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„Lionheart-Projekt“: Grundstein für Lithiumproduktion gelegt – Wärme und Rohstoff

News „Lionheart-Projekt“: Grundstein für Lithiumproduktion gelegt – Wärme und Rohstoff

Quelle: René Priebe/dpa
dpa

Unter der Erde am Oberrhein lagert ein wertvoller Rohstoff: Lithium. Das Alkalimetall ist Bestandteil für Batterien etwa in E-Autos. Nun wurde der erste Schritt für eine Anlage in der Pfalz vollzogen.

Mit einer neuen Anlage im Süden von Rheinland-Pfalz soll klimaneutrale Wärme für mehrere Tausend Wohnungen erzeugt und Lithium als Rohstoff etwa für Autobatterien gewonnen werden. In Landau (Pfalz) legte das Rohstoffunternehmen Vulcan Energy (Karlsruhe) im Beisein von Oberbürgermeister Dominik Geißler (CDU) bei einem symbolischen Spatenstich den Grundstein für eine Geothermie- und Lithiumextraktionsanlage.

 

«Meilenstein für die Energiewende»

Das Unternehmen will jährlich 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid-Monohydrat herstellen – demnach ausreichend für rund 500.000 E-Auto-Batterien. Weil das Lithium durch Geothermie gefördert wird, soll auch Wärme entstehen. Mit ihr soll die Universitätsstadt Landau – rund 50.000 Einwohner und nahe der Grenze zu Baden-Württemberg – über ein Fernwärmenetz versorgt werden.

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) bezeichnete die Grundsteinlegung in einem zugesandten Grußwort als echten Meilenstein für die Energiewende. «Die Lithiumgewinnung im Oberrheingraben steigert die Rohstoffunabhängigkeit Deutschlands und ist daher ein strategisches Projekt mit Strahlkraft weit über die Landesgrenzen hinaus.»

Um Lithium als Rohstoff zu gewinnen, soll durch Pipelines heißes Industriewasser und lithiumreiches Thermalwasser zu der Geothermie- und Lithium-Anlage geleitet werden. Das Lithium wird den Plänen zufolge aus dem Thermalwasser extrahiert, bevor letzteres in den Untergrund geleitet wird.

 

Landau als «bedeutender Lithiumstandort»

Vulcan Energy verarbeitet das Vorprodukt dann in einer Anlage in Frankfurt-Höchst zu batteriefertigem Lithiumhydroxidmonohydrat. Abnahmepartner für die erste Projektphase sind dem 2018 gegründeten Unternehmen zufolge Stellantis, LG, Umicore und Glencore. Durch die Nutzung der Energieressourcen, heißt es, soll Deutschland unabhängiger von Energieimporten und schwankenden Preisen auf dem Weltmarkt werden.

«Mit der Anlage wird die langfristige, klimafreundliche Fernwärmeversorgung der Stadt Landau gesichert und gleichzeitig ein kritischer Rohstoff in Deutschland gewonnen, der für das Gelingen der Energiewende essenziell ist», teilte Vulcan mit. In der Anlage soll künftig die Thermalsole aller sieben Bohrplätze des sogenannten Lionheart-Projekts – darunter Landau, Insheim und Schleidberg – zusammengeführt werden.

Oberbürgermeister Geißler zufolge wird sich Landau zu einem «bedeutenden Lithiumstandort» entwickeln. «Mit der Realisierung eines der größten und bedeutendsten Projekte in unserer Stadtgeschichte entsteht eine Grundlage für klimafreundliche, sichere und langfristig verlässliche Wärmeversorgung», betonte er. Lithium besitze als Schlüsselrohstoff der Energiewende und Grundlage moderner Speichertechnologien «eine enorme strategische Bedeutung für Klimaschutz und wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit».

 

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