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Klimaforschung am KIT: Warum man große Hagelkörner einfrieren soll

News Klimaforschung am KIT: Warum man große Hagelkörner einfrieren soll

Quelle: Alexander Wolf/onw-images.de/dpa
dpa

Wetterforscher bitten um Mithilfe und holen die Funde sogar ab: Auf welche Hagelkörner sie es abgesehen haben – und was sie damit vorhaben.

Wer nach einem Unwetter einen Beitrag zur Forschung leisten möchte, kann besonders große Hagelkörner aufsammeln und einfrieren – und dann dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) Bescheid sagen. Dort sammelt eine Arbeitsgruppe am Institut für Meteorologie und Klimaforschung über Jahre Hagelkörner, um diese zu vermessen, wie das KIT mitteilte.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bitten dabei die Bevölkerung um Mithilfe: Hagelkörner ab der Größe eines Golfballs von rund vier Zentimetern sollten – am besten einzeln verpackt – im Eisfach zwischengelagert werden, hieß es. Meldungen inklusive Foto können per Mail an hagel@imktro.kit.edu gesendet werden. Das Team holt die Hagelkörner dann sogar zu Hause ab. Daher gilt der Aufruf ausschließlich für Baden-Württemberg. Damit könne jede und jeder dazu beitragen, die Vorhersage von Hagel zu verbessern.

 

Je größer, desto weniger kugelförmig

Die Forschenden wollen ein besseres Verständnis davon bekommen, wie Hagel entsteht und wie sich die Körner verteilen. So wollen sie die Hagelvorhersage auf kurzen Zeitskalen und Schadenabschätzungen durch Hagelschlag verbessern. Die Form eines Hagelkorns bestimme zum Beispiel, wie es schmilzt, fällt und vom Niederschlagsradar erfasst werde. «All diese Faktoren haben Auswirkungen auf die Modellierung und Vorhersage von Hagelereignissen», teilte das KIT mit.

Je größer Hagelkörner werden, desto weniger kugelförmig sind sie demnach in der Regel. Und desto komplexer seien ihre Oberflächen, so dass Messungen umso wichtiger würden. Dafür würden 3D-Scans gemacht, mit deren Hilfe wiederum 3D-Drucke für Untersuchungen im Labor erstellt werden könnten.

 

Hagelkörner werden «aufgeschnitten»

Zudem interessiert das Team der Aufbau der Körner. «Querschnitte bieten einen einzigartigen Einblick in die innere Zusammensetzung von Hagelkörnern und ermöglichen ein Verständnis der strukturellen Vielfalt innerhalb desselben Hagelsturms oder zwischen verschiedenen Hagelereignissen.»

Undurchsichtiges Eis beispielsweise enthält den Angaben nach eine hohe Konzentration winziger Luftbläschen, die eingeschlossen werden, wenn die anlagernden Wassertröpfchen fast augenblicklich gefrieren. Transparentes Eis hingegen entstehe, wenn die gesammelten Wassertröpfchen an der Oberfläche längere Zeit flüssig bleiben und in die kleinen Poren eindringen können.

 

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