahr sollen auch die Umweltzonen von Mannheim und Mühlacker aufgehoben werden. Hierzu läuft ein Verfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung mit dem Ziel, die Aufhebung ab August oder September 2024 wirksam werden zu lassen, wie eine Sprecherin mitteilte.

 

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