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Nach Küken-Drama: Wieder Fischadler-Nachwuchs in Baden-Württemberg

News Nach Küken-Drama: Wieder Fischadler-Nachwuchs in Baden-Württemberg

Quelle: Carolin Thorwarth/Nabu Baden-Württemberg/dpa

Nach dem Verlust der Eier im Vorjahr gibt es nun wieder Nachwuchs beim einzigen Fischadlerpaar im Südwesten. Zwei Küken wurden beringt – und die Aktion von den Eltern aufmerksam beobachtet.

Letztes Jahr waren die Eier des einzigen Fischadlerpaares im Südwesten aufgefressen worden, dieses Jahr hat es wieder geklappt mit dem Nachwuchs. Zwei Küken schlüpften, sind inzwischen fünf Wochen alt und wurden nunmehr beringt, sagte Projektleiter Daniel Schmidt-Rothmund vom Naturschutzbund (Nabu) Baden-Württemberg.

Umweltstaatssekretär und «Star-Wars»-Fan Andre Baumann schlug Luke und Leia als Namen vor. Der Grünen-Politiker sagte laut Nabu-Mitteilung: «Ganz ohne Spezialeffekte haben die Fischadler ihre Jungen aufgezogen und gegen Feinde verteidigt. Die Rückkehr der Fischadler nach Baden-Württemberg belegt, dass Visionen wahr werden können, wenn Fachwissen und Leidenschaft zusammenkommen.» Er wünsche dem Nabu und dem Projektteam weiter viel Erfolg, so Baumann. «Möge die Macht der Natur weiter mit Luke und Leia sein.»

Erst in den Sack, dann gibt’s die Ringe

Für die Beringung war ein sogenannter Horstbetreuer zum Nest bei Rastatt geklettert, hatte die Jungen begleitet vom Protest der Elterntiere in einen Sack gesteckt und am Boden mit den Ringen versehen. Danach wurden die Kleinen wieder nach oben befördert. Die Eltern, Mama Chronos und Papa Kepler, hätten das ganze Geschehen aus sicherer Entfernung beobachtet und nahmen danach die Versorgung der Küken wieder auf. Die kleinen schon gefiederten Fischadler sind noch auf Fütterung angewiesen. Mit etwa acht Wochen fliegen sie aus.

Im Jahr 2023 brütete mit den aus Sachsen-Anhalt stammenden Eltern nach mehr als 115 Jahren erstmals wieder ein Fischadlerpaar in Baden-Württemberg. Im ersten Jahr flogen Balbü und Kju aus, im zweiten Fuchur, Artax und Luna. Zum Nachwuchs im vergangenen Jahr kam es nicht, nachdem vermutlich ein Baummarder das Nest erklommen und leer geräubert hatte.

«Dramen im Nest gibt es immer wieder», sagte der Nabu-Landesvorsitzende Johannes Enssle. Wichtig sei, in Baden-Württemberg beim Artenschutz voranzukommen. «Angesichts des dramatischen Artensterbens ist der Fischadler-Nachwuchs ein toller Lichtblick mit einer Botschaft: Dranbleiben lohnt sich. Geduld, Leidenschaft und Ausdauer zahlen sich aus.»

Ob mal ein zweites Fischadlerpaar im Südwesten brüten wird?

Was aus den fünf Jungen der ersten zwei Jahre geworden ist, weiß Schmidt-Rothmund nicht. Ein Tier sei aus Spanien gemeldet worden. Wann sich ein zweites Fischadlerpaar im Südwesten ansiedeln könnte, ist ebenfalls ungewiss. Im Ortenaukreis und der Region um Offenburg habe sich kürzlich zwar ein zweites Paar herumgetrieben – ob es sich niederlässt oder weiterzieht, bleibe abzuwarten.

 

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