News
Laut Umfrage: Klimaneutral bis 2045? Immer mehr Firmen geben auf

News Laut Umfrage: Klimaneutral bis 2045? Immer mehr Firmen geben auf

Quelle: Silas Stein/dpa
dpa

Immer weniger Unternehmen in Baden-Württemberg glauben einer Umfrage zufolge, bis 2045 klimaneutral werden zu können. Woran hapert es aus Sicht der Betriebe?

Die baden-württembergische Industrie zweifelt einer Umfrage zufolge massiv am Zeitplan für die Klimaneutralität. Die Zahl an Betrieben, die erwarteten, bis spätestens 2045 klimaneutral sein zu können, sei unter den gegebenen Rahmenbedingungen markant von 80 Prozent in 2025 auf 43 Prozent in 2026 zurückgegangen, teilte der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) mit Verweis auf das aktuelle Energiewende-Barometer des Verbandes in Stuttgart mit. Gleichzeitig sei der Anteil an Unternehmen, die sich gar kein Ziel mehr gesetzt haben, sprunghaft von 12 auf 44 Prozent nach oben gegangen. Klimaneutralität bedeutet, dass nicht mehr Treibhausgase ausgestoßen werden als auch wieder gebunden werden können.

BWIHK-Präsident Jan Stefan Roell verwies auf die Skepsis der Unternehmen beim Thema Energiewende. Die Unsicherheit in den Betrieben bleibe hoch. Das Vertrauen in die Energiepolitik sei gering. «Und die Skepsis hat sogar wieder zugenommen. Das ist ein deutliches Warnsignal. Die Wirtschaft benötigt dringend stabile Rahmenbedingungen mit einer verlässlichen Energieversorgung und wettbewerbsfähigen Preisen.»

Nach Auffassung von 66 Prozent der baden-württembergischen Unternehmen ist Bürokratie das größte Hemmnis für mehr und schnellere betriebliche Maßnahmen auf dem Weg zur Klimaneutralität. Hinzu kommen fehlende Informationen oder Planbarkeit und Verlässlichkeit der Energiepolitik (62 Prozent) sowie nach wie vor zu langsame Planungs- und Genehmigungsverfahren (48 Prozent). Beide Werte haben gegenüber der Umfrage von 2025 wieder zugenommen. Bei Betrieben mit weniger als 250 Beschäftigten kommen zudem zunehmende Schwierigkeiten bei der Finanzierung oder fehlendes Kapital hinzu. Roell sagte, dies sei kein Rückzug aus der Verantwortung, sondern Ausdruck der schwierigen Rahmenbedingungen. Der BWIHK-Chef warnte erneut vor einer zunehmenden Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland.

 

Weitere Nachrichten

Diese invasiven Krebse bedrohen heimische Arten in Baden-Württemberg

Stein-, Dohlen- und Edelkrebs kämpfen ums Überleben: Die gebietsfremden Flusskrebse verbreiten hierzulande eine tödliche Tierseuche. Was droht den heimischen Arten und lässt sich das Sterben stoppen?

Wert von 20.000 Euro: Karlsruher Zoll stoppt Reisende mit Hochzeitsgeschenk aus Gold

Eigentlich sollte es ein Geschenk zur Hochzeit sein. Doch am Flughafen flog der Goldschmuck im Rucksack auf, und für die Reisende hat das Folgen. Was der Zoll Reisenden rät.

Nachwuchs bei vom Aussterben bedrohter Wildesel-Art

In der Natur ist die afrikanische Wildesel-Art fast ausgestorben. In Stuttgart gibt es seit kurzem jedoch Nachwuchs. Seinen Namen teilt sich das Fohlen mit einer weltbekannten Popsängerin.

Zwischen 2018 und 2024: Acht Kinderehen in Baden-Württemberg aufgehoben

In Baden-Württemberg sind in den letzten Jahren acht Ehen mit Minderjährigen aufgehoben worden. Dies geht aus einer in Stuttgart veröffentlichten Antwort des Innenministeriums auf eine Landtagsanfrage der AfD hervor.

Weinjahrgang 2026: Tolle Qualität, aber starke Ernteeinbußen

Die Winzer im Südwesten haben eine qualitativ hochwertige Weinernte eingefahren. Nur leider waren es in diesem Jahr sehr wenige Trauben.

Kindesmissbrauch mit KI: Cyber-Ermittler vor neuen Problemen

Täter nutzen frei verfügbare KI-Tools, um kinderpornografische Inhalte zu erstellen. Warum die Unterscheidung zwischen KI und echtem Missbrauch wichtig ist und welche Risiken es gibt.






















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.