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Umfrage: Mehrheit im Baden-Württemberg will nicht länger arbeiten

News Umfrage: Mehrheit im Baden-Württemberg will nicht länger arbeiten

Quelle: Ralf Hirschberger/zb/dpa
dpa

Während die Politik die Anhebung des Rentenalters vorbereitet, haben viele Menschen ganz andere Pläne. Wer besonders oft frühzeitig in den Ruhestand gehen will und was zum Bleiben motivieren könnte.

Nach dem Willen der Bundesregierung sollen die Menschen in Deutschland künftig länger arbeiten – viele wollen das aber einer Umfrage zufolge nicht. Demnach planen nur 10 Prozent der Befragten in Baden-Württemberg über das gesetzliche Renteneintrittsalter hinaus zu arbeiten.

Bei der Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Krankenkasse DAK gaben dagegen 42 Prozent der Befragten an, sogar vor dem gesetzlichen Eintrittsalter aus dem Arbeitsleben aussteigen zu wollen, gut ein Drittel (35 Prozent) will bis zur gesetzlichen Grenze arbeiten. Für die repräsentative Erhebung befragte Forsa im November 2025 bundesweit 7.086 Beschäftigte, davon 1.012 in Baden-Württemberg. Rund die Hälfte der Befragten war demnach über 50 Jahre alt. Die DAK-Gesundheit ist nach eigenen Angaben die drittgrößte gesetzliche Krankenkasse in Deutschland.

Kassenchef: Braucht vor allem Wertschätzung

Dabei gibt es der Umfrage zufolge deutliche Unterschiede je nach Gesundheit der Beschäftigten. Unter den Befragten mit einem guten Gesundheitszustand wollen demnach nur 39 Prozent vor dem eigentlichen Renteneintritt aufhören zu arbeiten. Bei den Befragten mit schlechtem Gesundheitszustand war der Anteil mit 56 Prozent deutlich höher.

Darauf müsse man reagieren, fordert DAK-Landeschef Siegfried Euerle. «Es wird immer wichtiger, erfahrene Kolleginnen und Kollegen gesund, motiviert und leistungsfähig im Job zu halten. Dafür braucht es vor allem Wertschätzung am Arbeitsplatz und ein betriebliches Gesundheitsmanagement, das stärker auf die Bedürfnisse älterer Beschäftigter zugeschnitten ist.»

Die Bundesregierung plant aktuell, das gesetzliche Renteneintrittsalter anzuheben. Derzeit liegt dieses je nach Jahrgang zwischen 65 und 67 Jahren; wer 45 Beitragsjahre vorweisen kann, darf ohne Abschläge etwas früher gehen. Künftig soll die Regelaltersgrenze an die steigende Lebenserwartung angepasst und voraussichtlich alle zehn Jahre um sechs Monate angehoben werden.

Seltener, aber dafür länger krank

Neben der Umfrage ließ die DAK auch die Krankendaten von rund 263.000 Versicherten der Kasse in Baden-Württemberg auswerten. Dabei zeigte sich demnach: Über 50-Jährige sind zwar deutlich seltener, aber dafür jeweils länger krankgeschrieben, was insgesamt zu mehr Fehltagen führt.

So sammelten sich im Jahr 2025 pro 100 Versicherten über 50 Jahren 148 Krankschreibungen an – bei den Jüngeren dagegen 190. Weil die ältere Gruppe aber im Schnitt mit 15,3 Tagen pro Krankschreibung fehlte, die jüngere Gruppe nur 7,8 Tage, liegt der Krankenstand bei den Älteren höher.

Zudem zeigt sich, dass ab Anfang/Mitte 50 auffällig viele Fehlzeiten dazukommen. Ab dem Alter von 64 Jahren liegt der Krankenstand der im Südwesten Beschäftigten im Schnitt bei neun Prozent – das heißt, dass an jedem Tag neun von 100 Arbeitnehmern in diesem Alter krankgeschrieben sind. Bei den über 67-Jährigen sinkt der Wert wieder rapide, weil nur überwiegend Gesunde im Job verbleiben.

 

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