News
Kleine Haufen, großes Problem: Ärger mit Hundekot – auch in Karlsruhe

News Kleine Haufen, großes Problem: Ärger mit Hundekot – auch in Karlsruhe

Quelle: Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa
dpa

Ihh, echt eklig. Auch wenn Hunde den Deutschen sehr lieb und teuer sind – in Hundehaufen treten mag niemand. Besitzer nehmen es mit Entsorgung aber nicht immer so genau – ein Problem für Kommunen.

Niemand tritt gerne in matschige Hundehaufen – aber solange sich die Hinterlassenschaften nicht im eigenen Garten oder vor der eigenen Haustür befinden, lassen Hundehalter den Kot ihrer Lieblinge gerne auch mal liegen. Kommunen haben kaum eine Handhabe.

 

Ist Hundescheiße ein Problem für die Kommunen?

«Ja, der Hundekot auf den Wiesenflächen und auf Grünstreifen ist ein großes Problem», sagte eine Sprecherin der Stadt Karlsruhe. Insbesondere bei der Beetpflege und Mäharbeiten seien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Hundekot konfrontiert. Der werde dann beim Mähen breitwürfig verteilt.

Auch die Stadt Mannheim beklagt, dass in Parks sowie auf Parkplätzen und Gehwegen haufenweise Haufen liegen. «Obwohl in der Regel in der Nähe Hundekottütenspender aufgestellt sind und auch Papierkörbe für die Entsorgung vorhanden sind, wird das Einsammeln und richtige Entsorgen oft nicht konsequent eingehalten», formuliert es ein Stadtsprecher diplomatisch. Sprich: Der Hund verrichtet sein Geschäft und der Hundebesitzer läuft dann einfach weiter. Der Haufen – bleibt liegen.

In Pforzheim gebe es Stadtteile und Grünflächen, in denen es zu extremer Verschmutzung kommt, so eine Sprecherin der Stadt Pforzheim. Für Mitarbeitende der Stadtreinigung ist das kein Vergnügen. «Hinterlassenschaften von Hunden sind nicht angenehm zu entfernen», sagt sie.

 

Was sollen Hundehalter denn machen?

Mithilfe einer Plastiktüte aufsammeln und in den Mülleimer werfen natürlich. Denn Herrchen und Frauchen sind zuständig für das Aufsammeln von Hundekot – eigentlich. Da das nicht gerade optimal funktioniert, stellen viele Städte Hundekotbeutelspender auf, die es Hundebesitzern erleichtern soll, eine Tüte zur Hand zu haben.

In Mannheim gibt es zum Beispiel 525 solcher Stationen, befüllt mit etwa drei Millionen Hundekottüten jährlich. In Stuttgart stehen rund 400 Beutelspender zur Verfügung, in der Stadt Pforzheim gibt es rund 300 davon in der Kernstadt, die mit mehr als 1,1 Million Tüten jährlich bestückt werden.

 

Wie viele Tonnen Kot fallen eigentlich an?

Schwer zu sagen – denn die schlecht riechenden Haufen wandern mit anderem Abfall in die Müllverbrennung. Wie hoch der Anteil von Hundekot am gesamten dort verbrannten Restmüll ist, können die Städte und Gemeinden eigenen Angaben zufolge nicht auseinanderklamüsern.

«Es ist durchaus beträchtlich, was gut 17.000 Hunde in Stuttgart hinterlassen», sagt ein Stadtsprecher. «Kot-Spots» gebe es aber nicht mehr. «Da waren vor allem Naherholungsgebiete und landwirtschaftlich genutzte Flächen ein Problem, weswegen wir hier gezielt informiert haben.», sagte er.

Es dürfte aber ganz schön was zusammenkommen: Eine Studie der Technischen Universität (TU) Berlin aus dem Jahr 2020 hatte ergeben, dass ein Durchschnittshund über seine Durchschnittslebenszeit von 13 Jahren rund eine Tonne Kot hinterlässt – etwa 77 Kilo pro Jahr. Wenn man eine Zahl von über einer Million Hunden im Südwesten zugrundelegt, wären das Minimum über 77.000 Tonnen Hundekacke im Jahr – teils von Hundebesitzern aufgesammelt, teils in Parks liegengelassen, teils auf Wiesen vergammelnd.

 

Werden Kosten für Kot-Entsorgung nicht über die Hundesteuer gedeckt?

Nein, dafür ist sie nicht vorgesehen, Hundesteuer ist nicht zweckgebunden. Mit ihr wird das Halten von Hunden besteuert, aber nicht zum Beispiel die Reinigung von Straßen von Kot. Das Bundesfinanzministerium schreibt dazu: «Mit der Hundesteuer werden vornehmlich ordnungspolitische Ziele verfolgt. Sie soll zum Beispiel dazu beitragen, die Zahl der Hunde zu begrenzen.»

 

Werden Bußgelder erhoben?

Theoretisch schon. Praktisch aber sind die verantwortlichen Tierhalter kaum je zu ermitteln. Der Stadt Karlsruhe beispielsweise ist kein Bußgeldverfahren aus jüngerer Zeit bekannt. Die Stadt Mannheim nennt es «sehr schwierig», Hundehalter zu ertappen. Wer die Hinterlassenschaft seines Vierbeiners nicht entsorgt, bleibt also meistens unbehelligt. Wird er aber erwischt, müsste er mit einem Bußgeld von rund 100 Euro rechnen.

«Hundekot ist Abfall. Abfall darf nicht einfach in die Gegend geworfen oder liegengelassen werden», so sagt es deutlich eine Sprecherin des Umweltministeriums. Der Stadt Pforzheim reicht es. Dort will man künftig verstärkt kontrollieren, um Hundehalter auf frischer Tat zu ertappen.

 

Weitere Nachrichten

Kongress in Frankfurt: Longevity-Trend - Kann man Altern aufhalten?

In Frankfurt treffen sich ab Mittwoch rund 1.000 Altersmediziner und Altersforscher. Ein Thema des Kongresses ist die Suche nach dem ewigen Leben.

Los geht’s: Was man zum Cannstatter Volksfest wissen muss

Wann lohnt sich der Volksfest-Besuch auf dem Wasen am meisten? Tipps zu Familientagen, besonderen Öffnungszeiten und den besten Treffpunkten auf dem Festgelände.

Kirschernte in Baden-Württemberg fiel 2026 besonders üppig aus

Kirschen satt im Südwesten: Baden-Württemberg fährt eine deutlich überdurchschnittliche Ernte ein. Auch bei den Birnen fällt die Bilanz erfreulich aus.

Statistisches Landesamt: So entwickeln sich die Zahlen von Kindern in Kitas im Land

In den vergangenen Jahren haben Eltern oft verzweifelt einen Kita-Platz für ihr Kind gesucht - es gab zu wenige Plätze für zu viele Kinder. Doch die Zahlen entspannen sich etwas. Woran das liegt.

Protest in Autobranche - So lief der Aktionstag im Südwesten

Zehntausende Beschäftigte bei Autobauern und Zulieferern in Baden-Württemberg protestieren. Bei Mercedes in Sindelfingen fallen deutliche Worte. Und in Richtung Vorstand gibt es Pfiffe und Buhrufe.

Ungewöhnliche Aktion! Museen können sich bewerben: 1.500 Kunstwerke zu verschenken

Das passiert auch nicht alle Tage. Mehr als 1.500 Werke des verstorbenen Kunstsammlers Christoph Müller werden verschenkt. Öffentliche Museen können sich darum jetzt bewerben.
















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.